Peter Gabriel – Up

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Up
Peter Gabriel
Veröffentlicht: 24. September 2002
Label & Vertrieb: Real World Records / Virgin
Albumlänge: 66:40 Min.
Produziert von: Peter Gabriel
Genre: Progressive Rock
Formate: LP/CD
Singles: 2002 The Barry Williams Show
2002 More Than This
Chronologie

1992Us

Up

2010Scratch My Back

Andere:
2002Long Walk Home: Music from the Rabbit-Proof Fence

"Up" ist das siebte Studioalbum von Peter Gabriel. Es erschien im September 2002 auf Gabriels Label Real World Records und wurde vom Künstler selbst produziert.

Zum Album

Schon nach seinem 1986er Megaseller "So" war der ehemalige Genesis-Frontmann Peter Gabriel dazu übergegangen, sich für seine folgenden regulären Studioalben wie auch vor allem seine sonstigen Projekte deutlich mehr Zeit zu nehmen als früher. Bevor Album Nummer sechs 1992 unter dem Titel "Us" in die Läden gekommen war, hatte Gabriel beispielsweise sein wegweisendes World Music-Projekt "Passion" veröffentlicht, und bis das siebte Album, das eine Weile den Arbeitstitel "I/O" getragen hatte, das Licht der Welt erblickte, war von dem umtriebigen Artrock-Vater unter anderem das Millenniums-Multimedium "OVO" sowie der Soundtrack zum Film "Rabbit Proof Fence" erschienen. Nach dem Release des letztgenannten Albums ging es dann allerdings sehr schnell mit "Up", wie das im Herbst 2002 veröffentlichte Album schließlich hieß. Die zehn Stücke umfassende Songsammlung war dabei bemerkenswerterweise schon 1998 im Rohbau fertig geworden, allerdings nahm sich Gabriel besagte Zeit für den Feinschliff und hatte zudem in regelmäßigen Abständen Demoversionen und sonstige bits'n'pieces zur Entstehung der Platte auf seiner Homepage veröffentlicht.

Im Vergleich zur Beziehungskistenplatte "Us" widmete sich "Up" hauptsächlich den noch elementareren Themen von Geburt, Tod, Furcht und Wahrheit. Musikalisch verarbeitete Gabriel dabei neben seinen klassischen Inspirationen aus fein ausgearbeitetem Progrock (No Way Out), leicht dahingespieltem Pop (The Barry Williams Show) und Spirituals bzw. Weltmusik (Sky Blue oder das auf einem Archivbeitrag des damals bereits verstorbenen Nusrat Fateh Ali Khan basierende Signal to Noise) auch Elektronik und Industrial sowie Samples und Loops, die Songs wie dem Opener Darkness und dem folgenden Growing Up oder auch der Single More Than This eine der Thematik angepasste besonders düstere Note gaben. Hinzu kam, dass bis auf das Piano-Finale The Drop alle Songs mindestens sechs, wenn nicht deutlich über sieben Minuten lang waren und dem Hörer somit noch mehr Geduld abforderten als die ebenfalls schon nicht gerade kompakten Stücke von "Us". Einige Songs von "Up" waren dabei auch in älteren bzw. Instrumentalversionen schon auf Soundtracks wie "City of Angels" zu hören gewesen.

Wie schon auf seinen vorigen Alben arbeitete Peter Gabriel auch auf "Up" wieder mit einer langen Reihe von Gastmusikern zusammen, darunter die langjährigen Weggefährten Tony Levin (King Crimson), David Rhodes und Manu Katché sowie weitere Veteranen der Marke Daniel Lanois, Fleetwood Mac-Gründer Peter Green und Tchad Blake (produzierte u.a. Pearl Jam, Elvis Costello und Tom Waits). Auch Gabriels Tochter Melanie Gabriel sowie die legendäre Gospelband Blind Boys of Alabama waren an der Entstehung des Albums beteiligt. Zur Promotion des Albums ging Peter Gabriel mehrmals unter dem Motto "Growing Up Live" mit einer sehr aufwändigen Bühnenshow auf Tournee. Die Singles "More Than This" und "The Barry Williams Show" enthielten zudem Remixe von u.a. Röyksopp, Elbow und Trent Reznor, deren eigene Songs wiederum die Grundlage des 2010 erschienenen nächsten Gabriel-Albums, des Coverprojekts "Scratch My Back" bilden sollten.

"Up" erreichte Platz 11 der UK-Albumcharts sowie Platz 9 der US-Billboard-Albumplatzierungen, zudem erhielt es eine Goldene Schallplatte in Kanada und eine Silberne Schallplatte in Großbritannien. Die Reaktionen der Kritik waren teilweise skeptisch, da der Rolling Stone dem Künstler vorhielt, unter anderem wegen des extrem langen Entstehungsprozesses den Kontakt zur Wirklichkeit verloren zu haben,[1] während Allmusic immerhin zugestand, dass die Platte eben aufgrund ihrer Komplexität dem Hörer mehr Geduld abverlangte als die vergleichweise zugänglichen Vorgänger, sich dieser Höraufwand aber dafür auch lohne.[2]

Line-Up

  • Peter Gabriel: Gesang, Tasteninstrumente, Gitarre, Bass, Mundharmonika, Streichinstrumente, Blasinstrumente, Percussion, Samples, Elektronik, Loops, Zimbeln, Synthesizer-Schlagzeug, JamMan
  • David Rhodes: Gitarre
  • Tony Levin: Bass

Für eine vollständige Credit-Liste siehe den entsprechenden Link bei Discogs.com.

Tracklisting

  1. Darkness (6:51)
  2. Growing Up (7:33)
  3. Sky Blue (6:37)
  4. No Way Out (7:53)
  5. I Grieve (7:25)
  6. The Barry Williams Show (7:16)
  7. My Head Sounds Like That (6:29)
  8. More Than This (6:02)
  9. Signal to Noise (7:36)
  10. The Drop (3:04)

Singles

Weblinks

Quellen

  1. Rezension bei Rolling Stone
  2. Rezension bei Allmusic