The Velvet Underground

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Genre

Line-Up

  • Nico (Stimme, 1966/67)
  • Doug Yule (Bass, Gitarre, Backing Vocals, ab 1968)

Bandgeschichte

Der gebürtige New Yorker Reed, der damals als Songwriter bei Pickwick Records unter Vertrag stand, gründete Velvet Underground 1965 mit seinem Uni-Kollegen Morrison und dem aus Wales stammenden, klassisch ausgebildeten Musiker Cale. Maureen Tucker kam durch ihre Freundschaft mit Morrisons kleiner Schwester als Nachfolgerin am Schlagzeug für Angus McLise in die Gruppe. Nach einem frühen Auftritt im Café Bizarre lernte die Band Andy Warhol kennen, der fortan als Impressario und 'Produzent' an den Aktivitäten beteiligt war. Er sorgte dafür, dass die Deutsche Christa Päffgen alias Nico drei Songs auf dem Debütalbum singt. Danach wurde sie von Reed und Cale aber aus der Band geworfen und Velvet Underground emanzipierten sich vom Warhol-Umfeld. Nach dem zweiten Album drängte Lou Reed John Cale aus der Gruppe, um alleiniger kreativer Kopf zu sein. Cale wurde durch Doug Yule ersetzt. Während der Aufnahmen zu Loaded wird Tucker schwanger und schließlich steigt 1971 auch Reed aus. Yule führt den Bandnamen wenige Jahre weiter, ohne dass man die Resultate noch als Werke von Velvet Underground ansehen kann.

Die epochale Wirkung von Velvet Underground geht gleichermaßen auf die Texte Lou Reeds wie die Musik der Band zurück. Letztere war ungewohnt Noise und Feedback-lastig, ein Gegensatz zur Hippie-Bewegung, aber auch zu Rockgruppen wie den Beatles und den Rolling Stones. Die Lyrics waren noch weiter vom Standard entfernt: das Debutalbum erzählt vom seedy underbelly der City und beinhaltet beispielsweise eine achtminütige Ode an Heroin (die so perfekt beschreibt, dass jeder spätere Drogensong überflüssig erscheinen mag), über Treffen mit seinem Dealer ("Waiting For My Man"), einen S&M-Song ("Venus In Furs") und Geschichten über käufliche Liebe ("There She Goes Again") – allesamt Themen, die in dieser Deutlichkeit von niemandem bis dato besungen worden waren. Passend dazu waren die ersten Auftritte von The Velvet Underground von Andy Warhol bewusst schockierend inszeniert. Unter anderem traten sie in Warhols Exploding Plastic Inevitable Performance-Show, begleitet von peitschenschwingenden, in S&M-Dress gekleideten Sideshowtänzern, auf und wurden zu einem zentralen Punkt von Warhols Factory.

Das Anderssein von Velvet Underground ging mit dem kommerziellen Misserfolg Hand in Hand. Wohl keine derart einflußreiche Band der Musikgeschichte hatte zu ihrer aktiven Zeit so wenig kommerziellen Erfolg wie The Velvet Underground. Das zweite Album "White Light / White Heat" (der Titelsong handelt diesmal nicht von Heroin, sondern von Speed) war noch kompromißloser als das schon sperrige Debut, erst mit dem dritten, selbstbetitelten Album schlug die Band – nun ohne John Cale – eine melodiösere Richtung ein. Bezeichnend ist trotzdem, dass viele Pop-Perlen, die Reed in dieser Zeit schrieb nicht auf die Alben genommen, sondern erst Jahrzehnte später veröffentlicht wurden (wie "Stephanie Says").

Kollaborationen

  • Frühe Auftritte wurden begleitet von Performance-Kunst der Warhol Familie. The Velvet Underground traten als Teil der Exploding Plastic Inevitable auf

Diskographie

LPs

Singles/EPs (USA)

  • (1966) All Tomorrow's Parties/I'll Be Your Mirror
  • (1966) Sunday Morning/Femme Fatale
  • (1968) White Light White Heat/Here She Comes Now
  • (1968) Here She Comes Now/I Heard Her Call My Name
  • (1969) What Goes On Now/Jesus
  • (1970) Who Loves the Sun/Oh Sweet Nuthin'

Charts

Jahr Titel Charts
D US UK A CH S F NOR FIN NZ
1967 The Velvet Underground & Nico - 171 - - - - - - - -
1968 White Light/White Heat - 199 - - - - - - - -
1985 VU - 85 - - - 36 - - - -
1985 The Velvet Underground - 197 - - - - - - - -
1993 Live MCMXCIII - 180 - - - - - - - -

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
NME Spex Spex
1985 V.U.
3
2
-
1986 Another View
-
-
23

All-Time-Charts

The Velvet Underground & Nico
White Light, White Heat
The Velvet Underground
Loaded
1969 (live)
The 200 Greatest Songs Of The 1960s (Pitchfork, 2006)
  • 27 I'm Waiting For The Man
  • 59 Sunday Morning
  • 77 Heroin
  • 124 Venus In Furs
  • 148 Sister Ray

Kompilationsbeiträge

Referenzkasten

  • Venus In Furs: hat seinen Titel vom gleichnamigen Buch von Leopold Sacher-Masoch
  • White Light / White Heat: meint Speed

Referenzen anderer

Trivia

  • Alle Bandmitgliedern verfolgten bzw. verfolgen erfolgreiche Solo-Karrieren, nur Morrison verabschiedete sich aus dem Musikgeschäft und wurde Uni-Dozent.
  • Im Film "I Shot Andy Warhol" werden The Velvet Underground von Yo La Tengo dargestellt.
  • In dem Film "The Science Of Sleep" wird das Lied "After Hours" unter dem Titel "If You Rescue Me" gecovert

Referenzbands

Coverversionen

The Velvet Underground werden gecovert von

All Tomorrow's Parties wird hin und wieder als so etwas, wie eine Reifeprüfung für Bands oder Acts verstanden, die Coverversionen anfertigen, Stepping Stone auf dem Weg zum Singer/Songwriter.

Weblinks