Smoke Blow

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Smoke Blow
Smoke Blow
Smoke Blow
Herkunft: Kiel, Schleswig-Holstein
Aktiver Zeitraum: seit 1997
Genres: Noiserock, Hardcore, Doom
Labels: Loudsprecher, Nois-O-Lution, Pias, Zillion Dollar Records, Burning Harbour Records, Radio Blast Recordings, Concrete Jungle Records
Homepage: SmokeBlow.de
Line-Up:
Jack Letten: Gesang
MC Straßenköter: Gesang (seit 2001)
Gerrard the J.R.: Gitarre
Kentucky: Gitarre
Greif Hellhammer: Bass
Fabrizio: Schlagzeug

Smoke Blow sind eine Band aus Kiel, die Musik zwischen Hardcore, Doom, Noiserock und Hardrock macht. Seit ihrem Debütalbum "Smoke's A-Blowin' Black as Coal" von 1999 hat die zwei Jahre zuvor unter dem Namen Smoke gegründete Gruppe um Frontmann Jack Letten sieben Alben veröffentlicht. Im November 2011 kündigten die Bandmitglieder an, nach Abschluss der Tour zum siebten Album "The Record" 2012 alle Aufnahme- und Touraktivitäten zu den Akten zu legen. Auflösen wollen sich Smoke Blow aber dennoch nicht.

Bandgeschichte

Von der Coverband zu Smoke (1997–1998)

Den im Hardcore- und Punkbereich wohl wichtigsten Exportartikel von Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt Kiel dürften wohl Smoke Blow darstellen. 1997 fanden sich Frontmann Jack Letten – hauptberuflich Kindergärtner(!) – und Konsorten erstmals zum gemeinsamen Musikmachen zusammen, was sich damals aber noch im Covern von Lynyrd Skynyrd- und ZZ Top-Songs erschöpft. Erst mit der Zeit erkennt man das Potenzial des Ensembles, die Vorlieben aus schmutzigem Punkrock (die alte 77er-Schule der Sex Pistols über die Dwarves bis zu Ober-Asi GG Allin), Hardcore (Black Flag befeuern musikalisch wie ideologisch durch ihre DIY-Einstellung), das Drogenrock-Trio aus Sludge, Doom und Stoner (vor allem die schmerzfreien Melvins sowie die Leidens-Überväter von Saint Vitus, aber auch Sudel-Rocker wie EyeHateGod und das LSD-verseuchte Monster Magnet-Frühwerk) und auch weiterhin klassisch-groovenden Hardrock von AC/DC zu einer eigenen Melange zu vermengen. Neben dem harten Stoff stehen aber auch The Cure mit ihrer düsteren Melodiösität Pate für den Sound der Kieler Band, die ab 1997 unter dem Namen Smoke firmiert und mit den nur auf Tape veröffentlichten "Bloodrock '77" und "Super Pussy USA" auch schon zwei Demos zu verzeichnen haben. Diese erreichen auch die Redaktion des Essener Magazins Rock Hard, welche die Band einlädt, auf einer Feier zu spielen, wodurch der Kontakt zum Label Loudsprecher zustandekommt.

Vom Debütalbum bis zu "German Angst" (1999–2004)

Das sich nun Smoke Blow nennende Quintett nimmt 1999 mit billigen Instrumenten und einem Mischpult, das der Legende nach "einem Hippie im Stadtpark" entliehen wurde, das offizielle Debütalbum "Smoke's A-Blowin' Black as Coal" auf, was einen dementsprechend rohen Sound hat. Stilistisch vermengen Smoke Blow rohe Hardcore- und Sludgeparts mit psychedelischen Sounds aus dem damals in voller Blüte stehenden Stonerrock-Universum von Nebula und Co, was live unter dem bezeichnenden Titel "The Good, the Bad and the Ugly Tour" noch eine ganze Ecke drastischer auf die Bühne gebracht wird. Insbesondere Jack Letten profiliert sich als echte Bühnensau, die mit Verbalinjurien und Körpersekreten nicht geizt. Nach einer limitierten 10" sowie einer Splitsingle mit den Mit-Kielern Bonehouse nimmt das bereits 2000 folgende zweite Album "777 Bloodrock" die Live-Erfahrungen insofern auf, dass es noch deutlich schneller als der Erstling ist und die spacigen Parts dafür in den Hintergrund rücken. Eine 7"-Single mit dem Titel "The Story of Uncle Goddamn" erscheint im selben Jahr mit zwei unveröffentlichten Tracks aus den "Bloodrock"-Sessions. Im Jahr 2001 dürfen Smoke Blow dann nicht nur ihr drittes Album mit dem irritierenden Titel "Punkadelic – The Godfather of Soul" veröffentlichen, sondern auch als Vorband der verehrten Melvins deutsche Bühnen beackern. Zu dieser Zeit stößt auch der sechste Mann namens MC Straßenköter zur Band, die er zunächst lediglich am Merchandise-Tisch begleitet und dann in seiner Eigenschaft als zweiter Shouter volles Bandmitglied wird. Außerdem wechselt die Gruppe auch noch das Label und veröffentlicht fortan beim Berliner Noise-Spezialisten Nois-O-Lution. Dort erscheint im Jahr 2003 mit "German Angst" das vierte Smoke Blow-Album, dessen Cover ein Tanker ziert und das von der Musikpresse als Meisterwerk (u.a. Schönheit der Ausgabe im Visions) gefeiert wird. Erstmals sind beide "Sänger" auch auf Platte zu hören, was das Ausdrucksspektrum der Band erweitert, während gleichzeitig der Härtegrad nochmals gesteigert wird.

Neuorientierung mit "Dark Angel" und "Colossus" (2005–2009)

Nach diesem vorläufigen Höhepunkt der Bandhistorie entscheiden sich Smoke Blow bei dem Entstehen ihrer fünften Studio-LP für einen stilistischen Kurswechsel. "Dark Angel" setzt zwar die Tradition der plakativen Titel fort, reduziert die ultrabrutalen Parts jedoch merklich und setzt mehr auf Melodiöses mit deutlichen Horrorpunk- und sogar Ska-Einflüssen von Misfits bis Mighty Mighty Bosstones. Als Gastsänger auf der 2005 letztmalig bei Nois-O-Lution erschienenen Platte wirkt Chef-Arzt Bela B. mit; danach wechseln Smoke Blow erneut die Plattenfirma, diesmal in Richtung Pias. Album Nummer sechs namens "Colossus" kommt im Jahr 2008 heraus, wird von bluNoise-Papst Guido Lucas produziert und setzt die eingängige Punk-Schiene mit verstärktem Ramones- und Buzzcocks-Einfluss weiter fort, dazu kommen mit Zombie auf'm Klapprad und Am Strand erstmals in der Smoke Blow-Geschichte deutschsprachige Titel. Die Rezeption der beiden Alben ist gespalten, da Alt-Fans den rohen Sound der Frühphase vermissen, während andere die neue Straffheit der Songs von "Dark Angel" und "Colossus" begrüßen. 2009 erscheint außerdem noch die limitierte Split-7" "Demolition Room" mit Tackleberry.

Rückkehr zum klassischen Sound mit "The Record" und angekündigtes Ende (2010–2012)

Mit dem monolithisch betitelten "The Record" von 2010 gehen Smoke Blow dann allerdings wieder in die Vollen, denn das von Tom Schnell (Jingo de Lunch) produzierte und von Alex Newport (Fudge Tunnel, At the Drive-In) gemischte Album verbindet Kalifornien-Punk und New York-Hardcore mit tiefer gestimmten Metal-Gitarren und Stoner-Grooves, so dass auch die Kritik sich wieder einig in ihrer positiven Bewertung von Band und Platte ist.

Als besondere Aktion zum 2012 anstehenden fünfzehnjährigen Bandjubiläum veröffentlichen Smoke Blow im Dezember 2011 die auf 600 Exemplare limitierte "Legacy Box" auf Concrete Jungle Records, welche alle sieben und teils vergriffenen Studioalben auf farbigem Vinyl enthält. Dazu kommen eine nur in dem Boxset erhältliche 7"-Single sowie weitere Goodies wie ein Rückenaufnäher, ein Siebdruckposter und eine persönliche Postkarte der Band. Anlässlich der Ankündigung zum Konzert am 16. Dezember in Hamburg unter dem Titel "Final Hands" wurden allerdings Trennungsgerüchte laut, welche die Band in einem Newsbulletin vom 27. November teilweise entkräftete, andererseits aber auch bestärkte. So soll es nach Abschluss der "The Record"-Tour 2012 weder weitere Liveauftritte noch neue Platten von Smoke Blow mehr geben, da die Band denkt, "dass wir unsere Spielfelder ziemlich abgegrast haben und schleichend begännen, uns ins musikalische Nirvana zu manövrieren. Außerdem soll man aufhören, Platten zu machen, wenn es am schönsten ist. Und momentan sind wir ziemlich gut drauf. Wir finden, "The Record" ist eine optimale letzte Ansage. Eine Platte, die man für sich stehen lassen kann! So sollte es doch sein."[1] Auflösen wolle man sich aber trotzdem nicht, in naher Zukunft allerdings auch nichts mehr unter dem Namen Smoke Blow unternehmen.

Zum angekündigten Ende von Smoke Blow kollaboriert das Visions noch einmal in besonderer Form mit der Band. Das Musikmagazin bietet 500 Dreimonatsabos zum Preis von je 10 Euro an, dabei ziert das Abo-Heftcover der August-Ausgabe (Heft 233) das Löwenkopflogo von Smoke Blow, zudem liegen auch noch eine sonst nirgendwo erhältliche Best-Of-CD mit 15, teilweise vergriffenen Tracks der Kieler Band sowie ein Poster bei.[2]

Diskographie

Alben
Singles/EPs
Sonstige

Referenzbands

Weblinks

Quellen

  1. News auf der Bandhomepage vom 27. November 2011
  2. Smoke Blow-Abo bei visions.de