Populäre Musik

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Populäre Musik ist eine Kategorie der Musik, mittels derer die ästhetische Organisation von Klang von einer zumeist als geringerwertig bezeichneten, weil auf Grundlage des bestehenden Kanons und Einverständnisses weniger konstruierten und systematisierten Form der Musik abgesetzt werden soll. Heute ist der Begriff Populäre Musik Oberbegriff für Musik, die entsprechende Prinzipien vorweist, und subsumiert Popmusik wie Rockmusik, sowie die jeweiligen Ausprägungen weiterer Genres, Stile und Gattungen.

Hintergrund

In der älteren Geschichte der Musik stand die populäre Variante oft unter dem Verdacht, aus der etablierten Kunstmusik abgekupfert worden zu sein, wo sie es durch Vereinfachungen von Arrangements zumeist von Arien aus Opern nicht tatsächlich wurde. Das Problem, dass einfache Formen der Musik wahrscheinlich vor der konstruierten Supermusik (E-Musik) da waren, wurde gelöst, indem diese Volksmusik, Volkstümliche Musik oder Folklore genannt wurde. Der Terminus Populäre Musik hat dementsprechend weithin einen untilgbar pejorativen Beigeschmack.

Kritik

Die wissenschaftsfähige Variante des Begriffs Populäre Musik sollte zunächst Popularmusik heißen, aber schnell wurde klar, dass dieses Kunstwort sich als offensichtlich unschönes „Sprachungetüm“ nicht halten ließ.[1] Deshalb ging man an den Universitäten dazu über, wieder mehr von Popmusik und Populärer Musik zu sprechen. Die Ironie der Geschichte auch der Musik hat schließlich dazu geführt, dass sogenannte Ernste Musik heutzutage oft wesentlich eher unter diese Kategorie fällt als die experimentellen Formen immer noch sogenannter Populärer Musik. Damit ist eine Umkehrung der Verhältnisse eingetreten, der die Sprache offensichtlich nicht mehr gerecht werden kann. Das Konzertpublikum „eigentlicher Musik“ steht heutzutage oft eher unter dem Verdacht, einfache intellektuelle Verschwierigung zur Selbstbestätigung unverarbeitet über sich ergehen zu lassen als zum Beispiel ein interessierter Besucher eines anspruchsvollen Konzerts „Populärer Musik“, das seine Legitimation oft auch einer zugeschriebenen Authentizität verdankt. Authentizität ist der Haupt-Wertmaßstab, der vom Rolling Stone für eine Bewertung populärer Musik ins Feld geführt wurde und wird.[2]

Popmusik

<– Gershon KingsleyPopcorn (1969). Das erste Stück Popmusik nur auf Grundlage elektronischer Musik.

Der Beginn der Popmusik, wie sie bis heute verstanden wird, ist mit den weltweiten Erfolgen der Band ABBA seit 1974 anzusetzen. Spätestens seit den 1980er Jahren wurde der Terminus Popmusik in den diversifizierten Musikszenen und Subkulturen oft wie eine Auszeichnung behandelt. In vielen wissenschaftlichen Abhandlungen zur Popmusik wird das Präfix Pop auch auf eine phonologische Repräsentation von Spritzigem, dem Knallen von Sektkorken usw. zurückgeführt und im Sinne von to pop akzentuiert.[3][4] Popmusik wird als einer der beiden Antipoden des Mainstream verhandelt und steht der Rockmusik gegenüber. Pop bezeichnet hier die eingängigere Variante chartstauglicher Musik entgegen der härteren Fraktion von meistenfalls gitarrenorientierten Bands. Popmusik ist tendenziell mehr aus der Beatmusik entstanden, Rockmusik aus dem Rock'n'Roll.

Siehe auch

Pop, Popliteratur, Pop-Art, Post- (Präfix), Muzak (E-, U- und F-Musik), Authentizität, Mainstream, Musik im Internet, Subkultur, Repetitive Musik, MOR, Equipment, Elektronische Musik, Elektronische Tanzmusik, Computermusik.

Einzelnachweise

  1. Peter WickePopuläre Musik als theoretisches Konzept (1992) [1] PopScriptum bei der Humboldt Uni, Berlin
  2. Authentizität zur Bewertung von Popmusik nach den Prinzipien des Rolling Stone: Zum Beispiel bei Wade Gordon (1997) – Never Mind The Authentic [2] PDF bei Concordia.ca
  3. Thomas Hecken – Pop: Aktuelle Definitionen und Sprachgebrauch (2012) [3] ausführlich bei der Pop-Zeitschrift
  4. Vergleiche auch das Video der Gruppe M Pop Muzik von 1979 [4] bei Youtube

Weblinks, Standpunkte

Links im Juli 2017.