Post-Punk

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Abgrenzung
Ursprünge: Punk, experimentellere Musik
Herkunft: in erster Linie Großbritannien und die USA
Zeitraum: 1979 bis 1982 (1. Welle) / 20022005 (2. Welle)
Anders als: Punk-Revival, Hardcore-Punk

Post-Punk ist in den Jahren nach der großen Punkexplosion 1977 entstanden. Im Vergleich zum klassischen Punk hat Post-Punk einen artifizielleren Ansatz. Der klassenkämpferische Impetus ist nicht unbedingt geringer, es werden jedoch Ziele der Punkbewegung in „anspruchsvolleren“ Gewändern präsentiert. Das entscheidende Merkmal des Post-Punk sind die komplexen Songstrukturen und Motive im Vergleich zum Punk der Straße. Bevor der Begriff Post-Punk aufkam, wurde die entsprechende Szene erst New Wave, dann Independent genannt.

Einführung und Geschichte

Viele Songs klingen edgy, sie wirken nervös (manchmal auch nervig) und verschließen sich oftmals einem schnellen Zugang. Zu den zentralen Post-Punk-Bands zählen Joy Division, eine Band aus dem nordwestlichen Maccesfield (UK) und Gang Of Four, eine Gruppe aus Leeds, die sich dem Marxismus und der Kapitalismus-Kritik verschrieben hatte. Im Gegensatz zu Gang of Four legen Joy Division einen wesentlich düstereren Sound an den Tag. Dieser wird in den 1980er Jahren auch den Anstoß für die Dark Wave (eine Unterart des Post-Punks) und der Gothic Bewegung geben. Joy Divisions Unknown Pleasures gilt allgemein hin als Klassiker des Post-Punks. Das spätere Meisterwerk Closer wird aufgrund einer noch einmal gesteigerten Düsterheit bereits dem entstehenden Dark Wave/Gothic-Genre zugeordnet. Gang of Four bringen auf ihrem legendären Album "Entertainment!" mit Return The Gift, I Found That Essence Rare und vor allem Damaged Goods (vielleicht einem der perfektesten Songs, den Punk je hervorgebracht hat) gleich mehrere Blueprints für den Post-Punk unter. Andere Bands wie Wire entwickeln sich zu einer der wichtigsten Post-Punk-Bands ("Pink Flag"). Auch Mark E. Smiths The Fall, die unbestritten langlebigste und beständigste Independent / Post-Punk Band, ist zu nennen.

Parallel zur in Großbritannien entstehenden Post-Punk-Szene, zu der auch Public Image Ltd., John Lydons Post-Sex-Pistols-Band, gehört, waren auch in New York Post-Punk-Bands entstanden. Der New Yorker Punk war bereits artifizieller als sein kämpferischer britischer Bruder und so verwundert es auch nicht, dass in New York früh mit anderen Rhythmen und Instrumenten experimentiert wurde. Zentral in der New Yorker Post-Punk-Szene sind ESG und Liquid Liquid. Die sogenannte No Wave, die einen kurzen Sommer lang in New York hell erstrahlte (und auf der No New York Compilation zu finden ist), war ebenfalls eine Splittergruppierung von Post-Punk.

Genau betrachtet ist die deutsche Punk-Szene um den Ratinger Hof in Düsseldorf dem Post-Punk-Ideal viel näher als sie dem klassischen 1-2-3-4-Punk war.

2. Welle

Zu Beginn des Jahrhunderts gab es ein kleines Revival, erneut mit New York als Vorreiter. Das Produzenten-Team DFA brachte mit The Rapture, Radio 4 und LCD Soundsystem (das aus James Murphy von DFA besteht) und Matador Records mit Interpol die wohl wichtigsten Bands der zweiten Post-Punk-Welle hervor. England zog wenig später nach und beansprucht mit Franz Ferdinand die kommerziell erfolgreichste Post-Punk-Band, die wiederum Gruppen wie Bloc Party den Weg bereitete. Nach wie vor ist der Postpunk-Underground, besonders in den Staaten, scheinbar unendlich tief, wie die Compilation Serie "Notes Of The New Underground" eindrucksvoll dokumentiert. Mit Angular Records hat sich eines der besten Labels Englands ganz dem Post-Punk-Ideal verschrieben. Auch in Deutschland wuchs erfreulicherweise eine kleine Gruppe von Post-Punk beeinflussten Bands heran: Von Spar, Monozid und The Robocop Kraus sind hier zu nennen, sowie das über die Post-Punk Szenerie berichtende Transmission Fanzine.

Akteure, Alben und Songs (Auswahl)

70er / 80er

Bands: Gang of Four, Joy Division, Wire, The Comsat Angels, The Fall, ESG, Liquid Liquid, LiLiPUT, Magazine, Pere Ubu, The Pop Group, Public Image Ltd., The Raincoats, XTC, Young Marble Giants, The Flying Lizards, Kramer, This Heat, The Residents, Mark Stewart, Killdozer, Big Stick, Zen-Faschisten, Chrome, Siouxsie and the Banshees, The Cure, Foetus, Bauhaus, Killing Joke, Magazine, The Birthday Party, Cabaret Voltaire, Section 25

Alben:

Songs:

Compilation:

Liste:

90er / ab 2000

Bands: The Rapture, Interpol, Radio 4, LCD Soundsystem, Bloc Party, Franz Ferdinand, Yeah Yeah Yeahs, !!!, The Fall

Alben:

Songs:

Compilations:

Vorläufer (Auswahl)

Labels (Auswahl)

Literatur

  • Judith Ammann: Who's been sleeping in my brain? Interviews Post Punk, Suhrkamp-Verlag, Frankfurt a. M. 1987
  • Simon Reynolds: Rip it Up and Start Again. Postpunk 1978 - 1984. Faber & Faber, London 2006
  • Tobias Stalling: Nach Punk in die Disco. Von der Pop Group zu Radio 4, in: testcard. Beiträge zur Popgeschichte #12: Linke Mythen, Mainz: Ventil Verlag 2003, S.110-115

Weitere Post-Genres

Post- (Präfix), Post-Punk, Post-Techno, Post-Rock, Post-Grunge, Post-Hardcore, Post-Hip-Hop, Post-Metal, Post-Industrial, Post-Dubstep, Postserielle Musik, Postdigital, Postmoderne, Post-Brit-Pop, Post-Disco

Weblinks

  • TJ Mahr – A Post Punk Tumblr [1] bei postpunk.tumblr.com
  • Artikel Post-Punk [2] bei der de.wiki
  • Featured Post-Punk Albums [3] bei allmusic