The Blackouts

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The Blackouts
The Blackouts 1983v.l. Roland Barker, Erich Werner, Bill Rieflin, Paul Barker
The Blackouts 1983
v.l. Roland Barker, Erich Werner, Bill Rieflin, Paul Barker
Herkunft: Seattle, Washington, USA
Aktiver Zeitraum: 19791985
Genres: Post-Punk, No Wave, Proto-Grunge
Labels: Modern Records, Engram Records, Situation Two, Wax Trax, K Records
Homepage: The Blackouts bei K Records
Line-Up:
Erich Werner: Gitarre, Gesang
Bill Rieflin: Schlagzeug
Roland Barker: Synthesizer (1979-1981), Saxophon (1981-1985)
Paul Barker: Bass (1981-1985)
Ehemalige Mitglieder:
Mike Davidson: Bass (1979-1981)
Steve Wymore: Bass (1981)

The Blackouts waren eine wegweisende Post-Punk- und Proto-Grunge-Band aus Seattle, die aus der Asche der Vorgängerband The Telepaths hervorging. Sie wurden 1979 gegründet und lösten sich 1985 auf.

Bandgeschichte

Eine der oft als einflussreich für den späteren "Seattle-Sound" bezeichneten Bands der Stadt im US-Bundesstaat Washington waren die Blackouts. Nachdem sich die Punk-Pioniere der Vorgängerband The Telepaths 1978 aufgelöst hatten, starteten deren Sänger und Gitarrist Erich Werner, Bassist Mike Davidson und Drummer Bill Rieflin – alle immer noch keine zwanzig Jahre alt – zusammen mit dem Keyboarder/Saxophonisten Roland Barker im Jahr 1979 einen neuen Anlauf. Von den Telepaths übernahm man die expressive, düstere Performance, ging kompositorisch unter dem Einfluss von Pionieren wie Gang of Four aber deutlich konzentrierer zu Werke. Vor allem das Hinzufügen elektronischer Klänge positionierte die Blackouts deutlich mehr im Post-Punk-Kontext, gleichwohl blieb es die Mission der Band, die damals noch von blutleeren Bar-Bands dominierte Musikszene von Seattle aufzurütteln. Textlich ging es Sänger und Gitarrist Erich Werner um die Monotonie und Zukunftslosigkeit der aufkommenden Reagan-Ära, und so wurden von Umweltzerstörung über die Raffgier der Yuppies bis hin zur Unterdrückung jugendlicher Ideale durch die älteren Generationen die klassischen Themen jener Zeit besungen. Eine erste 7"-Single namens "Music: 528 Seconds" erschien 1979 bei Modern Records, im Jahr darauf gefolgt von der durch den vormaligen Telepaths-Mitstreiter Homer Spence produzierten "Men in Motion"-EP bei Engram Records, zu deren früher Szenekompilation "Seattle Syndrome Vol. 1" die Blackouts 1981 auch den Track Young Man beisteuerten. Im Mai 1981 verließ Mike Davidson die Band, um nach einem kurzen Intermezzo mit Steve Wymore (Pink Section) schließlich von Roland Barkers Bruder Paul Barker am Bass abgelöst zu werden. In diesem bis zur Auflösung der Band bestehenden Lineup konnten die Blackouts auch erstmals eine Platte außerhalb von Seattle veröffentlichen, als das britische Label Situation Two noch 1981 die Single "Exchange of Goods" herausbrachte. Der Sound der Blackouts hatte zudem eine dramatische Veränderung erfahren, als Roland Barkers Synthesizer gestohlen worden war und er von einem Tag auf den anderen zum Saxophonspiel wechselte. (Diverse Rezensenten bezeichneten dies als den Moment, in dem der wahre Sound der Blackouts zum Vorschein kam.)

Im August 1982 spielten die Blackouts ihre letzte Show in Seattle – zusammen mit den U-Men, die danach auch den Platz der Blackouts als wegweisende Band der Stadt einnehmen sollten – und zogen danach komplett nach Boston, da sie sich hier bessere Auftrittsmöglichkeiten erhofften. Dies stellte sich zwar als Trugschluss heraus, doch traf die Band hier zumindest auf den Musiker Al Jourgensen, der mit seinem Projekt Ministry damals noch in Synthie-Pop-Gefilden unterwegs war. Jourgensen stellte den Kontakt zum Ministry-Label Wax Trax her und produzierte auch die dort 1983 erschienene EP "Lost Soul's Club". Zu dem Song Idiot drehte die Band auch ein Video, in dem die Musiker nur mit Lendenschurz bekleidet und mit Asche beschmiert bizarre Tänze aufführten. Die Blackouts verließen Boston im Jahr 1984 und zogen nach San Francisco, wo die bandinterne Stimmung zunächst scheinbar wieder besser wurde. Interne Konflikte jedoch sorgten dafür, dass die Band im Juni 1985 schließlich auseinanderbrach. Bill Rieflin und die Barker-Brüder folgten dem Ruf Al Jourgensens, der sie als Mitstreiter für Ministry gewann, während Erich Werner 1992 den San Francisco-Undergroundheroen Toiling Midgets beitrat, deren Mitglied er bis zu deren Auflösung 1997 blieb.

Als Huldigung an die frühen Seattle-Post-Punk-Pioniere brachten K Records im Jahr 2004 die Blackouts-Anthologie "History in Reverse" heraus, die in titelbezeichnend zeitlich rückwärtiger Reihenfolge alle Veröffentlichungen der Band auf einer CD versammelte und eine ausführliche Bandgeschichte – aufgeschrieben von Szeneimpresario und The Meyce-Schlagzeuger Lee Lumsden – beinhaltete.

Diskographie

Singles/EPs
Sonstige

Kompilationsbeiträge

Referenzbands

Videoclips

Weblinks