Surf

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Abgrenzung
Ursprünge: (Instrumentaler) Rock'n'Roll
Herkunft: Kalifornien
Zeitraum: späte 1950er, Hochphase 19611965
Anders als: Beat, Garage Rock

Surfmusik ist ein spezifisch kalifornisches Subgenre des Rock'n'Roll, das insbesondere in der ersten Hälfte der 1960er Jahre populär war. Inhaltlich geht es, wie der Name schon sagt, um das Wellenreiten, den Strand und harmlose Liebeleien.

Einführung und Geschichte

Einer der Zweige des in den mittleren 1950er Jahren populär gewordenen Rock'n'Roll war der sogenannte Instrumental-Rock von Bands wie Johnny and the Hurricanes oder The Ventures gewesen, bei dem die Hauptmelodie eben nicht gesungen, sondern von einem Instrument gespielt wurde (meist von einer elektrischen Gitarre oder dem Saxophon). Bis etwa 1960 hatten sich dann erste Meistergitarristen wie Dick Dale oder Link Wray etabliert, welche die spezifische Spieltechnik des schnellen Pickings sowie den häufigen Gebrauch von "spring reverb" und Tremolo rasch perfektionierten. Damit war die technische Grundlage des so genannten Surf-Sounds gelegt, und die Pioniere der gesangsbetonten Surf-Songs kamen im Jahr 1961 mit ihrer ersten Single namens "Surfin'" daher: Es waren die Beach Boys aus Kalifornien, die mit weiteren Hits der Marke "Surfin' USA" dem Strand-Sonne-Wellenreiten-Genre zum landesweiten Durchbruch verhalfen. Ab da purzelten die Hits sowohl im Instrumental- als auch im Vocal-Surf wie am Fließband: Dick Dales Misirlou (1994 im Zuge des Pulp Fiction-Erfolgs wieder zu neuer Coolness gekommen), The Surfaris mit Wipe Out, The Chantays mit Pipeline, The Trashmen mit Surfin Bird sowie der neben den Beach Boys wohl erfolgreichste Surf-Act, das Duo Jan & Dean mit ihrem 1963er Nummer-Eins-Hit Surf City.

Die Ursache des Erfolgs der Surf-Musik lag ähnlich wie beim zeitgleich populären Garage Rock, da es sich hier um spezifisch US-amerikanische Ausformungen des Original-Rock'n'Roll handelte, die in ihrer (textlichen und/oder musikalischen) Einfachheit und ihrem Lebensgefühl die nächste Jugendgeneration ansprachen, die Elvis und Konsorten schon nicht mehr während deren Blütezeit erlebt hatten. Allerdings brachte die "British Invasion" sowie das Aufkommen experimentierfreudiger Rock-Genres wie Folkrock und Psychedelic Rock ab 1964 nicht nur dem Garagenrock, sondern auch dem Surf-Rock den Niedergang, da sich hier erneut ein Generationenwechsel anbahnte und die Originalformate zudem Opfer ihrer begrenzten Variationsfähigkeit geworden waren. (Ein Surf-Subgenre war noch mit dem so genannten "Hot Rod Rock" entstanden, der sich allerdings lediglich von der Thematik vom Surfen auf schnelle Autos verlagert hatte und statt Meeresrauschen kreischende Reifen als Klanggimmick beinhaltete. Die Beach Boys und Jan & Dean waren auch hierbei die Vorreiter mit Songs wie Little Deuce Coupe von 1963.) Zuvor allerdings hatte der Traum vom kalifornischen Strand auch außerhalb der USA Anhänger gefunden, und von Australien (The Atlantics) über Großbritannien (The Dakotas) und Japan (The Carnabeats) bis hinter den Eisernen Vorhang in die DDR (Sputniks) entstanden in den Sechzigerjahren weitere Surf-Formationen.

Neue Popularität erlangte der Surf-Rock erst wieder in den 1990er Jahren mit besagtem Tarantino-Kultfilm Pulp Fiction, in dessen Soundtrack neben Dick Dale noch weitere Surf-Klassiker von u.a. The Centurions auftauchten und der Alternative-Generation einen Eindruck von Frühsechziger-Hedonismus vermittelten. Dale und Link Wray gingen wieder bzw. weiterhin auf Tour, und mit Man or Astro-Man? oder Los Straitjackets formierten sich Retro-Bands, die in Style und Sound den Klassikern nacheiferten. Die Schrammelrock-Heroen von Weezer setzten zudem auf ihrem Debütalbum dem Surf-Sound mit dem Titel Surf Wax America ein kleines Denkmal.

Heutige Surfbands sind unter anderem The Staggers, Bambi Molesters oder die notorischen Unruhestifter Wavves. Die All-Female-Band La Luz aus Seattle hat sich auf textlich düsterromantische Themen im melancholischen bis treibenden Surf-Sound spezialisiert und dabei das Subgenre des "surf noir" für sich in Anspruch genommen.

Wichtige Akteure, Alben und Songs

Wichtige Bands:

Wichtige Alben:

Wichtige Songs

Vorläufer