Reggae

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Abgrenzung
Ursprünge: Mento, Ska
Herkunft: Jamaika
Zeitraum: seit 1968
Anders als: Ska, Rocksteady, Dancehall, Dub


Einführung und Geschichte

Das Berliner Musikchamäleon Jaqee kam ursprünglich aus dem New Jack Swing und veröffentlichte 2009 mit Kokoo Girl sein erstes echtes Reggae Album.

Die meisten denken bei Reggae an Kiffen, schönes Wetter, Jamaika und Bob Marley; was durchaus nicht falsch ist, aber Reggae ist viel mehr. Mitte der 50er Jahre schwappte der amerikanische Rhythm and Blues nach Jamaika über und es begann ein richtiger Musik- und Tanzboom. Es entstanden zahlreiche Sound Systems, deren Plattenbedarf durch die USA-Importe nicht mehr gedeckt werden konnten. So wurden einheimische Bands und Sänger ins Studio geholt, um Platten aufzunehmen. Durch die Vermischung des Rhythm and Blues mit den traditionellen jamaikanischen Musikstilen ist der Ska entstanden. Der Legende nach fiel der Ska den heißen Temperaturen des Sommers 1966 zum Opfer. Den Tanzenden war Ska zu schnell, woraufhin die Geschwindigkeit gedrosselt, die Schallplatten teils mit halber Geschwindigkeit abgespielt wurden; die Bläser verschwanden, es wurden afrokaribischen Rhythmen und der traditionelle Mento eingebracht, das Klavier wurde durch eine Orgel ersetzt. Eine andere Theorie sagt, dass einfach eine neue Generation von Musikern herangewachsen war. Das Ergebnis wurde nach dem Song Do the Reggay von Toots and The Maytals benannt. Mit der Verlangsamung des Tempos wurde auch mehr Augenmerk auf die Texte gelegt. So spielte der Rastafari-Kult bei der Entwicklung vom Ska zum Reggae eine entscheidende Rolle. Der Rastafari sah in Afrika das gelobte Land, den Boden seiner Vorväter, in das alle Schwarzen zurück in die Freiheit geführt werden.

Durch den hohen Anteil jamaikanischer Immigranten in England und durch die Untersützung von Bands wie den Rolling Stones oder Eric Clapton wurde die neue Musik ab dem Anfang der 70er Jahre schnell international populär und erschloss sich dem internationalen Markt. Der bekannteste Reggae-Sänger dürfte wohl Bob Marley sein, aber auch Künstler wie Jimmy Cliff, Toots and The Maytals, Peter Tosh und Third World ernteten internationale Anerkennung. Dieser Reggae, der Anfang der 70er Jahre gespielt wurde, wird heute oft als Roots Reggae bezeichnet, um ihn von modernen Stilen abzugrenzen.

Mit dem Aufkommen der Punk-Bewegung und der daraus entstandenen New-Wave-Bewegung Ende der 70er Jahre bekam Reggae weiter Bekanntheit. Bands wie The Clash und The Police integrierten den Sound in ihre Musik; Band wie The Specials und Madness lösten mit ihrer Vermischung der Energie des Punkrocks mit dem traditionellen jamaikanischen Ska die sogenannte zweite Ska-Welle aus. Der französische Chansonnier Serge Gainsbourg nahm 1978 in Kingston mit Musikern der Band Black Uhuru und den Sängerinnen der I Threes die Platte Aux armes et cætera auf und provozierte mit dem gleichnamigen Song einen Skandal, da es sich hierbei um die französische Nationalhymne, der Marseillaise, in der Reggae-Version handelte. Eine radikalere Version des Reggae ist der Dub.

Niasony Okomo sah sich mit ihrer altgedienten NRW-Reggaetruppe gezwungen, den karibischen Reggae deutlich zu beschleunigen, um ihn mit schnelleren Afrorhythmen, wie Highlife und Kwassa Kwassa kompatibel zu machen. Man beachte die Blitze an ihren Ohren!

Siehe auch / Vorläufer

Ska, Rocksteady, Mento, Rhythm and Blues, Dub

Wichtige Akteure, Alben und Songs

Wichtige Bands
Wichtige Alben
Wichtige Songs
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