Solger

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Solger
Solger
Solger
Herkunft: Seattle, Washington, USA
Aktiver Zeitraum: 1980
Genres: Punkrock, Hardcore
Labels: Empty Records, Bag of Hammers
Line-Up:
Paul Solger: Gitarre
Kyle Nixon: Gesang
Doug Rockness: Bass
Tor Midtskog: Schlagzeug

Solger waren eine der ersten Hardcore-Gruppen aus Seattle. Sie existierten lediglich für einen Zeitraum von sechs Monaten im Jahr 1980, gelten aber als sehr einflussreich für die weitere Entwicklung der Punk- und Hardcore-Szene Seattles.

Bandgeschichte

Nachdem die erste Punk-Welle Ende der 1970er Jahre auch das abgelegene Seattle erreicht und dort zur Gründung von Gruppen wie The Lewd, The Blackouts und The Refuzors geführt hatte, begann sich in den USA um die Dekadenwende der 1980er ein neuer, härterer und schnellerer Sound namens Hardcore-Punk zu entwickeln. Während an der Ostküste Bands wie die Bad Brains und Minor Threat entstanden, in Kalifornien die Dead Kennedys und die Germs ihr Unwesen trieben sowie aus dem kanadischen Vancouver D.O.A. zur neuen Punk-Invasion auszogen, war es im pazifischen Nordwesten der USA die Band Solger, welche (mit) als erste Hardcore spielte. Ihre Gründung datiert auf den Mai des Jahres 1980, als der Gitarrist Paul Solger auf den Sänger Kyle Nixon traf und diesem vorschlug, gemeinsam eine Punkband zu formieren. Zuvor hatten die Urväter des Hardcore Black Flag in Seattle gastiert und den bis dato eher Led Zeppelin oder Brit-Punk der Marke Sex Pistols, The Damned und The Clash zugeneigten Nixon so tief beeindruckt, dass er sofort in Richtung Hardcore umschwenkte.[1] Als Rhythmusgruppe fanden sich Doug Rockness am Bass sowie der Multiinstrumentalist Tor Midtskog (später u.a. Colour Twigs) ein. Rasch machte die Gruppe durch ihre extrem lauten und wüsten Liveshows Furore in der Punkszene von Seattle – wobei sie auch mit Faustkämpfen mit dem Publikum oder auch anderen, insbesondere "alten" Punkbands wie den Dead Boys nicht zurückschreckten – und setzte Maßstäbe für zukünftige Hardcore-Bands aus der Stadt. Insbesondere die späteren Grunge-Gründerväter Mark Arm und Steve Turner (u.a. Green River und Mudhoney) sowie Stone Gossard (ebenfalls Green River sowie Mother Love Bone, Temple of the Dog und Pearl Jam) zeigten sich tief beeindruckt von der Radikalität der Band.[2] Selbst bis zu New Yorks Indie-Archetypen Sonic Youth sprach sich die Einzigartigkeit des Quartetts herum, so dass SY-Sänger Thurston Moore noch Jahre später händeringend nach der Solger-7" suchte und sie schließlich Mark Arm abbettelte.[1] Ähnlich ruppig ging es allerdings auch innerhalb von Solger zu, und so kam es – typisch für die instabile Bandchemie zahlreicher früher Punkbands aus Seattle – bereits im Oktober 1980 schon wieder zur Auflösung der Band, noch bevor diese ihre erste 7", eine 5-Track-EP mit dem Punk-angemessenen Titel "Raping Dead Nuns", veröffentlichte. Paul Solger trat anschließend The Fartz bei und spielte noch bei weiteren kultbehafteten Bands wie The Fags und Ten Minute Warning, wobei ihn unter anderem eine enge künstlerische und persönliche Freundschaft mit Duff McKagan verband.

Später zeichneten sich die ehemaligen Solger-Mitglieder bedauerlicherweise in erster Linie durch angegriffene Gesundheit aus, da Bassist Doug Rockness 2006 vermutlich an einer Drogenüberdosis verstarb und Paul Solger sowie Kyle Nixon beide schwer erkrankten (Solger an Krebs, Nixon an Multipler Sklerose), daran jedoch zumindest nicht starben. Das Erbe der Band Solger hielten unter anderem Empty Records aufrecht, die im Jahr 2003 mit der Anthologie "Codex 1980" sämtliche jemals aufgenommenen Stücke der Gruppe erstmals auf CD veröffentlichten. 1995 war zuvor bereits ein Re-Release der ersten 7" auf Bag of Hammers erschienen. Dem Punk-Grundsatz der Provokation blieben Solger allerdings auch im neuen Jahrtausend noch verbunden, denn die ebenfalls 2003 veröffentlichte Live-7" "Do Me a Favor" zeigte ausgerechnet ein Bild von Kurt Cobain, der sich eine Pistole in den Mund hielt.[1]

Diskographie

Singles/EPs
Sonstige
  • 2003 Live at Wrex (7" mit den Livetracks Do Me a Favor und Scheme & Fraud, Eigenvertrieb)
  • 2003 Codex 1980 (CD, alle Studio- und Live-Aufnahmen der Band, Empty Records)

Kompilationsbeiträge

Referenzbands

Coverversionen

Solger covern …

  • Scheme & Fraud von The Fags (auf „Live at Wrex“, 2003)

Weblinks

Quellen

  1. 1,0 1,1 1,2 Informationen und Interview mit Kyle Nixon bei blastitude.com
  2. Informationen zur "Codex 1980"-CD bei Empty Records