Ray Charles

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Ray Charles
Die Ray Charles-Skulptur in seiner Heimatstadt Albany
Die Ray Charles-Skulptur in seiner Heimatstadt Albany
Herkunft: Albany, Georgia, USA
Geboren: 23. September 1930
Gestorben: 10. Juni 2004 (73 Jahre)
Aktiver Zeitraum: 19472004
Genres: Soul, Rhythm and Blues, Country
Instrumente: Gesang, Tasteninstrumente
Labels: Atlantic, ABC Records, Warner Bros., Swing Time, Concord Records, Columbia, Flashback Records
Homepage: RayCharles.com

Ray Charles (1947-2004) gilt als Godfather of Soul. Der blinde Sänger und Pianist prägte die Entwicklung der Soulmusik aus deren Wurzeln Rhythm and Blues, Blues und Gospel seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis in die späten 1950er Jahre wie kaum ein anderer schwarzer Musiker. Auch die R'n'B-Nachfolge-Genres Rock'n'Roll und Funk wurden in ihrer Entwicklung entscheidend durch Charles' Wirken beeinflusst, ebenso die Akzeptanz von Musikelementen aus dem afroamerikanischen Raum bei „weißen Hörerschichten“. Ray Charles, dessen Leben auch im Film Ray verfilmt wurde, starb im Jahr 2004 im Alter von 73 Jahren.

Biografie

Ray Charles Robinson dürfte eine der am meisten verehrten Gestalten in der Musikgeschichte der Nachkriegszeit sein. Er war einer der herausragenden Musiker, die in den Jahren und Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg zunächst den Rhythm and Blues und dann den Soul definierten, worauf sich wiederum fast jegliche Wurzeln moderner Rock- und Popmusik zurückführen lassen. Seine Kindheit lässt sich eigentlich wunderbar in die Blues-Mythologie von Robert Johnson und Konsorten einreihen, Ray Charles begann im Alter von fünf Jahren zu erblinden und verlor dann auch noch im Teenageralter Vater und Mutter. Mit fünfzehn Jahren schmiss er die Schule, nachdem er schon zuvor damit begonnen hatte, sein außergewöhnliches musikalisches Talent in Bands (u.a. mit dem späteren Jazz-Giganten Cannonball Adderley) zu erproben. Zwei Jahre später zog er von Florida in den äußersten Nordwesten der USA nach Seattle, wo er Quincy Jones kennenlernte und im Jahr 1949 seinen ersten Hit Confession Blues veröffentlichte. Bis 1953 hatte er nicht nur seinen ikonischen Look mit schwarzer Sonnenbrille gefunden, sondern durch zwei weitere Erfolgssongs einen Vertrag mit Atlantic Records erlangen können.

In den 1950er Jahren wurde Ray Charles dann mit landesweiten Erfolgen wie I Got a Woman und Drown in My Own Tears zu einem der Vorreiter des Rhythm and Blues, jenem Misch-Genre aus Jazz, Blues und Gospel-Tradition, woraus sich schließlich der Rock'n'Roll und vor allem der Soul entwickelte. Für jene Stilart wurde Charles mit seinem ekstatischen, an Prediger und Spirituals erinnernden Gesang sowie seinem ebenso feurigen Klavierspiel zum Übervater und Wegbereiter, der von frühen Adepten wie Sam Cooke über Sechziger-Stars wie Otis Redding bis zu heutigen Soulmusikern wie Norah Jones (die 2004 auch mit Ray Charles duettierte) ein weitreichendes musikalisches Erbe hinterließ.

Ab 1959 gelang Charles als einem der ersten schwarzen Musiker auch der Crossover in die weißen Mainstream-Charts, und Songs wie What I'd Say, Unchain My Heart, Hit the Road Jack oder sein Trademark-Song Georgia on My Mind verkauften sich millionenfach. Ab 1960 gab Charles allerdings auch das Schreiben eigener Songs weitestgehend auf und interpretierte hauptsächlich die Stücke anderer Komponisten, ohne dass dabei allerdings sein Erfolg gelitten hätte. Das zweiteilige Album "Modern Sounds in Country and Western Music" von 1962 wiederum leistete einen wichtigen Beitrag zur Akzeptanz von Countrymusik im Mainstream-Hörverhalten, wobei es mit Ray Charles ausgerechnet ein schwarzer Musiker war, der diese genuin weiße Musikform auf breiterer Ebene populär machte.

In den 1960er und 1970er Jahren gelangen Ray Charles zwar einige weitere Hits, doch wurde er auch wegen seiner Heroinsucht verurteilt und landete einige musikalische Misserfolge. In den Achtzigerjahren wiederum erreichte der mittlerweile über Fünfzigjährige ein neues, deutlich verjüngtes Publikum, als er unter anderem einen Auftritt im Film "The Blues Brothers" hatte, Werbung für Pepsi machte und auch bei den Wrestling-Weltmeisterschaften auftrat (nicht als Teilnehmer natürlich). Diese latent kultige Rolle setzte sich bis zu seinem Tod fort, und Charles trat in diversen weiteren Filmen und Fernsehserien auf, erhielt daneben aber auch die Ehre, bei drei Präsidenten (Ronald Reagan, Bill Clinton und George W. Bush) zu deren Amtseinführungsfestakten aufzutreten. Seine Version von Georgia on My Mind wurde 1979 zum offiziellen Song des gleichnamigen US-Bundesstaates erklärt.

Ray Charles starb im Jahr 2004 im Alter von 73 Jahren an Lungenkrebs. Wie üblich erschienen in den Jahren nach seinem Tod diverse posthume Veröffentlichungen, am meisten Aufsehen aber dürfte die noch im selben Jahr erschienene Biopic-Verfilmung von Charles' Lebensgeschichte mit dem Titel "Ray" erregt haben, in der Jamie Foxx den blinden Musiker spielte und dafür mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.

Referenzen

Coverversionen

Ray Charles covert …

Videoclips

<– Ray Charles und die Raelettes mit Margie HendrixHit the Road Jack (1961)

–> Hit The Road Jack (Remaster) [1] bei Youtube

Weblinks

  • Homepage [2] bei RayCharles.com
  • Hit The Road Jack im Film Ray von 2004 (Taylor Hackford mit Jamie Foxx, Musik Craig Armstrong) [3] bei Youtube

Links im Juli 2017.