Serge Gainsbourg

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche
Serge Gainsbourg
Serge Gainsbourg mit Jane Birkin im Jahr 1968
Serge Gainsbourg mit Jane Birkin im Jahr 1968
Herkunft: Paris, Frankreich
Geboren: 2. April 1928
Gestorben: 2. März 1991 (62 Jahre)
Aktiver Zeitraum: 19571991
Genres: Chanson, Pop
Instrumente: Gesang, Tasteninstrumente, Gitarre, Bass, Mundharmonika
Labels: Mercury, Universal
Homepage: Gainsbourg.org

Der als Lucien Ginsburg geborene Serge Gainsbourg war einer der bedeutendsten Künstler und Chansonniers des Nachkriegs-Frankreich. Er machte durch Skandalhits wie Je t'aime (Moi non plus) und zahlreiche Affären um sich reden, schrieb auch Filmdrehbücher und Romane und trat auch als Schauspieler auf. Seine Tochter Charlotte Gainsbourg brachte es ebenfalls zu einiger Bekanntheit als Sängerin und Schauspielerin.

Biographie

Gainsbourg wuchs als Sohn russisch-jüdischer Immigranten im Paris der Zwischenkriegsjahre auf und nahm schon früh Musikunterricht bei bekannten Künstlern seiner Zeit. Die Erfahrungen des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besetzung Frankreichs, während derer die Familie Ginsburg den Judenstern tragen sowie aus Paris flüchten musste, prägten die Jugend des Jungen stark. Zur Musik kam Gainsbourg dann allerdings erst wieder über den Umweg der Malerei (u.a. lernte er in den Fünfzigerjahren Georges Hugnet und Salvador Dalí kennen), als er ab 1957 begann, eigene Stücke für andere Sängerinnen zu komponieren, die rasch Beachtung fanden. Die erste Schallplatte mit Interpretationen seiner Kompositionen erschien 1958, welche seinen Bekanntheitsgrad in die Höhe schnellen und ihn zu einem der begehrtesten Chanson-Komponisten seiner Zeit werden ließ. 1965 gewann die erst siebzehnjährige France Gall mit dem von Gainsbourg geschriebenen Stück Poupée de cire, poupée de son den Grand Prix Eurovision de la Chanson, worauf der Komponist sich mehr auf das jugendliche Beat-Publikum verlegte. Seinen größten bzw. öffentlichkeitswirksamen Hit hatte Serge Gainsbourg dann mit dem Duett Je t'aime (Moi non plus), das er zunächst 1968 mit Brigitte Bardot aufgenommen hatte und das sich durch ausgiebiges Gestöhne auszeichnete. Bardot verweigerte jedoch zunächst ihre Zustimmung zur Veröffentlichung, da sie um ihren Ruf fürchtete, worauf Gainsbourg das Stück 1969 nochmals mit Jane Birkin (die er kurz danach auch heiratete und mit ihr die gemeinsame Tochter Charlotte bekam) aufnahm. Der Titel wurde zum weltweiten Skandal und veranlasste gar den Vatikan zu einer empörten Stellungnahme, die Gainsbourg lässig mit einem weiteren Stöhn-Hit (La décadanse von 1971) beantwortete.

In den Siebzigerjahren gab sich Serge Gainsbourg dann zum Teil wieder seriöser, schrieb Konzeptalben unter anderem über tragische Beziehungen ("Histoire de Melody Nelson") und seine Erfahrungen mit der deutschen Besetzung und dem Nationalsozialismus ("Rock Around the Bunker") und wandte sich Ende des Jahrzehnts gar dem Reggae zu, als er auf Jamaika mit den Black Uhuru-Musikern Robbie Shakespeare und Sly Dunbar sowie den I Threes, Bob Marleys Begleitsängerinnen (zu denen seine Frau Rita Marley gehörte), die Alben "Aux armes et cætera" (1979) und "Mauvaises nouvelles des étoiles" (1981) aufnahm. Erstgenannte Platte sorgte wieder einmal für einen Skandal, da sich darauf eine Reggae-Version der französischen Nationalhymne befand, was im nationalstolzen Teil Frankreichs den Vorwurf des Vaterlandsverrats lautwerden ließ. Zudem betätigte sich Gainsbourg seit den späten Sechzigern auch als Schauspieler, schrieb unter anderem den frivolen Roman "Evguénie Sokolov" und komponierte Filmmusik.

In den Achtzigern erfand Gainsbourg sein alter ego Gainsbarre, einen dauerrauchenden und -trinkenden Potenzprotz, den er unter anderem in dem Stück Ecce homo beschrieb und als welcher er auch live auftrat. Dies fiel allerdings unglücklich mit einer immer stärkeren Alkoholabhängigkeit zusammen und führte selbst die skandalerfahrene französische Öffentlichkeit zu Missbilligungsäußerungen gegenüber dem Chansonnier. Hinzu kam Gainsbourgs Thematisierung des Tabus Homosexualität, von der er auf dem Album "Love on the Beat" sang; auch war er auf dem Plattencover als Frau geschminkt zu sehen. Sein umstrittenster Beitrag aus dieser Zeit dürfte wohl das Duett Lemon Incest mit seiner damals nur zwölf Jahre alten Tochter Charlotte sein.

Serge Gainsbourg starb am 2. März 1991, genau einen Monat vor seinem 63. Geburtstag, an den Folgen eines Herzinfarkts, vermutlich verursacht durch sein exzessives Trinken und Rauchen. Er war viermal verheiratet und hatte vier Kinder.

Solo-Diskographie

  • 1958 Du chant à la une !...
  • 1959 No. 2
  • 1961 L'étonnant Serge Gainsbourg
  • 1962 No. 4
  • 1963 Gainsbourg confidentiel
  • 1964 Gainsbourg percussions
  • 1968 Initials B. B.
  • 1969 Jane Birkin Serge Gainsbourg
  • 1971 Histoire de Melody Nelson
  • 1974 Vu de l'extérieur
  • 1975 Rock Around the Bunker
  • 1976 L'Homme à tête de chou
  • 1979 Aux armes et cætera
  • 1981 Mauvaises nouvelles des étoiles
  • 1984 Love on the beat
  • 1987 You're under arrest

All-Time-Charts

Histoire de Melody Nelson
genannt in 1001 Alben – Musik, die Sie hören sollten, bevor das Leben vorbei ist

Referenzbands

Coverversionen

Tribut-Alben
Songs

Weblinks