Subskriptionsmodelle

Aus indiepedia.de
(Weitergeleitet von Subskriptionsmodell)
Wechseln zu: Navigation, Suche

In den letzten Jahren ist bei Indie-Bands vermehrt eine neuartige Form der Musikfinanzierung zu beobachten, die als „Subkriptionsmodell“ bezeichnet wird.[1] Pionier dieses Modells dürfte die Berliner Band Einstürzende Neubauten sein, die seit 2002 ihre Alben über das sogenannte „Supporter Project“ finanziert: Fans der Band haben die Möglichkeit, im Vorfeld einer Albenproduktion einen gewissen Betrag (derzeit 35 €) zu zahlen, welcher die CD-Produktion finanziert. Neben einer exklusiven CD erhalten die „Supporter“ als Gegenleistung die Möglichkeit, online Proben der Band per Webcam verfolgen und im Chat sich dazu äußern. Durch dieses Modell veränderte sich die Produktionsweise der Band drastisch: Zum Einen, so erklärt Gitarrist Alexander Hacke im Interview mit Patrick Dax, könne die Band aufgrund der besseren finanziellen Situation nun viel kontinuierlicher arbeiten, zum Anderen sei die Motivation durch das den Fans gegebene Versprechen auch größer, sodass die Band viel produktiver arbeite.[2] Und tatsächlich erschienen in der Zeit des Supporter Projects weitaus mehr Alben pro Jahr als je zuvor.

Auf die Frage nach der Einflussname der Supporters antwortet Alexander Hacke:

„Sie helfen uns in dem Sinne, dass sie teilweise Stücke retten, die wir wegschmeißen würden, weil wir nicht wissen, wie wir weiterarbeiten sollen. Insofern kommen von denen durchaus Anregungen. Es ist hochinteressant für einen Künstler, mit dem Endkonsumenten kommunizieren zu können und nicht nur auf Spekulationen angewiesen zu sein, die man mit dem Vertreter einer Plattenfirma anstellt.“[2]

Inzwischen hat die durchaus erfolgreiche Herangehensweise der Einstürzenden Neubauten auch andere Künstler dazu motiviert, ihre Alben ohne Label mithilfe der Fans zu finanzieren. So verkaufte die Kölner Band Angelika Express bis zum 14. Oktober 2008 insgesamt 500 Aktien zu je 50 Euro, die Produktion, Vertrieb und Verwaltungskosten des bereits fertig aufgenommen und im Januar 2009 erscheinenden Albums „Goldener Trash“ finanzieren sollen.[3] Der Break-Even-Point liegt bei etwa 3000 verkauften CDs und 1000 verkauften Downloads. Die Ausschüttungen sollen sieben Jahre lang jährlich an die Aktionäre ausbezahlt werden. Im Gegensatz zu dem Supporter Project der Einstürzenden Neubauten haben die Aktionäre des Angelika-Express-Albums allerdings keinen Einblick und Einfluss in die künstlerischen Abläufe der Musikproduktion.

Auch die britische Band Current 93 bedient sich seit 2006 eines Subskriptionsmodells. So zahlten die „Subsriber“ im Vorfeld der Veröffentlichung des Albums „Black Ships Ate the Sky“ einen gewissen Betrag und erhielten dafür eine limitierte Albumversion inklusive Bonus-CD. Außerdem wurde den Unterstützern im Booklet namentlich gedankt.[4] Auch für das 2009er Album „Anok Pe: Aleph at Hallucinatory Mountain“ wurden erneut Subscriber gesucht, die die CD-Produktion durch einen Betrag von £ 58,75 unterstützen wollen. Als Gegenleistung erwartet die Subscriber eine signierte CD sowie eine Bonus-CD, eine limitierte Emailleplakette sowie der Abdruck eines Photos des Spenders im Booklet des im Frühling 2009 erscheinenden Albums.[5]

Quellen

  1. Die Verwendung der Bezeichnung geht vermutlich auf die Pioniere diese Modells, die Band Einstürzende Neubauten, zurück, die den Begriff unter anderem in ihren Pressemeldungen verwenden (vgl. Pressemeldung vom 26. März 2006)
  2. 2,0 2,1 Wir sind stolz auf unsere Fans, Interview von Patrick Dax mit Alexander Hacke von den Einstürzenden Neubauten, veröffentlicht am 13. November 2007 bei futurezone.orf.at Referenzfehler: Ungültiges <ref>-Tag. Der Name „multiple“ wurde mehrere Male mit einem unterschiedlichen Inhalt definiert.
  3. Drakogiannakis, Robert: Die Angelika Express “Aktie”
  4. Aus den Booklet zu der CD „Black Ships Ate the Sky“ von Current 93, veröffentlicht von Durtro Jnana 2006, vertrieben von Revolver USA Distribution
  5. Anok Pe: Aleph at Hallucinatory Mountain SUBSCRIBERS' EDITION