Power-Pop

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Abgrenzung
Ursprünge: Beat, Rock'n'Roll, New Wave
Herkunft: USA, Großbritannien
Zeitraum: seit ca. 1970, mit Höhepunkten in den 70er und 90er Jahren
Anders als: Indiepop, Punk, Alternative Rock

Einführung und Geschichte

Die erste Erwähnung des etwas schwierig abzugrenzenden Begriffs Power-Pop lässt sich auf Mod-Godfather und The Who-Gitarrenwindmühle Pete Townshend zurückführen. Dieser benannte im Jahre 1967 die Musik seiner Band – insbesondere Stücke wie Can't Explain oder Happy Jack – mit eben jener Bezeichnung, anhand derer sich bereits die Grundeigenschaften des Genres ablesen lassen: Kurze, prägnante Songs mit der Melodiosität des Pop, oftmals durch harmonischen Mehrstimmengesang unterstrichen, dabei aber deutlich knackiger und energetischer als beispielsweise handelsübliche Pop- oder Softrock-Balladen, ohne in die Krachigkeit des (Proto-)Punk oder des Garagenrocks zu verfallen. Neben The Who gelten auch – wieder einmal – die Beatles als Urväter der Bewegung, vor allem mit ihren Früh- bis Mittsechziger-Hits wie She Loves You oder Can't Buy Me Love, die sich ebenfalls durch die genannten Eigenschaften auszeichneten. Auch The Hollies und The Zombies sind als Vorfahren des Power-Pops zu nennen.

In den 1970er Jahren formierten sich dann die ersten Bands, die aus den einzelnen Zutaten des Powerpops ihr eigenes Soundrezept mischten. Zu den ersten definitiven Bands des Genres sind vor allem Big Star (die aber erst in den 80er und 90er Jahren sowohl Kritiker- als auch Käuferlob erfuhren), Badfinger und The Raspberries zu zählen, die von ihren musikalischen Erben auch heute noch zutiefst verehrt werden. Gleichwohl war der Sound der 70er ansonsten zu stark von den extremen Spielarten des Rock geprägt (Seichtpop à la Doobie Brothers versus Sabbath-Zeppelin-Kiss-Hardrock), um den Power-Pop zu mehr als einem Nischenvergnügen werden zu lassen. Erst Ende der Dekade, als mit Punk und New Wave ähnlich reduzierte Formen der Rockmusik Erfolge feierten, konnten auch Bands wie The Knack (mit ihrem One-Time-Hit My Sharona), Buzzcocks, The Replacements oder Cheap Trick bei Publikum und Kritikern punkten. Dies war auch die erste Zeit, in der man dezidiert vom Genre des Power-Pop sprach. Auch eher dem New Wave zuzuordnende Gruppen und Künstler wie Blondie, XTC oder Elvis Costello wurden mitunter dem Power-Pop zugeordnet.

In den 80er und 90er Jahren wuchs dann eine neue Generation von Power-Pop-Bands heran, die auch andere Stilelemente wie Indiepop und später auch Grunge in ihren Sound mit aufnahmen. Dazu gehören teilweise noch heute aktive Gruppen wie Teenage Fanclub und Jellyfish aus Großbritannien, The Posies, Pure Joy, Young Fresh Fellows und die Fastbacks aus Seattle oder auch Redd Kross aus Kalifornien. Den größten kommerziellen Erfolg feierte der Power-Pop wohl Mitte der 90er Jahre, als Weezer nach dem Ende des Grunge-Miese-Laune-Tums mit ihrem Blauen Album und der fröhlich daherrockenden Single Buddy Holly weltweit begeisterten. Ihnen folgten andere Bands wie that dog., Ash, Supergrass, The Lemonheads, The Presidents of the United States of America oder The Cardigans, die sich ebenfalls dem energievoll dargebrachten Popsong widmeten.

Seit den 1990er Jahren ist es allerdings auch zunehmend schwierig, Bands und Künstler eindeutig dem Genre Power-Pop zuzuordnen, da beispielsweise auch der Punkpop in sehr ähnlichen Gefilden einzuordnen ist und sich viele Combos stilistisch weiterentwickelt haben. Zu den Powerpoppern von heute kann man u.a. The All-American Rejects, Caesars oder auch die Fountains of Wayne rechnen.

Wichtige Akteure, Alben und Songs

Wichtige Bands:

Wichtige Alben:

  • Big Star: "Radio City"
  • The Raspberries: "Fresh"
  • Badfinger: "Maybe Tomorrow"
  • Teenage Fanclub: "Bandwagonesque"
  • Redd Kross: "Phaseshifter"
  • Weezer: "Weezer (Blaues Album)"

Wichtige Songs

  • The All-American Rejects: Swing Swing
  • Big Star: Back of a Car
  • Badfinger: No Matter What
  • The Knack: My Sharona
  • Cheap Trick: I Want You to Want Me
  • Weezer: Buddy Holly
  • Ash: Kung Fu
  • The Posies: Dream All Day
  • Fastbacks: K Street

Vorläufer