The Gits

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche
The Gits
Herkunft: Yellow Springs, Ohio, USA
Aktiver Zeitraum: 19861993
Genres: Punk
Grunge
Labels: Broken Rekids
C/Z Records
Empty Records
Big Flaming Ego Records
Homepage: TheGits.com
Line-Up:
Mia Zapata: Gesang (†1993)
Joe Spleen: Gitarre
Matt Dresdner: Bass
Steve Moriarty: Schlagzeug

The Gits waren eine 1986 in Ohio gegründete und 1989 nach Seattle übergesiedelte Punk- und Grunge-Band. Sie erlangten traurige Berühmtheit, als ihre Sängerin Mia Zapata 1993 vergewaltigt und ermordet wurde.

Bandgeschichte

Die Band The Gits wurde im Jahre 1986 in Ohio von den Highschool-Freunden Mia Zapata, Joe Spleen, Matt Dresdner und Steve Moriarty als The Snivelling Little Rat Faced Gits, benannt nach einem Monty Python-Sketch, gegründet. Man spielte von Hardcore und Blues beeinflussten Punkrock, der sich insbesondere durch das rauhe, mitunter an Janis Joplin gemahnende Organ von Sängerin Zapata auszeichnete. 1988 nahmen The Gits, wie sich die Gruppe nunmehr nannte, ein erstes Album namens "Private Lubs" in Eigenvertrieb auf, bei dessen Aufnahmen sie von Ben London (später Alcohol Funnycar) unterstützt wurden. London gehörte etwas später zu der Gruppe von Musikern aus Ohio, die 1989 nach Seattle übersiedeln sollten und zu denen neben The Gits auch Mitglieder von 7 Year Bitch zählten.

In Seattle entwickelten The Gits ihren Sound weiter und betourten unablässig in klassischer Punkrock-Weise die dortigen Lokalitäten und die Westküste der USA, wodurch sie einen engagierten Fankern und eine Reputation unter anderen Bands und Künstlern aus Seattle erlangten. 1990 veröffentlichte die Band ihre erste Single namens "Precious Blood" auf dem Kleinlabel Big Flaming Ego Records, der bis 1991 zwei weitere 7" sowie Kompilationsbeiträge folgten. Dadurch hatten The Gits genug Kredit gesammelt, dass sie bei C/Z Records eine Platte veröffentlichen konnten, so dass dort 1992 auf dem Höhepunkt der Grunge-Hysterie die erste (bzw. zweite) LP namens "Frenching the Bully" erschien. Obwohl der Gits-Sound weder zum Grunge von Nirvana, Pearl Jam oder Soundgarden noch zum etwa zeitgleich entstehenden Riot Grrrl-Genre passen wollte, konnte die Gruppe von der internationalen Aufmerksamkeit für Seattles Musikszene profitieren und unter anderem die USA und Europa betouren. Insbesondere der auch als Single erschienene Track Second Skin wurde zu einem Kult-Hit in der wachsenden Fanschar der Gits, und die Majorlabels streckten mittlerweile ebenfalls ihre Fühler nach der Band aus.

Die Zukunft der Gits schien also rosig, und das 1993 aufgenommene Album "Enter: The Conquering Chicken" sollte der große Sprung nach vorn für die Band werden, da der Punk-Sound der Gits inzwischen mit deutlichen Einflüssen aus Blues, Soul und Hardcore, die zum Großteil auf Mia Zapatas Konto gingen, auch vielseitiger geworden war. In der Nacht des 7. Juli 1993 jedoch geschah dann das, was den Weg der Band und das Leben ihres vielleicht wichtigsten Mitglieds abrupt beendete: Mia Zapata war auf dem Heimweg von einer Trauerfeier für die fast genau ein Jahr zuvor an einer Drogenüberdosis verstorbene Stefanie Sargent, Sängerin von 7 Year Bitch und Freundin noch aus Ohio-Zeiten. In einer Seitenstraße wurde Zapata von einem Mann überfallen, vergewaltigt und ermordet, was nach Bekanntwerden der Tragödie die gesamte Musikszene Seattles in Schock versetzte.

Aus Trauer um die verlorene Freundin und Mitmusikerin lösten sich The Gits kurz nach dem Mord auf, machten dann aber mit neuem Sänger und unter dem neuen Namen Dancing French Liberals of '48 weiter Musik. Eine weitere Inkarnation der Post-Zapata-Gits waren Evil Stig, die auch noch Hardrock-Veteranin Joan Jett beinhalteten, die stets ein großer Fan der Gits gewesen war. Die Bands gingen auch 1995 gemeinsam auf US-Tour, zum Teil unterstützt von der Bikini Kill/Le Tigre-Musikerin Kathleen Hanna. Der Mord an Mia Zapata hatte aber auch tiefgreifenden Einfluss auf die befreundeten Bands wie insbesondere 7 Year Bitch und Alcohol Funnycar, die mit ihren jeweiligen Alben "Viva Zapata!" bzw. "Weasel" versuchten, den Verlust der Freundin zu verarbeiten. Nicht zuletzt ging auch die Gründung der Seattler "Home Alive"-Stiftung, die sich gegen Gewalt an Frauen richtet und 1996 auch eine gleichnamige Benefiz-Compilation veröffentlichte, auf den Tod von Mia Zapata zurück.

In der jüngeren Vergangenheit ist das Schicksal von Mia Zapata und The Gits in mehrfacher Hinsicht wieder aktuell geworden, da erstens im Jahr 2003 endlich der Mörder der Musikerin in Florida gefasst und verurteilt wurde und zweitens 2005 eine Dokumentation über Band und Kriminalfall gedreht wurde, die auch auf DVD erhältlich ist. Das musikalische Vermächtnis der Gits wurde seit 1996 mit Neuauflagen der inzwischen vergriffenen frühen Singles sowie 2003 der beiden Alben auf Broken Rekids aufgearbeitet. Mit "Seafish Louisville" erschien 2000 auch eine Sammlung von raren und Livetracks der Gruppe.

Kollaborationen

Diskographie

Alben
  • 1988 Private Lubs (LP, Eigenvertrieb)
  • 1992 Frenching the Bully (LP, C/Z Records; CD-Re-Release 2003 auf Broken Rekids)
  • 1993 Enter: The Conquering Chicken (LP, C/Z Records; CD-Re-Release 2003 auf Broken Rekids)
Singles/EPs
Sonstige
  • 1996 Kings & Queens ("Private Lubs"-LP und frühe Singles auf CD, Broken Rekids)
  • 2000 Seafish Louisville (Raritäten und Livetracks; CD, Broken Rekids)

Kompilationsbeiträge

  • 1991 Here's to Your Fuck und Ain't Got No Right auf "Bobbing for Pavement: The Rathouse Compilation" (Rathouse/Broken Rekids)
  • 1993 Drinking Song auf "Power Flush: San Francisco, Seattle & You" (Broken Rekids)
  • 1996 Guilt Within Your Head und Social Love (Live, Mia Zapata solo) auf "Home Alive" (Epic Records)
  • 1996 Second Skin (Live) auf Hype! (Sub Pop)
  • 2000 Another Shot of Whiskey auf "Wild and Wooly: The Northwest Rock Collection" (Sub Pop)
  • 2001 Whirlwind auf "Girls Kick Ass" (Vitaminepillen)
  • 2005 Absynthe auf "Whatever: The 90's Pop & Culture Box" (Rhino/WEA)
  • 2006 Another Shot of Whiskey auf "Sleepless in Seattle: The Birth of Grunge" (LiveWire Recordings)

Referenzkasten

Referenzbands

Coverversionen

The Gits werden gecovert von...

  • Retching RedSpear and Magic Helmet (auf "Get Your Red Wings")

Videoclips

Videos

  • 2008 The Gits (DVD-Dokumentation, JAB Productions)

Weblinks