Skinhead

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Skinheads sind prollige, intelligenzarme Nazis. Das ist zumindest die oft in den Medien transportierte Meinung. Und die ist natürlich genau so falsch wie fast alles, was die Massenmedien an Klishees produzieren.

Richtig ist, dass die Skinhead Kultur mindestens genau so heterogen ist wie jede andere Kultur und Subkultur. Und ebenfalls richtig ist, leider, dass vor allem in Deutschland, die Rechtsextremen die Skinheadkultur sehr schnell vereinnahmt haben, weil das martialische Auftreten gut zu ihrem "Image" passt. Allerdings ist dies heute weniger aktuell, da sich die Nazis vom Skinheadimage befreien wollen und gerade drauf und drann sind, andere Subkulturen zu zweckentfremden. Aber zurück zu den Skins.

Geschichte

Anfang der 1970 Jahre als die Hippies ihren Zenit überschritten hatten, fanden einige Jugendliche aus dem Arbeitermillieu in London, dass dieses psychedelische Abdriften in andere Sphären nicht zu ihrem Leben zwischen Fabrik, Fussballstadion und Pup passte. Die Mod Schickeria ebenfalls hinter sich lassend, zusammen mit jamaikanischen Einwanderern tanzten sie zu Early Reggae und Ska, kürzen ihre Haare (<- Skinhead = Hautkopf), legten sich ein martialsiches Äusseres zu, hauptsächlich bestehen aus Doc Martens als Schuhwerk, Engen Jeans mit Hosenträgern, einem Poloschirt oder Hemd und darüber entweder eine Donkey oder Harringtonjacke, später dann auch vermehrt Bomberjacken. Die erste Generation der Skinheads war geboren. Auch wenn bei einigen Skinhead die kultivierte Gewalt des Hooliganismus zum (Fussball)alltag gehörte und man bewusst einen proletarischen Stolz zelebrierte, waren die Skins unpolitsch, wenn auch vereinzelte Strassenschlachten und Ausschreitungen, vor allem gegen pakistanische Einwanderer schon damals ein negatives Bild auf die Skins warf. Auslöser für die zunehmende Politisierung der Skinheads war unter anderem auch die vermehrte Abgrenzung der jamaikanischen Skins gegenüber der "weißen" Kultur, was sich dann wiederum die rechtsradikale National Front zunutze machte, die begann, aktiv Skins für ihre Partei zu werben. Gegen Ende der 70iger Jahre hatte sich die Skinkultur aufgespalten in die Traditional Skins, die weiter dem Reaggae und dem Ska verbunden waren, und den Skinheads, die immer mehr auch vom aufkeimenden Punk angezogen wurden, dessen Verschiebung aber in ein klar politisches Spektrum nicht mitmachten. Ebenfalls wanderten Punks zu den Skinheads ab, da ihnen die Artifizierung und Kommerzialisierung des Punks ebenfalls nicht schmeckte. Aus dieser Melange entstand der Oi der, fälschlicherweise, als Inbegriff der Skinheadmusik gilt.

Durch die negative Presse über die Gewalttätigkeit der Skinheads kam das Bild dieser Kultur schon vergiftet nach Europa und in die USA, wo die Skinheadkultur von Anfang an von den Neo-Nazis okkupiert wurde und das Bild noch weiter verschlechterten. Das wiederum ging den traditionellen Skins tierisch auf den Sack, und so gründete sich in New York SHARP (SkinHeads Against Racial Prejudice) und später, ebenfalls in New York gründeten sich RASH (Red and Anarchistic Skinheads), die mit der Zeit zum grössten weltweiten Netzwerk der Skinkultur avancierte.

Inhalte

Wie schon beschrieben, ist die Skinheadkultur sehr heterogen, entsprechend breit gefächert sind die kulturellen und politschen Inhalte. Als kleinster gemeinsamer Nenner kann man einen proletarischen Habitus nennen, ebenfalls sehr zentral sind Begriffe wie Zusammenhalt, Brüderlichkeit, Stolz. Vielfach sind Skinheads fanatische Fussballfans, wodurch es Überschneidungen zum Hooliganismus gibt, und ebenso verbreitet ist ein übermässiger Bierkonsum - wohingegen andere Drogen, ausser vielleicht Hanf, mehrheitlich abgelehnt werden. Weiter kultivieren viele Skinheads ein Markenbewusstsein, wobei hauptsächlich Marken bevorzugt werden, die dem Arbeitermillieu verbunden sind, die wichtigsten sind: Doc Martens, Fred Perry, Ben Sherman und vor allem Lonsdale.

Musik

Weblinks