Rechtsrock

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Abgrenzung
Ursprünge: Straight Edge, Industrial, Metal, Hardcore, Progressive Rock, Ska
Herkunft:
Zeitraum:
Anders als: Neue Deutsche Härte, Hardcore

Einführung und Geschichte

Der Begriff Rechtsrock ist als solcher extrem schwer zu definieren. Rechtsrock ist in dem Sinne kein eigenes Genre, meint jedoch sämtliche aus Hardcore, Straight Edge, Gothic und vielen Spielarten des Metals hervorgegangene rechte Strömungen. Diese äußern sich vor allem in den rassistischen, menschenverachtenden Texten der Songs.

Adaptionen von ursprünglich "linken" Liedern

Wichtig ist, festzustellen, dass es sich beim Rechtsrock immer nur um Abwandlungen bereits in linken Szenen etablierten Musikrichtungen und Lieder handelt. So ist beispielsweise auf Demonstrationen der rechtsextremen NPD immer wieder der Ton, Steine, Scherben-Song "Allein machen sie dich ein!" zu hören. Eine Reaktion von Soziologe Lutz Neitzert folgte in der Februar 2007 erschienenen Ausgabe der Musikzeitschrift "Folker!". Dieser kritisiert darin, dass die Alarmglocken erst jetzt - viel zu spät - klingeln.

Interessant - und bedenklich zugleich - ist auch, zu sehen, dass viele der Texte aus dem Bereich des Rechtsrock antikapitalistische sowie ökofaschistische Aussagen, welche sonst eher aus linken Kreisen bekannt waren, aufgreifen und für ihre populistische Propaganda nutzen. So heißt es im Song "Capitalism kills" der Band Path of Resistance: "Capitalism kills – the animals – the mankind – the nature – the world".

Eine ebenfalls sehr krasse Abwandlung eines ehemals radikal-linken Stils ist in der Ska-Musik zu finden. Auch in diesem Fall kopierten die Rechten sowohl die Musik, als auch die Glatzen der linken Skinheads. Hieraus geht auch die aus Skinhead-Kreisen bekannte Bezeichnung "Bonehead" für rechte Skins hervor.

Rechtsrock und NDH

Vor allem Mitte und Ende der Neunziger, im Zuge der immer größer werdenden Popularität von NDH, der Neuen deutschen Härte, sowie der Zunahme von gewalttätigen Übergriffe durch rechte Jugendliche, wurde Bands wie Stahlgewitter oder Landser durch die von einem entsprechenden Medien-Hype aufgestachelten Öffentlichkeit vermehrt Beachtung geschenkt. Nach dem Split des Genres und nachlassendem Medien-Interesse jedoch verschwand Rechtsrock für viele wieder in der Versenkung, auch wenn Soziologen, wie der bereits erwähnte Lutz Neitzert, weiterhin vor der latenten Gefahr, die von solchen Bands ausgeht, warnen.

Die Frei.Wild-Kontroverse

Neue Aktualität gewann die Diskussion um rechte bzw. national-nationalistische Rockmusik anlässlich des großen kommerziellen Erfolgs der Band Frei.Wild aus Südtirol, die seit Beginn der 2010er Jahre mit Texten über Heimatstolz und Abgrenzung von linken Ideen reüssierten. Die Kontroverse um die Band erreichte ihren vorläufigen Höhepunkt im Jahr 2013, als zunächst das Musikmagazin Visions seine Präsentationsbeteiligung am With Full Force-Festival absagte, als Frei.Wild zu dessen Lineup hinzugefügt wurden.[1] Bald danach wurde bekannt, dass die Band zu den Favoriten des Schallplattenindustriepreises Echo zählte, worauf andere populäre Nominierte wie die Ärzte oder Kraftklub verkündeten, aus Protest gegen die rechte Gesinnung von Frei.Wild nicht an der Preisverleihung teilnehmen zu wollen.[2] Die anschließend u.a. über Facebook ausgetragene Kontroverse gipfelte darin, dass die Echo-Verantwortlichen die Nominierung für Frei.Wild zurückzogen.

Populäre Akteure, Alben und Songs

Populäre Bands:

  • Landser
  • Stahlgewitter
  • Endstufe
  • Zillertaler Türkenjäger

Populäre Labels

Literatur

Weblinks

Quellen

  1. Mitteilung der Visions- bzw. Festivalplaner-Redaktion vom 15. Februar 2013 bei intro.de
  2. Meldung bei intro.de vom 6. März 2013