Stereolab

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Stereolab
Stereolab
Stereolab
Herkunft: London, England
Aktiver Zeitraum: seit 1990
Genres: Postrock, Indierock, Indiepop, Easy Listening
Labels: Too Pure, Duophonic, 4AD, Drag City
Homepage: Offizielle Seite
Line-Up:
Tim Gane: Gitarre, Keyboards
Lætitia Sadier: Gesang, Gitarre, Posaune, Keyboards (manchmal als Seaya Sadier)
Simon Johns: Bass (seit 1999)
Joseph Watson
Julian Gasc
Ehemalige Mitglieder:
Gina Morris: Gesang
Martin Kean: Bass
Joe Dilworth: Schlagzeug (1991-1993)
Mary Hansen: Gesang, Gitarre, Keyboards, Percussion (1992 - 2002)
Andy Ramsay: Schlagzeug (1992)
Sean O'Hagan: Multiinstrumentalist (1993)
Duncan Brown: Bass (1993)
Katherine Gifford: Keyboard (1994)

Stereolab sind eine britische Indiepop-Postrock-Band, die 1991 in London gegründet wurde. Das kreative Kernduo der Gruppe mit ansonsten recht wechselhaftem Lineup sind Gitarrist Tim Gane und die französischstämmige Sängerin und Multiinstrumentalistin Lætitia Sadier. Seit 2009 hat die Band eine Pause eingelegt.

Bandgeschichte

Das britisch-französische Joint Venture Stereolab hat seine Wurzeln in der Bekanntschaft von Tim Gane und Lætitia Sadier, die sich 1985 bei einem Konzert von Ganes Band McCarthy in Paris kennen- und liebenlernten. Nachdem McCarthy sich 1990 auflösten, gründeten Gane und Sadier zusammen Stereolab und gleich dazu das eigene Label Duophonic, auf dem neben der Stereolab-Debüt-EP "Super 45" auch noch Bands wie Labradford, Tortoise und Broadcast veröffentlichen sollten. Die ersten Releases der Band waren noch stark rock- und gitarrenlastig, wenn sich mit der Sängerin und Multiinstrumentalistin Mary Hansen, Gitarrist Sean O' Hagan (von Microdisney, später bei The High Llamas) und Bassist Duncan Brown auch das "klassische" Lineup von Stereolab formiert hatte. Das Debütalbum "Peng" erschien 1992 bei Too Pure und deutete mit seinem Stilmix von Lounge-Sounds über Pop-Melodien und Krautrock-Referenzen bereits die spätere Vorreiterstellung von Stereolab im Post-Rock-Kosmos an. Mit der EP "Space Age Batchelor Pad Music" von 1993 wurde dann der Easy Listening-Anteil deutlich erhöht und Retro-Farfisa-Orgeln sowie der Moog-Synthesizer zum Markenzeichen der Band, ebenso wie der teils englische, teils französische Gesang der Vokalistinnen Sadier und Hansen. Die Majorlabels wurden auf die Band aufmerksam, und das noch im selben Jahr nachfolgende Album "Transient Random-Noise Bursts with Announcements" erschien bereits bei Elektra, erhielt sehr positive Kritiken und ebensolche Verkaufszahlen. Eine Kollaboration mit den Industrial-Veteranen Nurse With Wound folgte in Form der "Crumb Duck"-EP, später gefolgt von einer weiteren gemeinsamen Platte.

In den weiteren Jahren konnten Stereolab ihren Bekanntheitsgrad mit Alben wie "Mars Audiac Quintet" (1994) oder der erstmals Chartsluft schnuppernden EP "Jenny Ondioline" weiter steigern, da mit Bands wie Tortoise auch das Genre des Post-Rock deutlich an Bekanntheit und Wichtigkeit gewann. 1996 erschien mit "Emperor Tomato Ketchup" ein weiteres Album, das von der Musikpresse als das Beste der Band bezeichnet wurde und häufiges Airplay erzielte; mit John McEntire war auch ein Tortoise-Vertreter als Coproduzent und Gastmusiker mit an Bord. 1996 gründete Lætitia Sadier zusammen mit Rosie Cuckston von Pram das Projekt Monade, dessen erste Single 1997 erschien; seit dem Debüt-Longplayer von 2003 namens "Socialisme Ou Barbarie" (dem Titel enstprechend stark politisiert) sind bis heute zwei weitere Alben des Projekts erschienen. Das nächste Stereolab-Album "Dots and Loops" von 1997 erreichte Platz 111 der US-Billboard-Charts und führte Stereolab weiter in die Tradition von Burt Bacharach und französischer Pop-Chansons à la Francoise Hardy. Danach legten Gane und Sadier eine Babypause ein, nach der im Jahr 1999 das unter anderem wegen seines Mangels an Gitarren erstmals weniger wohlwollend rezensierte "Cobra and Phases Group Play Voltage in the Milky Night" veröffentlicht wurde. "The First of the Microbe Hunters" von 2001, wie der Vorgänger vom Tortoise-Duo John McEntire und Jim O'Rourke produziert, wurde dann wieder positiver aufgenommen.

2002 wurde zu einem tragischen Jahr in der Bandgeschichte von Stereolab: Zwar richtete sich die Band ein eigenes Studio in Nordfrankreich ein und bastelte dort am nächsten Studioalbum, doch zerfiel zuerst die Ehe von Tim Gane und Lætitia Sadier, und am 9. Dezember 2002 wurde Sängerin Mary Hansen bei einem Verkehrsunfall getötet. Die geschockte Band ließ für Monate jegliche Aktivitäten ruhen, da völlig unklar war, ob und wie es mit Stereolab weitergehen sollte. Schließlich entschlossen sich Gane und Sadier, trotz allem weiterzumachen und veröffentlichten 2003 die EP "Instant 0 in the Universe", welche die Band eher in Richtung ihres Frühwerkes gehend zeigte und die allzu leichtgängigen Elemente ebenso wie Avantgarde-Experimente in den Hintergrund schob. 2004 würdigten Stereolab mit der LP "Margerine Eclipse" die verstorbene Mary Hansen und erhielten wieder deutlich positivere Kritiken. Die Platte war allerdings das letzte Album für Elektra, da das Label im selben Jahr geschlossen wurde. Für die nachfolgenden Releases – die 3-CD-Retrospektive "Oscillations from the Sun" von 2005, die Sechsfach-Single-Kollektion "Fab Four Suture" sowie die Best Of "Serene Velocity" aus dem Jahr 2006 – kehrten Stereolab wieder zu ihrem Ur-Label Too Pure zurück und verfolgten dabei weiterhin den kompakteren Sound, den sie nach dem Tod von Hansen eingeschlagen hatten. 2008 kam mit "Chemical Chords" das bis dato letzte Studioalbum der Band heraus, das nun auf 4AD erschien und von ausgiebigem Touren begleitet wurde.

Im April 2009 kündigten Stereolab auf ihrer Webseite an, dass ihre Arbeit "für den Moment erledigt" sei und auf absehbare Zeit kein weiteres neues Material aufgenommen werde. Mit "Not Music" wurde im November 2010 allerdings noch ein Album mit zeitgleich zu "Chemical Chords" aufgenommenen Tracks veröffentlicht sowie mit der Remasterung des Stereolab-Backkataloges begonnen. Lætitia Sadier brachte ebenfalls 2010 ihr erstes Soloalbum mit dem Titel "The Trip" heraus, das auf Drag City erschien; 2012 gefolgt vom Nachfolger "Silencio".

Kollaborationen

  • Sean O'Hagan (The High Llamas) und David Pajo (Tortoise) spielten als Gastmusiker mit.
  • Zusammen mit der Band UI coverten Stereolab auf der EP „Uilab“ 8 Stücke von Brian Enos Album „Another Green World“ (1979).
  • Mary Hansen und Lætitia Sadier sangen bei 3 Songs auf dem Album "Looks at the Birds" des Chicagoer Postrock-Projekts Brokeback.

Diskographie

Alben

Singles/EPs

Compilations

Charts

Jahr Titel Charts
D UK US US Independent A CH S F NOR FIN NZ
1994 Mars Audiac Quintet - 16 - - - - - - - - -
1995 Refried Ectoplasm (Switched On Vol.2) - 30 - - - - - - - - -
1996 Emperor Tomato Ketchup - 27 - - - - - - - - -
1997 Dots and Loops - 19 111 - - - - - 38 - -
1999 Cobra and Phases Group Play Voltage in the Milky Night - - 154 - - - - - - - -
2001 Sound-Dust - - 178 - - - - - - - -
2004 Margerine Eclipse - - 174 - - - - - - - -
2005 Oscillons from the Anti-Sun - - - 39 - - - - - - -
2006 Fab Four Suture - - - 35 - - - - - - -
2008 Chemical Chords - - - 24 - - - - - - -

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
NME Spex Musikexpress Spex
1992 Switched On
-
41
-
-
1995 Music for the Amorphous Body Study Centre
33
-
-
-
1996 Emperor Tomato Ketchup
18
27
-
4
1997 Dots and Loops
26
22
-
13
1999 Cobra & Phases Group Play Voltage in the Milky Sky
42
-
17
8
Singles
1991 Superelectric
38
-
-
-
1994 Ping-Pong
-
23
-
21
1996 Cybele's Reverie
-
22
-
17
1997 Miss Modular
-
-
-
11

All-Time-Charts

Emperor Tomato Ketchup
Mars Audiac Quintet

Kompilationsbeiträge

Referenzkasten

  • Das Album "Emperor Tomato Ketchup" ist benannt nach einem kontrovers diskutierten, surrealistischen Film des japanischen Regisseurs Shuji Terayama (1971).
  • Die viele frühe Album- und EP-Cover schmückende Figur stammt aus dem Schweizer Comic "Der tödliche Finger" (1970) und war damit auch verantwortlich für den Albumtitel "Peng".
  • Das Albumcover von "Space Age Batchelor Pad Music" ist fast 1:1 kopiert von einer alten Stereo-Demonstrations-Schallplatte. Möglicherweise stammt auch der Bandname daher.
  • Der Song The Free Design ist benannt nach der gleichnamigen Easy-Listening-Band.

Referenzbands

Coverversionen

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Remixe

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MP3s

Videoclips

Weblinks