The Police

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The Police
The Police-Reunion 2008
The Police-Reunion 2008
Herkunft: London, England
Aktiver Zeitraum: 1977-1983, Reunions 1986 und 2007/2008
Genres: Punk, Reggae, New Wave, Rock, Pop
Labels: Illegal, A&M, Polydor
Homepage: thepolice.com
Line-Up:
Sting – Gesang, Bass
Andy Summers – Gitarre
Stewart Copeland – Schlagzeug, Percussion
Ehemalige Mitglieder:
Henry Padovani – Gitarre (1977)

The Police waren eine der erfolgreichsten Bands aus dem Post-Punk-Umfeld der späten Siebziger und frühen Achtziger Jahre. Mit ihrer Mischung aus New Wave, Punk, Reggae und Pop verkauften sie Millionen von Platten, und ihr Sänger und Bassist Sting wurde als Solokünstler in den 80er Jahren ebenfalls äußerst erfolgreich.

Bandgeschichte

"Die coole Band mit oder besser trotz Sting", so könnte man die landläufige Indie-Meinung über The Police vielleicht treffend beschreiben, sieht man doch nach wie vor die Buttons mit den Konterfeis der drei "Polizisten" an diversen DJ-Bags, Sakko-Revers und Armeerucksäcken. (Ganz von der Tatsache abgesehen, dass die Liste der Police-Cover-Interpreten von beinharten Metallern wie Machine Head und Anthrax über aufrechte Hardcore-Bands à la Snapcase und Alternative-Rockern der Marke Pearl Jam und Feeder bis zu Songwriterinnen wie Alanis Morissette und Tori Amos reicht.) Tatsächlich umgibt die Gruppe um Sänger und Bassist Sting, Ex-Animals-Gitarrist Andy Summers und den US-stämmigen Drummer Stewart Copeland eine gewisse Punk-Aura, da sie im magischen Jahr 1977 in der Tat als eine Art Punkband wider (vor allem Stings) Willen gestartet waren. Letzterer Herr, eigentlich den Namen Gordon Matthew Sumner tragend, hatte Stewart Copeland eines Abends nach einem Konzert seiner Jazzband Last Exit in seiner Heimatstadt Newcastle kennen gelernt. Copeland hatte ihn nach London eingeladen, um dort gemeinsam etwas Musikalisches auf die Beine zu stellen, da seine letzte Band, eine Progressive Rock-Combo namens Curved Air, sich kurz zuvor aufgelöst hatte. Sumner, damals noch als Lehrer tätig, sah dies als seine Chance, dem grauen Norden Englands zu entfliehen und machte sich auf in die Landeshauptstadt. Es war das Jahr von Sex Pistols und The Clash, und Punk hieß das Gebot bzw. der Hype der Stunde. Mit dem französischen Gitarristen Henry Padovani wurde auch bald eine erste Single namens "Fall Out" aufgenommen, die wohl tatsächlich das Punkigste darstellt, was The Police je aufgenommen hatten. Als die 7" es jedoch nicht schaffte, größere Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen und sich Padovani darüberhinaus als ziemlich schlechter Musiker entpuppte, wagten Sting und Copeland mit neuem Gitarristen – besagtem Andy Summers – und verändertem Sound einen Neuanfang.

Heraus kam 1978 ein Plattenvertrag mit A&M und in Folge dessen das Debütalbum von The Police mit dem merkwürdigen Titel "Outlandos d'Amour". (Den Titel hatte sich Miles Copeland, Bruder von Stewart und Manager der Band, ausgedacht, ebenso wie die gleichermaßen seltsamen Titel der nächsten beiden Police-LPs.) Darauf zu hören waren teils kantige, aber eingängige Stücke zwischen New Wave und Reggae, versetzt mit einer mittleren Dosis Punk. Textlich ging es um recht gewagte Sachen wie die Liebe zu einer Prostituierten (Roxanne), beleidigte Selbstmord/Rachephantasien (Can't Stand Losing You) oder Oden an Sex-Gummipuppen (Be My Girl Sally); musikalisch untermalt von minimalistischen Gitarren- und Basslinien, einem ebenso reduzierten Reggae-Schlagzeugbeat und der unglaublich hohen, trotzdem rotzigen Stimme von Sting. In ihrer Heimat Großbritannien ging die Platte nebst der Singleauskopplung Roxanne zunächst ziemlich unter. Der Entschluss der Band, Anfang 1979 ohne Heimaterfolg im Rücken ausgerechnet in den USA auf Tour zu gehen, wo die Platte noch nicht einmal veröffentlicht worden war, erschien vor diesem Hintergrund ziemlich riskant. Doch die Rechnung ging auf: Die Amerikaner fuhren auf das Trio ab, Roxanne enterte die Charts, und folglich wurde auch die britische Medienöffentlichkeit auf The Police aufmerksam. Ein Re-Release der Single führte dann auch im Vereinigten Königreich zum gewünschten Erfolg, und Roxanne kletterte bis auf Platz 12 der Charts.

Im selben Jahr erschien bereits der Zweitling "Regatta de Blanc", dessen Singles Message in a Bottle und Walking on the Moon dann jeweils die Pole Position der britischen Charts erreichten und den Status von The Police als eine der heißesten Bands der Stunde festigten. (Das instrumentale Titelstück des Albums gewann übrigens den Grammy als "Best Instrumental Rock Performance".) Klanglich gaben sich The Police bereits deutlich vielseitiger als auf ihrem Debüt, was auf der 1980 erschienenen dritten LP "Zenyatta Mondatta" noch weitergeführt werden sollte. Neben New Wave-Reggae-Hits wie Don't Stand So Close to Me und Pop à la De Do Do Do De Da Da Da fanden sich nun erstmals auch politische Kommentare wie zu der Invasion der Sowjets in Afghanistan (Bombs Away) oder die Armut im eigenen Land (Driven to Tears). Das 1981er Album "Ghost in the Machine" sollte diesen Weg mit Tracks wie Invisible Sun oder Spirits in the Material World fortsetzen; gleichwohl gab es auch wieder leichter zu verköstigendes Hitparadenfutter wie Every Little Thing She Does Is Magic.

The Police hatten sich Anfang der 80er endgültig als eine der größten Bands des Rock etabliert, doch hinter den Kulissen rumorte es schon seit längerem gewaltig. Mit Sting, Andy Summers und Stewart Copeland waren drei äußerst egozentrische Charaktere in der Band, und gerade der Sänger hatte durch die fast ausnahmslos von ihm geschriebenen Hits sowie eine beginnende Schauspielkarriere (u.a. die Verfilmung des The Who-Konzeptalbums "Quadrophenia" und dem Science Fiction-Spektakel "Dune – Der Wüstenplanet") scheinbar genug Grund, um sich als Alleinherrscher über die Bandausrichtung zu sehen. Die Rivalitäten gingen so weit, dass Sting sich weigerte, Material zu spielen, was nicht er selbst geschrieben hatte (wodurch es auch zu der absurden Situation kam, dass das von Andy Summers geschriebene Instrumental Behind My Camel ohne Sting eingespielt und schließlich auch noch mit einem Grammy ausgezeichnet wurde).

Dennoch raufte man sich 1983 noch einmal zusammen, um das kommerziell erfolgreichste und, wie sich herausstellen sollte, letzte Police-Album namens "Synchronicity" einzuspielen. Die Punk-Einflüsse der frühen Tage waren mittlerweile einem großen, stadiontauglichen Sound gewichen, und obgleich sich immer noch obskure Songs wie das psychotische Mother (von Andy Summers) oder das sarkastische Murder by Numbers auf der Platte befanden, waren es doch breit angelegte Tracks wie Synchronicity II, King of Pain und vor allem das meistgespielte Radiostück überhaupt, Every Breath You Take, die "Synchronicity" zum Monstererfolg machten. Das Album und die Single Every Breath You Take erhielten Mehrfachplatin (allein in den USA verkaufte sich die LP mehr als acht Millionen Mal), eine triumphale Welttournee folgte, aber im Anschluss beschlossen The Police, auf dem Gipfel ihres Erfolges aufzuhören.

Es folgte Stings erfolgreiche Solokarriere sowie eine einmalige Reunion 1986 für Amnesty International. Andy Summers und Stewart Copeland kollaborierten verschiedentlich mit anderen Künstlern und brachten Soloalben heraus. Wie allgemein üblich, wurde der Police-Backkatalog immer mal wieder neu aufgelegt, und diverse Live- und Best Of-Alben kamen auf den Markt. 2003 wurde die Band in die "Rock and Roll Hall of Fame" aufgenommen. Die immer wieder neuen Anfragen für eine Police-Reunion wurden von Sting allerdings stets negativ beschieden, bis sich die Drei von der Polizei 2007 anlässlich des dreißigjährigen Bandjubiläums endlich einen Ruck gaben und auf – natürlich – ausverkaufte Welttournee gingen. Ein neues Album ist gleichwohl nicht geplant.

Diskographie

Alben
Sonstige
  • 1986 Every Breath You Take: The Singles (Best Of-LP/CD, A&M)
  • 1992 Greatest Hits (Best Of-LP/CD, A&M)
  • 1993 Message in a Box: The Complete Recordings (4-CD-Box-Set, A&M)
  • 1995 The Police Live! (A&M)
  • 2008 The Police: Certifiable

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
NME Sounds
1979 Regatta de Blanc 10
1983 Synchronicity 29
Singles
1979 Message in a Bottle 6 3
1979 Roxanne 6
1980 Don’t Stand So Close to Me 46
1983 Every Breath You Take 27

All-Time-Charts

Outlandos d'Amour
Reggatta de Blanc
Ghost in the Machine
Zenyatta Mondatta
Synchronicity
Every Breath You Take (Song)

Referenzbands

Coverversionen

The Police werden gecovert von...

  • AFIMan in a Suitcase (auf "Answer That and Stay Fashionable")
  • Tori AmosWrapped Around Your Finger (auf "Anything But Honey")
  • AnthraxNext to You (auf "Taking the Music Back")
  • Edge of SanityInvisible Sun (auf "Until Eternity Ends")
  • Fall Out BoyRoxanne (auf "¡Policia!: A Tribute to the Police")
  • FeederCan't Stand Losing You (auf "Picture of Perfect Youth")
  • Grace JonesDemolition Man (auf "Nightclubbing")
  • LeatherfaceMessage in a Bottle (auf "Mush")
  • Pearl JamDriven to Tears (live)
  • PrimusBehind My Camel (auf "Rhinoplasty")
  • QueensrycheSynchronicity II (auf "Take Cover")
  • Machine HeadMessage in a Bottle (auf "The Burning Red")
  • George MichaelRoxanne (auf "Songs from the Last Century")
  • Alanis MorissetteKing of Pain (als Queen of Pain, auf "Unplugged")
  • No Use for a NameTruth Hits Everybody (auf "Incognito")
  • SnapcaseTruth Hits Everybody (auf "Snapcase vs. Boysetsfire")
  • Violent FemmesEvery Breath You Take (auf "Something's Wrong")
  • Frank ZappaMurder by Numbers (auf "Broadway the Hard Way")

Weblinks