The Lewd

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The Lewd
The Lewd 2011
The Lewd 2011
Herkunft: Seattle, Washington
San Francisco, Kalifornien
Aktiver Zeitraum: 19771982, seit 1999
Genres: Punkrock, Hardcore
Labels: Skratched Records, ICI Records, Vampir Records, 702 Records
Homepage: The Lewd bei MySpace
Line-Up:
J. Satz Beret: Gesang (1977-1982, seit 1999)
Bob Clic: Bass (1979-1980), Gitarre (1980-1982, seit 1999)
Steve Clic: Gitarre (seit 2008)
Tony Garay: Bass (seit 2008)
Ric Ficara: Schlagzeug (seit 2008)[1]
Ehemalige Mitglieder:
Peter Tabor: Gitarre (1977-1978)
Brad Ramels: Gitarre (1978-1979)
Sean Greaves: Gitarre (1982)
Mike Davidson: Bass (1977)
David Rudicrona: Bass (1977-1978)
Kurdt Vanderhoof: Bass (1978-1979), Gitarre (1979-1980)
Olga De Volga: Bass, Gesang (1980-1982, 1999-2008)
Drake Eubank: Schlagzeug (1977)
Dave Drury: Schlagzeug (1977-1978)
Jon Nay: Schlagzeug (1978-1980)
Carl Socco: Schlagzeug (1980)
Alex Flex: Schlagzeug (1980)
Christopher Reece: Schlagzeug (1980-1982)[2]

The Lewd gehörten zu den frühesten Punkbands aus Seattle. Sie wurden 1977 gegründet, zogen 1980 nach San Francisco und lösten sich 1982 zunächst auf; seit 1999 ist die Band in wechselnder Besetzung und mit vereinzelten Auftritten wieder aktiv.

Bandgeschichte

Die enorm einflussreichen The Lewd entstanden aus der Schnittmenge der Mitt-Siebziger-Glam- und frühesten Punk-Szene der Stadt Seattle. Sänger J. Satz Beret war zuvor bei der Gay-Glam-Legende Ze Whiz Kids sowie den eher virtuell existierenden The Knobs Mitglied gewesen und suchte ab 1977 eher nach einem musikalisch härteren, aber nicht weniger anzüglichen Vehikel. Zusammen mit Gitarrist Peter Tabor, Bassist Mike Davidson (zuvor bei The Telepaths und später bei The Blackouts) und Drummer Drake Eubank rief Satz The Lewd ins Leben, die fortan die spärlichen Punk-Clubs von Seattle aufmischten und bei ihrem allerersten Auftritt gleich als Vorband der Ramones auftreten konnten.[2] Eine erste Single namens "Kill Yourself" erschien 1979 auf Skratched Records, und im Jahr darauf kehrten The Lewd – im Kern zu jenem Zeitpunkt neben Satz lediglich aus Bassist/Gitarrist Kurt Vanderhoof bestehend – ihrer Heimatstadt vorerst den Rücken, um in San Francisco weiterzumachen. Zu einer andauernden Gewohnheit war zu dem Zeitpunkt allerdings schon der ständige Wechsel nicht nur an Posten – The Lewd zählten in den fünf Jahren ihrer ersten Inkarnation nicht weniger als fünf verschiedene Bassisten und sechs unterschiedliche Schlagzeuger – sondern auch der Musiker an den Instrumenten: Kurdt Vanderhoof stieg 1979 von Bass auf Gitarre um und wurde von Bob Clic ersetzt, der Vanderhoof bei dessen Abgang Richtung Metal Church im Jahr 1980 wiederum als Gitarrist beerbte und den Viersaiter nunmehr an die SF-Punk-Veteranin Olga de Volga weitergab. Jenes Teilzeitmodel prägte insbesondere das optische Erscheinungsbild der Band durch lange, platinblonde Haare und anzügliche Lederoutfits und feierte ihren Einstand bei The Lewd mit der 1981 erschienenen Kompilations-7" "S.F. Underground #2", zu der The Lewd das Stück Mobile Home beisteuerten. Inzwischen hatte sich die Gruppe voll in den aufkommenden Westküsten-Hardcore-Sound eingeklinkt, der ihre 1982 erschienene Debüt-LP "American Wino" auch entscheidend prägte. Dabei achteten die Musiker aber dennoch stets auf ein einigermaßen bühnentaugliches Aussehen und regelmäßige Proben, und auch zerschmetterte Gitarren gab es bei der Band nicht, was Bob Clic noch 1998 zu der Aussage bewegte, The Lewd hätten letztlich wesentlich mehr mit den Ramones als mit den Dead Kennedys zu tun gehabt.[2]

Allerdings stieg Bob Clic kurz nach Release der LP aus der Band aus und wurde zwar von Sean Greaves (Produzent u.a. von 7 Seconds) ersetzt, was die allmähliche Auflösung der Band jedoch nicht verhindern konnte. Während Satz und De Volga berufliche Wege abseits des Musikgeschäfts einschlugen, blieben Bob Clic sowie der Drummer des finalen Lewd-Lineups, Christopher Reece, der lauten Rockmusik treu: Während Clic sich in den folgenden Jahren dem aufkommenden Thrash Metal verschrieb und mit seiner 1980er-Band Die Sieger unter anderem als Vorband von Metallica, Megadeth und Slayer spielte, hielt Reece es weiter mit dem Punkrock und spielte unter anderem bei Social Distortion das Schlagzeug.[2]

In den folgenden Jahren blieb es bis auf einige Bootlegs des längst vergriffenen Original-Vinyls ruhig um das Lewd-Oeuvre. Erst als eine Freundin der Band beim Aufräumen eines Studios einige Kisten mit Lewd-Tonbändern fand und diese an Bob Clic vermittelte, der wiederum seine Ex-Bandkollegen kontaktierte, gab es wieder offizielle Neuigkeiten der Ur-Seattle-Punks. Die restaurierten Aufnahmen umfassten alles, was The Lewd in ihren ersten Jahren eingespielt hatten, und kamen 1998 bei Chuckie-Boy Records unter dem Titel "Kill Yourself... Again" auf CD heraus.[2] Im Jahr darauf spielten schließlich auch J. Satz und Bob Clic gemeinsam zwei Shows unter dem Alias The Lewdmouths zusammen, was schließlich eine vollwertige Reaktivierung von The Lewd nach sich zog. Mit neuen Mitstreitern spielte die Band unter anderem die 7" Roughhouse ein, und unter dem Titel "Lewd Conduct in a Public Place" erschien im Jahr 1999 auch ein Mitschnitt eines Lewd-Konzerts von 1980 auf Tonträger. Zudem hatten neue Bands wie Turbonegro ihre Liebe zu den Alt-Punks entdeckt und coverten diese auch gerne.

The Lewd spielen noch heute regelmäßig Konzerte mit alten und neuen Songs. Einen schweren Schlag erhielt die Gruppe jedoch im Jahr 2008, als Olga de Volga im März des Jahres verstarb.[3]

Diskographie

Alben
Singles/EPs
Sonstige
  • 1996 Complete Discography 1978-1982 (Bootleg-Best-Of-LP)
  • 1998 Kill Yourself... Again (CD-Anthologie, Chuckie-Boy)
  • 1999 Lewd Conduct in a Public Place (Live-LP mit einem Auftritt von 1980, Vampir Records)

Kompilationsbeiträge

  • 1981 Mobile Home auf "S.F. Underground #2" (Subterranean Records)
  • 1982 Suburban Prodigy (live) auf "Eastern Front" (Enigma Records)
  • 1982 M-17 (live) auf "Eastern Front Vol. II" (Enigma Records)

Referenzkasten

  • Lewd bedeutet soviel wie "anstößig, unziemlich, schamlos".

Referenzbands

Coverversionen

The Lewd covern …

  • Secret Agent Man von Johnny Rivers (auf "Kill Yourself... Again", 1998)
  • Boss Hoss von The Sonics und Bang Bang von Sonny Bono (auf „Lewd Conduct in a Public Place“, 1999)

The Lewd werden gecovert von …

  • Turbonegro - Mobile Home (auf „Ass Cobra“, 1996)

Weblinks

Quellen

  1. The Lewd bei rateyourmusic.com
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Bandbio und Interview mit The Lewd von 1998 bei lunacafe.com Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „luna“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „luna“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „luna“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert. Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „luna“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  3. Tributseite für Olga de Volga