Psychedelic Rock

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Abgrenzung
Ursprünge: Pop, Beat, Drogen
Herkunft: Großbritannien, USA
Zeitraum: von ca. 1965 bis circa 1970
Anders als: Stonerrock, Progressive Rock, Spacerock

Einführung und Geschichte

Der Begriff Psychedelik – aus dem Griechischen frei mit "die Seele offenbarend" zu übersetzen – wurde erstmals von den Schriftstellern Aldous Huxley und Humphry Osmond im Jahre 1956 geprägt, als sie mit LSD experimentierten, um ihr Bewusstsein zu erweitern. Etwa zehn Jahre später, Mitte der 1960er Jahre, begannen die ersten britischen und US-amerikanischen Bands – allen voran wieder einmal die Beatles – damit, das bis dato von relativ konventionellen Song- und Instrumentalstrukturen geprägte Universum des Rock'n'Roll um Komponenten zu erweitern, die aus neuen und unorthodoxen Bereichen stammten. Die wichtigsten Elemente waren dabei besagte halluzinogene Drogen (LSD, "Magic Mushrooms", Peyote), Aufkommen der Hippie-Lebensweise (samt verrückter Kleidung, Schmuck, Happenings etc.), fernöstliche und insbesondere indische Kultur, Philosophie und Musik (Tablas und Sitar als Instrumente, Ravi Shankar als erster im Westen berühmt gewordener indischer Musiker) sowie schließlich die neuen technischen Möglichkeiten, mit Overdubbing, Effektgeräten und sonstigen Verfremdungseffekten arbeiten zu können.

Zu den Pionieren dieser neuen, bald als Psychedelic Rock bezeichneten Musikrichtung gehörten neben den Beatles (deren Album Rubber Soul von 1965 beispielsweise den ersten Einsatz einer Sitar in der westlichen Popmusik beinhaltet) auch der Ausnahmegitarrist Jimi Hendrix, The Byrds und die Led Zeppelin-Vorläufer The Yardbirds. Auch bereits in anderen Genres etablierte Gruppen wie die Rolling Stones oder die Beach Boys begannen mit psychedelischen Elementen zu experimentieren, was einige bemerkenswerte Stücke hervorbrachte. In Amerika griffen die Bands der Garage-Rock-Szene (The 13th Floor Elevators, ? & the Mysterians oder The Chocolate Watchband) den neuen Trend ebenfalls auf und schufen eine "psychedelisierte" Variante ihres bisherigen Drei-Akkord-Rock'n'Roll, während Gruppen wie Jefferson Airplane, Grateful Dead, The Doors und Love sich sowohl innerhalb als auch weit außerhalb des klassischen Popsongschemas bewegten. Vielleicht die definitive Psychedelic-Band stellten die frühen Pink Floyd unter Leitung von Syd Barrett dar, und deren Debütalbum The Piper at the Gates of Dawn stellt nach Meinung vieler Kritiker neben Sgt. Pepper der Beatles und "Are You Experienced?" von der Jimi Hendrix Experience das beste Psychedelic-Album überhaupt dar. Aber auch in andere Genres wie Soul (Sly & the Family Stone) und den klassischen Sixties-Beat/Pop (The Move, Small Faces) hielt die Psychedelic Einzug. Thematisch behandelten die Psychedelic-Bands hauptsächlich Drogen und die durch sie gemachten erweiterten Bewußtseinserfahrungen oder auch tiefe Auseinandersetzungen des Individuums mit sich selbst und der Welt. Musikalisch nahm der Psychedelic Rock den Progressive Rock der 70er insofern vorweg, indem er die Grenzen des Songs sprengte und die Tür für ellenlange Instrumentalimprovisationen und Konzeptalben öffnete.

Mit dem Ausklingen der Hippie-Euphorie Anfang der Siebziger verlor auch die ursprüngliche Psychedelic-Bewegung an Bedeutung, doch setzten sich Elemente davon in besagtem Artrock, Krautrock, Spacerock und anderen Spielarten der progressiven Rockmusik fort. Auch im Indie-Untergrund der 80er tauchten immer wieder Psychedelic-Referenzen auf, so etwa bei den britischen Bands Echo & the Bunnymen und The Jesus and Mary Chain oder auch den Grunge-Pionieren Screaming Trees und Soundgarden.

Bei aktuellen Bands, Künstlern und Stilrichtungen sind oftmals zwar psychedelische Elemente mit im Spiel (siehe Mercury Rev, The Flaming Lips, The Apples In Stereo, John McBain; das Genre des Stonerrock mit den Exponenten Kyuss und Monster Magnet), doch spielen hierbei im großen Stilmix der Postmoderne immer auch andere Einflüsse mit hinein.

Wichtige Akteure, Alben und Songs

Wichtige Bands: Pink Floyd (mit Syd Barrett), Jefferson Airplane, The Doors, Love, The Beatles, The Grateful Dead, The 13th Floor Elevators, Hawkwind

Wichtige Alben:

Wichtige Songs

  • Pink Floyd: Bike und Astronomy Domine
  • Jefferson Airplane: White Rabbit
  • The Doors: The End
  • The Beach Boys: Good Vibrations
  • Love: Forever Changes
  • The Move: I Can Hear the Grass Grow
  • Small Faces: Itchycoo Park
  • The Beatles: Lucy in the Sky With Diamonds und Tomorrow Never Knows
  • The Grateful Dead: Dark Star
  • The 13th Floor Elevators: You're Gonna Miss Me
  • Hawkwind: Silver Machine

Vorläufer

Wichtige Labels

Aussprache

  • Das p im englischen Wort „psychedelic“ ist stumm:
 IPA: /ˈsaɪ.kəˌdɛl.ɪk/|/ˈsaɪ.kɪˌdɛl.ɪk/ (UK)
 enPR: sī'kĭ-děl'ĭk (US)