Rockabilly

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Abgrenzung
Ursprünge: Rock'n'Roll, Rhythm and Blues, Country
Herkunft: Südstaaten der USA
Zeitraum: 19531958, Revival seit 1975
Anders als: Psychobilly

Rockabilly ist ein Folgegenre des Rock'n'Roll, das sich in den 1950er Jahren zunächst in den Südstaaten der USA entwickelte. Ab Mitte der 1970er wurde durch ein Revival mit Gruppen wie den Stray Cats oder Matchbox eine bis heute beständige Rockabilly-Szene hervorgebracht.

Einführung und Geschichte

Als sich Anfang der 1950er Jahre in den USA eine Verbindung der vormals streng voneinander getrennten Musiktraditionen schwarzer und weißer Populärmusik anbahnte, die schließlich unter dem Oberbegriff Rock'n'Roll bekannt werden sollte, gab es unter den regional und stilistisch unterschiedlichen Ausprägungen eine bestimmte Strömung, die sich im Süden der Vereinigten Staaten verorten ließ. Hillbilly war damals der geringschätzige Begriff für „Hinterwäldler“ aus Bundesstaaten wie Tennessee oder Texas, denen vor allem im Norden ein deutlicher Hang zur Provinzialität nachgesagt wurde; Rockabilly wurde schließlich zum Inbegriff des Südstaaten-Rock'n'Roll. Diese aus der Vorform des "Hillbilly Boogie" entstandene Unterart definierte sich durch ein dominantes Country-Element, wo beispielsweise der Northern Band Style seine Hauptinspration eher aus der schwarzen Swing-Tradion bezog. Typische Instrumente waren Steel Guitar, Kontrabass und anfangs auch noch die Country-Fiddle. Der Rhythmus des fehlenden (da nicht mit der klassischen Country-Instrumentierung übereinstimmenden) Schlagzeugs wurde durch ein besonders betontes Zupfen des Kontrabasses (die Slapping-Technik) kompensiert.

Das wichtigste Plattenlabel für Rockabilly (und den frühen Rock'n'Roll generell) war Sun Records aus Memphis in Tennessee, das von Sam Phillips als erste gemischtrassige Plattenfirma überhaupt gegründet wurde und 1954 die erste Aufnahme eines jungen weißen Sängers namens Elvis Presley mit dem Titel That's Alright Mama veröffentlichte. Das Stück gilt als einer der ersten Rockabilly-Songs überhaupt und setzte – etwa zeitgleich mit Bill Haley im Norden der USA – den Startschuss für die Rock'n'Roll-Mania der mittleren Fünfzigerjahre. Der Rockabilly brachte dabei Stars wie Eddie Cochran und Buddy Holly hervor, doch erwies sich der regionale Akzent der Musik letztlich als zu dominant, um sich außerhalb der Südstaaten dauerhaft zu etablieren. Zudem schwenkte das dortige Publikum nach dem Ende des Rockabilly-Booms um 1958 herum wieder auf die traditionelle Countrymusik ein, und Ende des Jahrzehnts war dann schließlich auch der Rock'n'Roll in seiner Gesamtheit kreativ an sein Ende gekommen.

Erst Mitte der Siebzigerjahre war die Allgemeinheit durch Show-Acts wie Sha Na Na (die schon 1969 beim Woodstock-Festival aufgetreten waren) oder auch Filme wie George Lucas' "American Graffiti" mit seinem Retro-Rock'n'Roll-Soundtrack wieder aufnahmebereit für neue Impulse aus dem Rockabilly-Genre geworden. Acts wie The Stray Cats, Matchbox oder Shakin' Stevens imitierten den Sound und Look der Fünfzigerjahre und konnten große Erfolge feiern, während aus dem Punkrock ein Hybrid namens Psychobilly entstand, der das Wüst-Selbstzerstörerische des Punk mit der wilden Attitüde des Rockabilly verband und Helden wie The Cramps, The Meteors oder The Reverend Horton Heat hervorbrachte.

Gerade als Style-orientierte Szene ist der Rockabilly heute in seiner Retro-Nische nach wie vor populär, jedoch wird heute weniger deutlich zwischen Rockabilly und anderen Rock'n'Roll-Unterarten unterschieden und meist der Stil und die Musik der Fünfziger generell zelebriert.

Wichtige Akteure, Alben und Songs

Wichtige Künstler:

Wichtige Songs

  • Elvis Presley – That's Alright Mama

Vorläufer

Wichtige Labels

Weblinks

  • Mike Decay – Psychobilly: A Cancer on Rock 'n' Roll (2004) [1] Film bei Youtube. Eine kurze Darstellung des Unterschieds zwischen Rockabilly und Psychobilly, was die verwendeten Skalen betrifft, ab min. 17:22.