The Seeds

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Die Seeds waren eine Psychedelic- und Garage-Rock-Band aus Los Angeles, die 1965 gegründet wurde und im Zenith bis 1969 bestand. Sporadisch gab es kurze Reunions. Frontmann der Band war Sky Saxon (1937 – 2009), unter bürgerlichem Namen Richard March. Der größte kommerzielle Erfolg war Pushin' Too Hard von 1966. Im Vorprogramm der Band haben die Doors sowie die Byrds, Jefferson Airplane, die Kinks und Diana Ross mit den Supremes gespielt. Verschiedentlich werden die Seeds als die Band bezeichnet, die mit dem ganzen Flower-Power angefangen haben – es wird ihnen nachgesagt, den Begriff geprägt zu haben.[1][2]

Hintergrund

Die musikalische Karriere der Band entwickelte sich zeitgleich mit der der 13th Floor Elevators, als deren kalifornisches Gegenstück sie mitunter verhandelt werden. Muddy Waters nannte die Seeds die Rolling Stones Amerikas. Im Zusammenhang mit den Seeds werden oft die Doors als die mit am stärksten beeinflusste Band erwähnt. Dazu trägt das Orgelspiel Daryl Hoopers, dem das Ray Manzareks ähnelt, deutlich bei. Neben Daryl Hooper an der Orgel spielte Jan Savage die Gitarre und Rick Andrige Schlagzeug. Nach der Auflösung veröffentlichte Sky Saxon, der neben dem Gesang zuweilen auch Bass und Mundharmonika beisteuerte, zwei weitere Singles unter dem Namen The Seeds und bis zu seinem Tod 2009 weitere Singles und Alben unter dem Namen Sky Sunlight Saxon. Richard March soll sich auf eine Anzeige hin bei den Seeds beworben haben. Gecovert wurden die Seeds unter anderem von Cabaret Voltaire, Captain Sensible, den Dwarves, Garbage, den Ramones, Residents, Bangles und Yo La Tengo, Johnny Thunders und Alex Chilton.

Im Gründungsjahr erscheint die erste 7" Pushin' too hard, die es als eine der ersten Underground-Singles unter die Top 40 der US-Billboard-Charts schafft. Can't Seem To Make You Mine, das anscheinend vorher geschrieben wurde, ist dann ähnlich positioniert. Es folgen Auftritte auch im us-weiten Fernsehen. Die beiden Singles werden wieder und wieder aufgelegt.

Musik

Der Gesang Sky Saxons, der zuvor bereits mit den Electric Fires und den Soul Rockers aufgetreten ist und veröffentlicht hat, zeichnet sich besonders durch ein betontes Näseln aus. Die Seeds spielen „rudimentären R'n'B, betont durch eine quengelnde Vox, mit vielen stechenden, breit gefassten Akkorden und einer Gitarre, die zunächst noch mehr dem 'twanging' des alten Rock'n'Rolls entsprach, bevor später erste Verzerrungen, Verhallungen und der Fuzz-Tone eingesetzt wurden.“[3] Die Band ist eine der ersten, die den Bass zum Teil durch das Keyboard substituiert, was von Ray Manzarek von den Doors übernommen wird. Wie bei Manzarek sind Arpeggien und parallele Führung zum Gesang Kennzeichen des Keyboardspiels. Richard Marchs musikalische Karriere kann, mit einer Reihe von Singles zu Beginn der 1960er-Jahre, als eine der ersten professionellen Rock-Karrieren noch vor den Beatles gesehen werden. Musikalisch sind die Seeds als einfache Ausführung der Electric Prunes, bekannter als diese oder die 13th Floor Elevators, vorzustellen.

The Seeds, 1966

Direkt nach den ersten beiden Singles erscheint die erste LP The Seeds, die von Kritikern heute als Beginn des Garage-Rock, zum Teil auch der Flower-Power-Bewegung in der Musik verhandelt wird. Musikalisch zeichnet sich die Musik der Seeds durch das dominante Trash-Element aus, das dramaturgische Ausuferungen verhindert und die Musik der Band authentisch hält. Die Art und Weise der Darbringung der Musik, besonders geradlinig und ohne alle Effekte, auch dramaturgische Effekte, ist dem Songwriting deutlich vorgeordnet. Die Songs der Seeds orientieren sich an den einfachsten harmonischen Grundkombinationen und auch die Melodien sind wenig ausgearbeitet. Stattdessen präsentiert sich eine gleichartige Folge von, unversteckt aus der gesprochenen Sprache generierten, Konstativen. In der Folge werden Stimme und Instrumente oft parallel geführt. Bei laut.de wird die Musik der Seeds „archaisch“ und „roh“ genannt.[4] Das einfache Songwriting weist darauf hin, dass die meisten Songs aus der Feder Richard Marchs stammen, der sich zuvor bereits mit Doo-Wop-Formationen durch Avancen an Pop und Rock'n'Roll hervorgetan hat und auch in diesem Rahmen oft einfache Motive und wenig melodiöse, dafür zugkräftige, kurze Sprechakte präsentierte.[5] Das Drei-Akkorde-Schema wird kaum verlassen, was über die gesamte Karriere Sky Saxons bis 2009 nachvollziehbar ist. Steppenwolf oder Iron Butterfly sind ihm näher, als zum Beispiel Love, die Elevators, Prunes oder Zombies.

<– erste Seeds-Platte, 1966, Pushin' too hard ab min. 15:19.

A Web of Sound, 1967

Zusammen mit der ersten LP wird dieses Album als Klassiker der 1960er verstanden. Der Tenor ist hier zumeist noch bodenständiger als auf dem ersten Album aus Phrasen aus der gesprochenen Sprache, ohne großes Songwriting, aufgebaut. Die Instrumente spielen fast die gesamte Zeit über parallel. Ein Effektdenken zeigt sich durch wenige eingestreute Signale, zu denen auch der Mix gehört. Up in her Room nimmt mit fast fünfzehn Minuten den Westcoast-Jam von Bands, wie den Grateful Dead, vorweg[6]:

<– Up in her Room (1967)

Future (1967) und spätere

Das dritte Album Future richtet sich als Konzeptalbum stärker nach den Vorgaben von Sgt. Peppers von den Beatles, ist aber vom gleichen rohen Sound geprägt, wie die beiden Alben davor.[7][8] Es folgen noch zwei weitere Alben, ein Livealbum Raw & Alive: The Seeds in Concert at Merlin's Music Box und A Full Spoon of Seedy Blues, das im November 1967 veröffentlicht wird und fast ausschließlich Bluesnummern enthält. Beide werden von der Kritik ignoriert. Raritäten und Alternate Takes werden 1977 unter dem Titel Fallin' off the Edge veröffentlicht.

Diskografie

Einzelnachweise

  1. Artikel The Seeds [1] bei der en.wiki, hier werden die Seeds als Mitbegründer des Acid Rock sowie des Proto-Punk bezeichnet: "... paving the way for seventies punk rock"
  2. Neil Norman – The Seeds: Pushin' too hard – Documentary Trailer (2014) [2] ... the group that started all the flower music, ab min. 0:13 bei Youtube
  3. Badger – Thema The Seeds – Garage & Flower Power & Psychedelia (2006) [3] bei Rockzirkus
  4. Autor unbekannt – Biografie [4] bei laut.de
  5. Little Ritchie Marsh – Goodbye (1963) [5] Doo-Wop mit Pop-Rock'n'Roll-Einflüssen bei Youtube
  6. Badger – Thema The Seeds – Garage & Flower Power & Psychedelia (2006) [6] bei Rockzirkus
  7. Stephen Thomas Erlewine – The Seeds Biography (ohne Jahr) [7] bei allmusic, Pushin' too hard als Rock'n'Roll-Standard aufgeführt.
  8. Der vielversprechendste Song dieses Albums war A Thousand Shadows, der unter den Top 100 landete.

Weblinks

  • Homepage [9] bei theseeds.com
  • Artikel The Seeds [10] bei der de.wiki

Links im Juni 2017.