Sepultura

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Sepultura
Sepultura auf der "A-Lex"-Tour 2009
Sepultura auf der "A-Lex"-Tour 2009
Herkunft: Belo Horizonte, Brasilien
Aktiver Zeitraum: seit 1984
Genres: Death Metal, Thrash Metal, Speed Metal, New Metal
Labels: Cogumelo, New Renaissance Records, Roadrunner, SPV, Steamhammer
Homepage: Sepultura.com.br
Line-Up:
Derrick Green: Gesang (seit 1997)
Andreas Kisser: Gitarre (seit 1986)
Paulo Jr.: Bass (seit 1984)
Jean Dolabella: Schlagzeug (seit 2006)
Ehemalige Mitglieder:
Roberto Raffan: Bass (1984)
Wagner Lamounier: Gesang (1984–1985)
Jairo Guedes: Gesang (1985–1986)
Max Cavalera: Gesang, Gitarre (1984–1997)
Igor Cavalera: Schlagzeug (1984–2006)

Die 1984 gegründeten Sepultura aus Brasilien sind eine der einflussreichsten, erfolgreichsten und trotz diverser Besetzungswechsel auch langlebigsten modernen Metalbands. Früheres Kernstück des Quartetts war das Brüderpaar Max (Gesang, Gitarre) und Igor Cavalera (Schlagzeug), die jedoch beide inzwischen die Band verlassen haben. Sepultura bestehen heute aus Derrick Green (Gesang), Andreas Kisser (Gitarre), Paulo Jr. (Bass) sowie Jean Dolabella (Schlagzeug) und haben 2009 ihr elftes Studioalbum "A-Lex" veröffentlicht.

Bandgeschichte

Die neben Slayer und Metallica wohl einflussreichste Metalband der späteren 1980er und frühen 1990er Jahre kam nicht aus der "Wiege des Thrash", der Bay Area, sondern ausgerechnet aus dem Schwellenland Brasilien: Sepultura, zu Deutsch "Grabmal". Gegründet 1984 von den beiden Cavalera-Brüdern Max und Igor, probierte man bis 1987 zunächst diverse Sänger und Bassisten aus, bis Max schließlich den Platz am Mikro einnahm. Beeinflusst von klassischem Metal wie Iron Maiden, Judas Priest und Motörhead einerseits sowie der aufkommenden Thrash-, Speed- und Death Metal-Metal-Welle mit besagten Slayer und Metallica sowie Exciter, Exodus und vor allem Venom andererseits prügelte sich das nun aus Max und Igor sowie Bassist Paulo Jr. und dem Gitarristen Andreas Kisser bestehende Quartett durch ihre ersten Alben "Morbid Visions" (1986, primär Death Metal) und "Schizophrenia" (1987, erhöhter Thrash-Einfluss und erstmals auf einem US-Label veröffentlicht). 1989 bzw. 1991 kamen dann "Beneath the Remains" und "Arise" heraus, welche als zwei der besten Thrash-Alben aller Zeiten gefeiert wurden und mit denen sich Sepultura als ernsthafte Konkurrenz zu den zunehmend orientierungslosen Slaytallica etablierten. Außerdem arbeitete man nun mit dem Groß-Indie Roadrunner zusammen, was sich auch in besseren Vertriebsmöglichkeiten äußern sollte.

In den Neunzigerjahren nahm die Band vermehrt Einflüsse aus anderen Genres auf, wozu vor allem Industrial, Punkrock, Weltmusik und später auch New Metal zählten. Das 1993er Album "Chaos A.D." wurde als Meilenstein im von u.a. Pantera mitkreierten Genre des Groove Metal gesehen und enthielt mit Biotech Is Godzilla auch eine Kollaboration mit Jello Biafra. Im selben Jahr präsentierte Max Cavalera das Industrial-Sampling-Projekt Nailbomb, das er gemeinsam mit Alex Newport von Fudge Tunnel ins Leben gerufen hatte und das noch zwei weitere Alben veröffentlichte. Auf "Roots" von 1996 kam dann verstärkt das brasilianische Kulturerbe der Band mit ins Spiel, da Sepultura unter anderem mit indianischen Rhythmen experimentierten und sich mit Produzent Ross Robinson aber gleichzeitig den Vater des tiefergestimmten New Metal an Bord holten. Den Pfad des Thrash hatte die Band spätestens jetzt verlassen, was gewisse Teile der Fanbasis zu Stirnrunzeln bewegte, sich in den allgemeinen Kritiken und Plattenverkäufen aber durchaus sehr positiv niederschlug.

Ein Schock traf die Fans dann im Frühjahr 1997, als Sänger und Gitarrist Max Cavalera seinen Ausstieg aus der Band erklärte. Hintergrund waren unter anderem Unstimmigkeiten über das Management, welches von Maxens Ehefrau Gloria Cavalera wahrgenommen wurde und womit sich die anderen Bandmitglieder zunehmend unzufrieden zeigten. Der Abgang Cavaleras versetzte dem Bild des Quartetts als untrennbarer "Sepultribe" einen tiefen Riss, und als Max kurze Zeit später mit seinem eigenen Projekt Soulfly auftrat, erschien die Zukunft der Metal-Institution ungewiss.

Igor Cavalera, Paulo Jr. und Andreas Kisser beschlossen jedoch trotzdem weiterzumachen, und auf dem 1998er Album "Against" präsentierte sich neben prominenten Gästen wie Jason Newsted (Ex-Metallica) oder Mike Patton erstmals der neue Sänger Derrick Green – vormals bei der US-Hardcore-Band Outface aus Cleveland – als Mitglied der Band. Die neuen Sepultura setzten den experimentellen Kurs der Vorgängeralben fort, konnten jedoch nicht mehr an die kommerziellen Erfolge der Vergangenheit (alle vorigen 1990er-Alben der Band hatten jeweils über eine Million Einheiten verkauft) anschließen, ebensowenig an die vormaligen Lobeshymnen der Rockpresse. Obwohl die Zustimmung von Fanbase und Presse zur "Sepulnation" mit den folgenden Alben "Nation" (2001, ein Konzeptalbum über die Bildung einer Nation), "Roorback" (2003) und "Dante XXI" (2006, eine Adaption von Dante Alighieris "Göttlicher Komödie") allmählich besser wurde und die Band in Brasilien nach wie vor als Nationalheiligtum galt, konnte von einer Wiederherstellung des globalen Erfolgs der Max-Cavalera-Tage trotzdem keine Rede sein.

Den vorläufigen Schlusspunkt dieser Entwicklung markierte schließlich der Ausstieg des anderen Cavalera-Bruders Igor nach dem Release von "Dante XXI". Zuvor war noch über eine Reunion des Original-Lineups spekuliert worden, was von Gitarrist Andreas Kisser jedoch abgestritten wurde. Stattdessen kamen Max, der mit Soulfly mittlerweile selbst wohl etabliert war, und Igor 2007 in der Gruppe Cavalera Conspiracy zusammen, mittels derer sie den frühen Sepultura-Stil zwischen Hardcore und Death-Thrash wieder aufleben ließen.

Die nun komplett Cavalera-losen Sepultura gaben jedoch trotzdem nicht auf und holten stattdessen den neuen Drummer Jean Dolabella in die Band, mit dem das Anfang 2009 veröffentlichte Album "A-Lex" aufgenommen wurde. Dabei handelt es sich um eine weitere Adaption, wobei diesmal der Schock-Klassiker "A Clockwork Orange" von Anthony Burgess im Mittelpunkt stand.

Kollaborationen

Diskographie

Alben
Singles/EPs
  • 1985 Bestial Devastation (EP, Cogumelo)
  • 1992 Third World Posse (EP, Roadrunner)
  • 1994 Refuse/Resist (EP, Roadrunner)
  • 2002 Revolusongs (Cover-EP, SPV)
Sonstige
  • 1996 The Roots of Sepultura (Demos und Outtakes der "Roots"-Sessions, Roadrunner)
  • 1997 Blood-Rooted (B-Seiten und Raritäten, Roadrunner)
  • 2002 Under a Pale Grey Sky (Live-CD mit dem letzten gemeinsamen Auftritt der Band mit Max Cavalera, Roadrunner)
  • 2005 Live in Sao Paulo (Live-CD)
  • 2006 The Best of Sepultura (Best Of, Roadrunner)

Charts

Jahr Titel Charts
D UK US A CH SV NL F B (Vl) B (Wa) NOR FIN AUS NZ
1991 Arise 40 119 24 46
1993 Chaos A.D. 11 11 32 19 15 11 21 16 27 15
1996 Roots 7 4 27 2 16 5 6 5 3 8 5 3 8
1996 The Roots of Sepultura 42
1997 Blood-Rooted 162
1996 Against 23 40 82 23 33 76 33 24 38 52 44
2001 Nation 28 88 134 41 84 91 40
2002 Under a Pale Grey Sky 99 52
2003 Roorback 46 69 77
2006 Dante XXI 64 166 80
2009 A-Lex 82 53 68 150
Singles
1991 Under Siege 91
1993 Territory 66 50
1994 Refuse/Resist 51
1994 Slave New World 46 32
1996 Roots Bloody Roots 42 19 14 35 26 31 20 2 44
1996 Ratamahatta 23
1996 Attitude 46 16

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
Musikexpress Visions Visions
1991 Arise 50
1996 Roots ohne Rang 3 1

All-Time-Charts

Chaos A.D.
Arise
Roots

Referenzbands

Coverversionen

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Videoclips

Weblinks