Thorsten Soltau

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Thorsten Soltau (*1987 in Sande, Niedersachsen) ist Musiker im Bereich der Computermusik und der Elektronischen Musik. Seine Arbeiten umfassen Minimal Music, Kammermusik, Elektroakustik, Dub, Turntablism, Drone, Ambient und Elektro. Er lebt und arbeitet in Friesland.

Hintergrund

Soltau beschäftigt sich als Jugendlicher mit Techno und House und seit 2003 mit ersten Klangexperimenten unter dem Pseudonym Audio Architecture. 2004 folgt das erste Album Kalte Landschaften, auf dem Umweltgeräusche auf digitaler Basis (per Ableton) vertont werden. Grundlage ist die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Rauschsignalen und Sinustönen in unterschiedlichen Frequenzbereichen. Asmus Tietchens Menge-Serie gilt als einer seiner wichtigsten Einflüsse. Gerade die „menschenferne Eleganz“ dieser aus reinen Sinustönen bestehenden Musik habe ihn beeindruckt, sagt er heute.[1]

Seit 2008 produziert er unter seinem bürgerlichem Namen, bis 2014 auf dem, von ihm geleiteten, m.m label (Musik für den experimentellen Geist / Label für elektroakustische und abwegige Nischenmusik) auf Kleinstvinylauflagen und CDs. Keinem festen Genre zugehörig, entwickelt Soltau halb-analoge, halb-digitale Klangcollagen. Zunächst arbeitet er mit vorgefundenen Schallquellen (Objets trouvés) und 3rd-Party-Elementen. Die Arbeitweise wird oft auch Plunderphonics genannt[2], die Stücke werden auf diese Weise surrealen Hörstücken ähnlich. Die Quellen werden derart verfremdet, dass sie in den Resultaten kaum zu erkennen sind, so zum Beispiel mit The Elecctent People. Das Material für Swiffing Hall stammt zum Teil aus 10ccs I'm not in love von 1975.[3]

<– The Elecctent People – Swiffing Hall (2011) –> 10cc – I'm not in Love (1975) [8] bei Youtube

Thorsten Soltau – Shades (Uhuruku Respin, 2014) [9] bei Soundcloud
Freibad: elektrosmog Konzert 001 mit Emerge und Gerald Fiebig (2013) [10] bei Youtube[4]

Musik

„Thorsten Soltaus Kompositionen verbinden das Alte mit dem Neuen, digitale Klangkunst mit analoger Technik ...“[5] Zum einen greift die Musik in einen zeitgemäßen und deutlich vom Glitch beeiflussten Minimal[6], zum anderen liegen ausgearbeitete Kompositionen vor, so zum Beispiel bei Roseth & Lilith, einer Zusammenarbeit mit Max Kuiper, die seit 2014 als Work-in-Progress begonnen und 2017 im Umfang von drei Alben vorläufig abgeschlossen wurde.[7] Oft driftet die Aufnahme in experimentelle, teils rhythmisierte, teils nichtrhythmisierte, Sphären. Die Rhythmen weisen Einflüsse aus dem Post-Dubstep auf. "Influenced by first electronic music and the avantgarde cut-up of musical and non-musical sources Thorsten Soltau decided to teach himself a form and musical language of strange, two-dimensional musique concrete and jarring rhythms."[8]

Die Fokussierung auf bestimmte Ausdrucksmittel und Techniken einzelner Genres hat dazu geführt, dass immer wieder 3rd-Party-Elemente in seiner Musik auftauchen. Soltau arbeitet auf Softwareebene und verwendet außerdem noch den Casio SK-1 – seinerzeit (1985) der billigste Sampler der Welt. Hinzu kommen seit kurzem ein Microkorg und ein KORG-MS20, was erneut zu einem stilistischen Wandel geführt hat. So zum Beispiel bei A Black And Everlasting Womb [11] bei Bandcamp. Nach wie vor beschäftigt er sich mit Glitches, Fehlern und Fehlbedienungen, die während der Produktion in den Produktionsprozess einfließen.

Zusammenarbeiten

Zusammenarbeiten gab es mit JuliJuni, Stefan Roigk, TI*TO, Volker Hartmann-Langenfelder, Uhuruku, Pharmakustik, Margitt Holzt, Sonatine, Jan Warnke, Rainier Lericolais, The Dead Mauriacs, Susan Matthews, Marina Stewart und vielen anderen.

Diskografie

Genres

Ambient, Drone, Elektronische Musik, Plunderphonics, Glitch, Minimal Techno, Minimal Music, Post-Dubstep.

Einzelnachweise

  1. Ilja Stephan – Meine Musik hat eine gewisse Gemütlichkeit (2011) [1] beim Hamburger Abendblatt
  2. Plunderphonics [2] bei plunderphonics.com
  3. Infos zum eingebetteten Video: „Plunderphonics und instrumentalisierung: Thorsten Soltau. Zusätzlich eingemischtes Material von Post Abortion Stress. Analog-mechanische Manipulation und Tapes: The Elecctent People. Mono-bass – Arne Wilken.“
  4. Infoseite Freibad: elektrosmog Konzert 001 [3] bei zeitraumexit.de
  5. Autor unbekannt – «Mutual Owsla Dysflector» von Thorsten Soltau (2014) [4] bei Play SRF
  6. Vom Glitch beeinflusst zum Beispiel rezykla von 2010 [5] bei Youtube
  7. Kompositionshinweise zu Roseth & Lilith (2014) [6] bei Vimeo
  8. Profil [7] bei Discogs

Weblinks

  • Profil [13] bei Bandcamp
  • Thorsten Soltau. Zwischen Plunderphonic und Konkreter Musik [14] bei der Hoerbar
  • Autor unbekannt – ePhil: Thorsten Soltau (2011) [15] bei der Koerber-Stiftung

Links im Juli 2017.