Seattle Syndrome Vol. 1

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Seattle Syndrome Vol. 1
Veröffentlicht: 1981
Label & Vertrieb: Engram Records
Albumlänge: 42:07 Min.
Genre: Compilation
Formate: LP, MC

"Seattle Syndrome Vol. 1" ist eine Kompilation des Labels Engram Records aus Seattle, das eine der frühesten Zusammenstellungen von Musik aus dem Punk-, New Wave- und Experimental-Underground der Stadt darstellt. Sie erschien 1981 auf Vinyl und Musikkassette.

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Das Cover von "Seattle Syndrome Vol. 1"

1981 erschien mit dem ersten Teil von "Seattle Syndrome" der erste Überblick über die damals noch sehr junge Punk- und Underground-Szene der musikalisch noch nahezu unerschlossenen US-Provinzstadt Seattle. Die Macher des regen Indie- und Kassettenlabels Engram RecordsNeil Hubbard, Danny Eskenazi sowie der vormalige Telepaths-Gitarrist und Universitätsprofessor (!) Homer Spence – hatten seinerzeit das DIY-Ethos als Anlass genommen, einer Auswahl von Bands ihrer Heimatstadt eine erste Veröffentlichungsplattform zu verschaffen. Insgesamt fünfzehn Gruppen mit jeweils einem Beitrag demonstrierten auf der Platte, welchen Eindruck sowohl die erste/britische als auch die zweite/US-amerikanische Punk- und New Wave-Welle auf sie gemacht hatten. Neben diversen äußerst obskuren und/oder kurzlebigen Acts wie der Rockabilly-Gang The 88's, Schrammelrock-Weirdo Philippo Scrooge oder den Twee-Punks The Macs waren jedoch auch schon einige Acts vertreten, die in der einen oder anderen Form noch weiteren Einfluss auf die Musikszene Seattles haben sollten. Darunter waren die Pop-Punker der Fastbacks (damals noch mit Duff McKagan am Schlagzeug), die Hardcore-Punk-Legenden The Refuzors und The Fartz (Letztere später als Ten Minute Warning enorm einflussreich), Underground-Veteran Jim Basnight (u.a. bei The Meyce), die beiden früh auch überregional aktiven Bands X-15 und The Pudz mit ihren jeweiligen Hits Vaporized bzw. Take Me to Your, (Leader) sowie die Post-Punk-Pioniere The Beakers und The Blackouts. Aus dem Lineup der letztgenannten Gruppe halfen u.a. Drummer Bill Rieflin, Bassist Mike Davidson und Keyboarder/Saxophonist Roland Barker auch bei anderen Projekten für "Seattle Syndrome Volume One" aus. Schließlich war auch noch Danny Eskenazis eigenes Projekt K7SS mit einem Song vertreten, das ebenso wie Body Falling Downstairs und das Avantgarde-Kollektiv Savant in die experimentelle Elektronik/New Wave-Richtung ging.

Trotz aller Diversität hatten die Macher der Platte allerdings bewusst die damals ebenfalls aktive, kommerziell ausgerichtete Power-Pop-Szene um Bands wie The Heats oder The Cowboys ausgelassen, da sie diese nicht dem Underground der Szene zurechneten.[1] 1982 erschien der zweite Teil der Serie namens "Seattle Syndrome Two", der ebenfalls wieder extrem ominöse Bands aus dem pazifischen Nordwesten der USA versammelte.

Tracklisting

Seite A
  1. X-15Vaporized (3:58)
  2. The PudzTake Me to Your (Leader) (2:33)
  3. Student NurseDiscover Your Feet (2:35)
  4. The BeakersFour Steps Toward a Cultural Revolution (1:29)
  5. Jim BasnightWe'll Always Be in Love (2:16)
  6. FastbacksSomeone Else's Room (2:29)
  7. The RefuzorsWhite Power (2:39)
  8. The FartzCampain Speech (0:50)
  9. The 88'sParty 88 (2:20)
Seite B
  1. The BlackoutsYoung Man (3:00)
  2. The MacsI'm 37 (2:39)
  3. Philippo ScroogeLove Is a Tractor (3:14)
  4. SavantStationary Dance (4:05)
  5. Body Falling DownstairsThe Politics of Ecstasy (2:56)
  6. K7SS21.252 (5:04)

Referenzkasten

  • Der Name des Samplers geht auf Neil Hubbard zurück. Das "Seattle-Syndrom" bezeichnete die damals herrschende Frustration mit den mangelhaften Möglichkeiten für die Bands vor Ort, die Stephen Tow in seinem Buch "The Strangest Tribe" so zusammenfasst:
"Hubbard came up with the title, which reflected the frustration local bands had experienced up to that point. Typical Seattle groups would get some momentum going and either disband or move out of town and disintegrate. The communal feeling was, despite the germination of a valid scene, Seattle remained a dead-end town. If your band wanted a serious musical career, you had to move somewhere else."[2]

Weblinks

Quellen

  1. Stephen Tow: The Strangest Tribe. How a Group of Seattle Rock Bands Invented Grunge. Sasquatch Books 2011, S.41.
  2. Stephen Tow: The Strangest Tribe. How a Group of Seattle Rock Bands Invented Grunge. Sasquatch Books 2011, S.39f.
  3. "What Syndrome" bei Discogs.com