Post-Hardcore

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Abgrenzung
Ursprünge: Hardcore-Punk
Herkunft: USA (Washington, D.C., San Francisco, New York)
Zeitraum: seit ca. 1985
Anders als: Hardcore, Screamo, Indierock, Alternative Rock

Post-Hardcore ist ein Sammelbegriff für Stilrichtungen, die auf dem ursprünglichen Gerüst des Hardcore-Punk aufbauten, jedoch dessen fixe Strukturen aufbrachen und um Elemente aus anderen Genres erweiterten. Seine Ursprünge hat der "Post-Hardcore" einerseits in den experimentellen Bands des kalifornischen SST-Labels, andererseits in der Dischord-Szene in Washington, D.C.

Einführung und Geschichte

Nachdem sich seit Ende der 1970er Jahre das zunächst spezifisch amerikanische Punk-Subgenre des Hardcore mit Bands wie Black Flag, Circle Jerks oder Dead Kennedys an der Westküste sowie Bad Brains und Minor Threat im Großraum Washington, D.C. etabliert hatte, erlebte die Szene Anfang bis Mitte der 1980er eine erste Phase der Stagnation. Der formelhafte Genrekodex des Hardcore mit seinem "schneller-härter-lauter"-Credo bot vielen Bands nicht die Freiheit, musikalisch neue Wege zu gehen, ohne dabei die zu Grunde liegende Energie des Punkrock aufzugeben. Aus diesem Grunde begannen Gruppen wie Black Flag, Minor Threat, Minutemen oder Hüsker Dü nebst ihren kreativen Köpfen Greg Ginn, Ian MacKaye, Mike Watt oder Bob Mould ihr stilistisches Spektrum zu erweitern und mit Einflüssen aus Jazz, Noiserock, Funk oder Soul zu arbeiten. Teilweise ging dies mit komplexerer Rhythmik, vielseitigerer Melodieführung oder veränderter Tempodynamik einher, wie sie viele Bands aus der Dischord-Szene (Fugazi, Rites of Spring, Embrace, Nation of Ulysses etc.) verarbeiteten, während Bands wie jene von Steve Albini (Big Black, Rapeman, Shellac) sich dem Noiserock von Sonic Youth öffneten. Ende der 1980er kam schließlich eine neue Generation von Gruppen wie Helmet, Jawbox, Shudder to Think, Drive Like Jehu, Codeine, Unsane und Quicksand hinzu, welche die Pioniertaten der Vorgänger aufnahmen und ihrerseits eine erweiterte Bandbreite des Post-Hardcore aufzeigten.

Im Laufe der Neunziger breiteten sich die Ideen des Genres einerseits weiter aus (um in Deutschland beispielsweise bei The Notwist oder in Schweden bei den immens einflussreichen Refused auf fruchtbaren Boden zu fallen), während sich andererseits viele Gruppen der ersten und zweiten Generation – teilweise nach missglückten Ausflügen zu Majorlabels – auflösten. Erst um die Jahrtausendwende erhielt das Genre mit experimentierfreudigen Bands wie At the Drive-In, Glassjaw, Les Savy Fav, Thrice, Thursday oder Alexisonfire wieder neue Dynamik, wobei nun auch Elemente aus Pop, Alternative Rock, Progressive Rock und Electronica ihren Weg ins Spektrum des Post-Hardcore fanden.

Im weitesten Sinne verwandt mit Post-Hardcore sind (Sub-)Genres wie Noise Rock/Noisecore, Math Rock/Mathcore, Emocore, Slowcore, Screamo und Riot Grrrl, welche ebenfalls Weiterentwicklungen der ursprünglichen Hardcore-Blaupause darstellen und teilweise auf dem Post-Hardcore selbst fußen.

Wichtige Akteure, Alben und Songs

1980er:

1990er:

2000er:

Wichtige Alben

Vorläufer

Wichtige Labels

Weitere Post-Genres

Post- (Präfix), Post-Punk, Post-Techno, Post-Rock, Post-Grunge, Post-Hip-Hop, Post-Metal, Post-Industrial, Post-Dubstep, Postserielle Musik, Postdigital, Postmoderne, Post-Brit-Pop, Post-Disco