The Doors

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The Doors
Herkunft: Los Angeles, Kalifornien, USA
Aktiver Zeitraum: 1965-1973
Genres: Psychedelic Rock
Labels: Elektra Records
Homepage: TheDoors.com
Line-Up:
Jim Morrison (Gesang)
Robby Krieger (Gitarre)
John Densmore (Schlagzeug)
Ray Manzarek (Keyboard-Bass/Hammond-Orgel)

Das Los Angeles-Quartett The Doors war eine der prägenden Formationen der von Psychedelic-Rausch, Hippie-Träumen und Drogen-Alpträumen bestimmten US-Rockszene der Sechziger Jahre. Mit ihrem Frontmann Jim Morrison hatte die Band zudem einen der prototypischen Rock-Frontmänner in ihren Reihen, dessen exzessiver Lebensstil und früher Tod beträchtlichen Anteil an dem Mythos der bis heute kultisch verehrten Gruppe hatte.

Bandgeschichte

Die Morrison-Jahre (19651971)

Die Wurzeln von The Doors gehen auf die Bekanntschaft von Sänger Jim Morrison und Organist Ray Manzarek in Los Angeles zurück. Diese waren 1965 beide an der UCLA eingeschrieben und hatten sich in Venice Beach kennen gelernt. Morrison hatte bereits einige Songs geschrieben, die Manzarek so beeindruckten, dass er dem Sänger vorschlug, gemeinsam eine Band zu gründen. Manzarek holte einige Musiker aus seiner alten Band, Rick & The Ravens, hinzu, und Drummer John Densmore machte die Demo-Ausgabe der Doors vollständig. Nachdem diese Besetzung einige Songs für ein Demo eingespielt hatte, trat Gitarrist Robbie Krieger im Herbst 1965 der Gruppe bei, womit die Doors ihr Lineup bis zu Jim Morrisons Tod 1971 beisammen hatten. (Das Problem des fehlenden Bassspielers löste die Band auf die Weise, dass Ray Manzarek live den Keyboard-Bass bediente; bei Studioaufnahmen arbeiteten die Doors gleichwohl mit "echten" Bassisten zusammen.)

Ab Anfang 1966 erspielten sich die Doors dann zunehmend einen Status als intensive Liveband. (Anfangs war Jim Morrison allerdings noch so gehemmt, vor Publikum zu singen, dass er den Zuschauern den Rücken zukehrte.) Einen wichtigen Impuls erhielt der Karriereverlauf der Gruppe, als die Doors mit dem irischen Psychedelic-Folk-Rocker Van Morrison in Los Angeles spielten, da dieser seinen amerikanischen Namensvetter stark in seinem Bühnenauftreten beeinflusste. Im Sommer des Jahres kam es schließlich zu einem Plattenvertrag mit Elektra Records, und Ende 1966 nahmen die Doors unter Anleitung ihres langjährigen Produzenten Paul Rothchild ihr selbstbetiteltes Debütalbum auf. Dieses erschien Anfang 1967 und wurde mit Tracks wie Break On Through zu einem großen Erfolg, und die Single Light My Fire wurde sofort zum Nummer-Eins-Hit, der sich über eine Million Mal verkaufte. Der Schatten der Kontroverse, der die Band bis zum Schluss begleiten sollte, lag jedoch von Anfang an über den Doors und machte sich mit diversen skandalumwitterten Fernsehauftritten sowie dem Ödipus-Epos The End (mit der Zeile "Father? – Yes son? – I want to kill you... Mother? I want to fuck you...") bemerkbar.

Das zweite Doors-Album mit dem Titel "Strange Days" erschien noch 1967 und hatte mit People Are Strange und Love Me Two Times weitere Hits im Gepäck, wenn es auch den kolossalen Erfolg des Erstlings nicht ganz wiederholen konnte. Es folgten weitere Konzerte und eine erste Europatournee, während der sich erstmals Jim Morrisons zunehmender Alkohol- und Drogenkonsum in unterbrochenen Auftritten bemerkbar machte. Ende 1967 kam es zum berüchtigten Zwischenfall von New Haven in Connecticut, wo Morrison hinter der Bühne von einem Polizisten wegen vermeintlicher Obszönitäten verbal attackiert wurde, wonach es zu einem Handgemenge mit Reizgaseinsatz kam. Bei dem anschließend stattfindenden Doors-Konzert beschwerte sich Morrison über die Polizei von New Haven und wurde schließlich von der Bühne weg verhaftet, worauf das erboste Publikum den Aufstand probte und es schließlich zu regelrechten Straßenschlachten kam. Morrison wurde wegen unzüchtigen Verhaltens und Obszönitäten verhaftet.

Die dritte Doors-Platte, "Waiting for the Sun" von 1968, sollte den experimentellen, theatralischen Weg der Band mit der eine ganze LP-Seite einnehmenden Suite Celebration of the Lizard eigentlich noch weiterführen. Letztlich wurde aber nur ein Teil des Opus verwendet, und stattdessen wurden zwei 1965er Demosongs reaktiviert, von denen Hello, I Love You kurioserweise der zweite Nummer-Eins-Hit der Gruppe werden sollte. Die Tour zur Platte sollte einen weiteren Skandal im New Haven-Stil beinhalten, als Jim Morrison bei einer Show in Miami total betrunken auf die Bühne kam und das Publikum mit Beleidigungen überschüttete. Der Vorfall zog eine erneute Verurteilung des Sängers wegen Obszönität nach sich, und die restlichen Tourdaten mussten gestrichen werden.

Anstelle von Liveauftritten nahmen die Doors eine Auszeit auf Jamaica, und Morrison sprach Teile seiner Gedichte auf Band, die später ihren Weg auf das posthum veröffentlichte Album "An American Prayer" finden sollten. Die nachfolgenden Sessions zur nächsten Doors-LP "The Soft Parade" (1969), standen jedoch unter keinem guten Stern, da Morrison aufgrund seines Drogenkonsums immer unberechenbarer wurde, und zu allem Überfluss nahmen Kritiker und Fans den Schwenk hin zu mehr Pop-orientierten Stücken und Bläserarrangements übel. Diesen Umständen trug die Band 1970 beim Nachfolger "Morrison Hotel" Rechnung, der sich wieder mehr am klassischen Doors-Sound orientierte und mit Roadhouse Blues sowie dem Anti-Vietnam-Song Peace Frog zwei der beliebtesten Stücke des Bandrepertoires beinhaltete. Kurz danach erschien die erste Live-LP der Doors unter dem Titel "Absolutely Live", auf der sich der "Lizard King" jedoch deutlich ruhiger und ernsthafter zeigte als bei den bisherigen Auftritten.

Ende 1970 nahm Jim Morrison eine weitere Session seiner Gedichte auf, und am 8. Dezember hatten die Doors ihren letzten Liveauftritt, währenddessen Morrison einen Wutanfall bekam, das Mikrofon demolierte und von der Bühne verschwand. Danach wurde beschlossen, mit der Band nicht mehr live aufzutreten, und während Morrison seine Abreise mit seiner Freundin Pamela Courson nach Paris plante, um Abstand von der amerikanischen Musikzene zu gewinnen, liefen die Aufnahmesessions für die Platte an, die das letzte Doors-Album in der klassischen Besetzung werden sollte. "L.A. Woman" erschien im April 1971, und auf ihm bewegte sich die Gruppe noch mehr in Richtung Blues. Insbesondere der Titeltrack sowie das langsame und träumerische Riders On the Storm wurden zu gerne gecoverten Klassikern.

Drei Monate später jedoch erreichte Manzarek, Densmore und Krieger jedoch die Nachricht, dass Jim Morrison am 3. Juli 1971 gestorben war, vermutlich an Herzversagen. Der Doors-Sänger wurde auf dem Pariser Friedhof Père Lachaise begraben, und das Schicksal seiner Band schien nach dieser Tragödie mehr als ungewiss.

Nach Jim Morrison (1971–heute)

Dem Verlust ihres Sängers und unbestreitbaren charismatischen Mittelpunktes zum Trotz machten die verbliebenen Doors-Mitglieder dennoch weiter, indem sie sich auf die Suche nach einem neuen Vokalisten machten und sich einstweilen den Gesangspart teilten. Auf diese Weise kamen noch zwei weitere Doors-Alben zustande ("Other Voices" von 1971 sowie "Full Circle" von 1972), bis Manzarek, Densmore und Krieger schließlich doch das Handtuch warfen und 1973 The Doors offiziell für aufgelöst erklärt wurden.

Dass damit das Kapitel einer der wichtigsten Rockbands der 60er jedoch noch nicht abgeschlossen sein sollte, wurde erstmals 1978 deutlich, als die Gedicht-Rezitationen Jim Morrisons wiederentdeckt wurden und sich die Instrumentalsektion der Doors im Studio zusammenfand, um die Stimme ihres verstorbenen Sängers mit Musik zu unterlegen. Das Ergebnis nannte sich "An American Prayer" (benannt nach einem Gedichtband Morrisons) und wurde ein überraschender Erfolg, der das Interesse an der Band wieder aufleben ließ. Der kontroverse Doors-Hit The End kam dann 1979 wieder zu neuen Ehren, als Francis Ford Coppola ihn für die Eröffnungssequenz seines Vietnam-Epos "Apocalypse Now" verwendete. 1983 erschien schließlich mit "Alive, She Cried" das zweite Livealbum der Doors.

Eine regelrechte Doors-Wiederauferstehung sollte jedoch erst mit dem 1991 von Oliver Stone gedrehten Film "The Doors" eingeläutet werden. Darin spielte Val Kilmer Jim Morrison, und Ray Manzarek sowie John Densmore traten in Nebenrollen auf. Dessen ungeachtet kritisierten die verbliebenen Doors-Mitglieder den Streifen als völlig überzogen und insbesondere die Darstellung Morrisons als fern der Realität. Dennoch war mit dem Film eine neue Generation von Fans auf die Gruppe aufmerksam geworden, und auch viele Bands und Künstler der Neunziger – insbesondere aus Grunge und Alternative Rock – beriefen sich auf die Doors als Vorbilder.

Den Anfang der diversen Live-Reunions von The Doors mit wechselnden Vokalisten machte dann die Einführung der Band in die Rock and Roll Hall of Fame 1993, bei der Pearl Jam-Sänger Eddie Vedder den Platz hinterm Mikro einnahm. Zu den weiteren Gast- bis festangestellten Sängern gehörten u.a. Ian Astbury (The Cult), Scott Weiland (Stone Temple Pilots), Scott Stapp (Creed) und Travis Meeks (Days of the New), die alle stark von Jim Morrison beeinflusst worden waren. Das vorerst letzte Kapitel in der Post-Morrison-Geschichte der Doors nennt sich "The Doors of the 21st Century", eine Kollaboration von Ray Manzarek und Robbie Krieger, deren Name allerdings immer noch Gegenstand eines Rechtsstreits mit Drummer John Densmore und den Angehörigen von Jim Morrison ist. Als Ersatz für Densmore war eine Zeitlang The Police-Drummer Stewart Copeland geplant; mittlerweile spielen Manzarek und Krieger mit dem Ex-Fuel-Frontmann Brett Scallions sowie verschiedenen Gastmusikern unter dem Namen "Riders On the Storm" zusammen.


Diskographie

Singles/EPs

  • 1967 Break On Through
  • 1967 Light My Fire
  • 1967 People Are Strange
  • 1967 Love Me Two Times
  • 1968 The Unknown Soldier
  • 1968 Hello, I Love You
  • 1968 Touch Me
  • 1969 Wishful Sinful
  • 1969 Tell All The People
  • 1969 Runnin' Blue
  • 1970 You Make Me Real
  • 1971 Love Her Madly
  • 1971 Riders On The Storm
  • 1973 The Mosquito
  • 1990 Riders On The Storm

Sonstiges

Charts

Jahr Titel Charts
D US UK A CH S F NOR FIN AUS NZ
1967 The Doors - 2 - - - - - - - - -
1967 Strange Days - 3 - - - - - - - - -
1968 Waiting For The Sun 20
1
16 - - - - - - - -
1969 The Soft Parade 33 6 - - - - - - - - -
1970 Morrison Hotel - 4 12 - - - - 13 - - -
1970 13 - 27 - - - - - - - - -
1970 Absolutely Live - 8 - - - - - - - - -
1971 L.A. Woman 32 9 28 - - - - 15 - - -
1983 Alive, She Cried - 23 - - - - - - - - -
1991 The Doors (Soundtrack) 6 8 11 4 3 - - 4 - - -
1991 The Best Of The Doors 57 32 17 - 4 - - - 9 - -
1991 In Concert - 50 24 6 23 - - - - - -
1997 The Doors Box Set - 65 - - - - - - - - -
2000 Best Of The Doors 50 - 9 19 17 11 - 3 - - 43
2001 Bright Midnight: Live In America - - - - 79 - 115 - - - -
2001 The Very Best Of The Doors - 92 15 - - - - - - 50 -
2003 Legacy: The Absolute Best - 63 - - - - - - - - -
2007 The Very Best Of The Doors - - - 17 36 49 - - 23 36 16
Singles
1967 Break On Through - 126 - - - - - - - - -
1967 Light My Fire -
1
7 - - - - - - - -
1967 People Are Strange - 12 - - - - - - - - -
1967 Love Me Two Times - 25 - - - - - - - - -
1968 The Unknown Soldier - 39 - - - - - - - - -
1968 Hello, I Love You 33
1
15 - 10 - - - - - -
1968 Touch Me 39 3 - - 10 - - - - - -
1969 Wishful Sinful - 44 - - - - - - - - -
1969 Tell All The People - 57 - - - - - - - - -
1969 Runnin' Blue - 64 - - - - - - - - -
1970 You Make Me Real - 50 - - - - - - - - -
1971 Love Her Madly - 11 - - - - - - - - -
1971 Riders On The Storm 28 14 22 - - - - - - - -
1973 The Mosquito 25 - - 15 - - - - - - -

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts
NME
1978 An American Prayer 16
1983 Alive, She Cried
20

All-Time-Charts

The Doors
Strange Days
Morrison Hotel
L.A. Woman

Kompilationsbeiträge

Referenzkasten

  • Der Name entstand in Anlehnung an Aldous Huxleys Essay "The Doors of Perception" ("Die Pforten der Wahrnehmung") und an die Zeilen des Dichters William Blake aus dem Epos "The Marriage of Heaven and Hell" If the doors of perception were cleansed every thing would appear to man as it is: infinite. Von Morrisson selber stammt die Zeile There are things that are known, and there are things that are unknown, and in between, there are the doors in Anlehnung an einen bekannten Spruch aus der Geschichte der Weltraumerforschung: There are things that are known and things that are unknown; in between is exploration. -Anonymous

Referenzbands

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Film

Weblinks