Peter Gabriel

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Peter Gabriel
Peter Gabriel
Peter Gabriel
Herkunft: Chobham, England
Geboren: 13. Februar 1950 (68 Jahre)
Aktiver Zeitraum: seit 1967
Genres: Progressive Rock, Pop
Instrumente: Gesang, Tasteninstrumente, Percussion
Labels: Charisma
Virgin
Real World Records
Homepage: PeterGabriel.com
Bands:
Genesis

Peter Gabriel ist einer der einflussreichsten Musiker im Bereich der progressiven Rock- und Popmusik.

Biographie

Der 1950 geborene Peter Gabriel hat mit seiner Band Genesis, deren Sänger er von 1967 bis 1975 war, als Solokünstler sowie im Bereich des Soundtracks Entscheidendes im Bereich der progressiven und anspruchsvollen Pop- und Rockmusik geleistet. Der Kult um die noch als Schülerband gegründeten Genesis war auch auf Gabriels extravagantes Bühnenauftreten gegründet, und die Auftritte der Band zentrierten sich schließlich mehr auf die Geschichten, Bühnenkostüme und Performances des Sängers als auf die Musik. Kommerziell war Genesis zur Gabriel-Periode weniger Erfolg beschieden als später in der Zeit mit Phil Collins, der neben dem Schlagzeug noch den Gesang übernahm, doch entstanden in dieser Zeit einige der zentralen Werke des Artrock wie beispielsweise Nursery Cryme, Foxtrot oder das Konzeptalbum The Lamb Lies Down On Broadway. 1975 war jedoch klar, dass sich Sänger und Band auseinandergelebt hatten, und Peter Gabriel verließ Genesis nach der Welttournee für das Broadway-Album.

Die erste Phase seiner Solokarriere ab 1977 beinhaltete vier Alben, die allesamt nur den Namen des Sängers trugen (inoffiziell aufgrund der jeweiligen verfremdenden Covergestaltung auch als Car, Scratch und Melt bekannt) und auf denen er unter anderem mit King Crimson-Chef Robert Fripp zusammenarbeitete. In dem Hit Solsbury Hill vom ersten Album verarbeitete Gabriel auch den Ausstieg aus der Band und sein Bedürfnis nach künstlerischer, spiritueller und persönlicher Neuorientierung. Kommerziell gelang es dem Sänger zunächst nicht, an die zunehmend mainstreamorientierteren Erfolge seiner Ex-Band anzuknüpfen, und so erspielte Gabriel sich eher eine Kultposition im Bereich der Schnittstelle zwischen Pop und Artrock. Album Nr. 3 von 1980 konnte mit der zukunftsweisenden und für die folgenden Gabriel-Produktionen typischen Verwendung von experimentellen Tontechniken und Aufnahme von Elementen aus der Weltmusik sowie den Singles Games Without Frontiers und Biko dann mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Eine einzigartige Vorgehensweise war es auch, dass Gabriel das Album noch einmal komplett auf Deutsch einsang und einspielte, ebenso wie später das vierte. Zudem sah das Jahr 1982 die Eröffnung der WOMAD-Festivals (World Of Music And Dance), eine von dem Musiker konzipierte und initiierte Festivalreihe, die rund um die Welt Aufführungen verantwortet, bei denen Musikkulturen aus aller Welt zusammengebracht werden sollen. 1985 schließlich zeichnete Peter Gabriel für seinen ersten größeren Filmsoundtrack verantwortlich, als er das Drama Birdy (mit Nicolas Cage und Matthew Modine) mit Musik unterlegte.

Erst im Jahre 1986 jedoch sollte Peter Gabriel den Sprung vom Kult- zum Superstar machen. Vehikel hierfür war sein fünftes Album So, das mit seinem aufregenden Mix aus tanzbaren Beats, bekannt einfühlsamen und progressiven Klängen und purem Pop zu einem der bestverkauften Alben des Jahres werden sollte (und nebenbei noch Invisible Touch, das Album seiner Ex-Band Genesis aus demselben Jahr, vom Platz 1 der Charts verdrängte). Bahnbrechend waren hierbei vor allem die Videoclips zu den Funk- und Soul-inspirierten Singles Sledgehammer und Big Time, die in ihrer aufwändigen, mit Stop Motion und vielen anderen Effekten arbeitenden Produktion Maßstäbe setzten.

Nach dem Erfolg von So und dazugehöriger Welttournee ließ Peter Gabriel sich Zeit, bis er sein nächstes Soloalbum anging – eine Vorgehensweise, die von nun an zur Regel werden sollte. Nach den WOMAD-Festivals setzte er nun sein Engagement in der World Music-Szene mit der Gründung von Label und Studio Real World 1989 fort, bei dem fortan seine eigenen Platten erschienen und er auch diverse Künstler selbst produzierte. Im selben Jahr 1989 wurde Gabriel von Regisseur Martin Scorsese gefragt, ob er den Soundtrack zu dessen umstrittenem Jesus-Film "Die letzte Versuchung Christi" erstellen wollte. Gabriel sagte zu, und das unter dem Namen Passion veröffentlichte Album wurde mit einem Grammy als beste New Age-Performance ausgezeichnet. Auf ihm verband der Musiker in bahnbrechender Weise westliche und orientalische Kompositionstechniken und hatte sich dafür auch von Volksliedern aus dem Nahen Osten inspirieren lassen. Eine erste Werkschau über die Gabriel-Werke seit 1977 mit dem schönen Titel Shaking the Tree: 16 Golden Greats erschien 1990.

Das sechste Gabriel-Soloalbum erschien gleichwohl erst 1992 unter dem Titel Us. Der knappe Begriff beinhaltete die turbulenten Entwicklungen des Sängers, die dieser seit seinem Welterfolg mit So sowohl künstlerisch als auch privat erlebt hatte; unter anderem die Scheidung von seiner Frau und die Entfremdung von seinen Kindern (der erste Song des Albums, Come Talk to Me, ist an seine Tochter gerichtet). Im Vergleich zum extrovertierten Vorgängeralbum stellte sich Us wesentlich introspektiver und selbstreflexiver dar, und bis auf die Funk-Hommage Steam befanden sich kaum Tracks auf der Platte, die in ähnlicher Weise das Mainstreampublikum anzusprechen vermochten. Gleichwohl zeigten sich die Kritiker und Fans vom erdigen, vielschichtigen Sound und der intimen Atmosphäre überzeugt, und das Album featurte Gastbeiträge u.a. von Sinéad O'Connor und diversen World Music-Bekanntheiten wie Youssou N'Dour.

Nach der Tour zu Us 1993 herrschte bis zur Jahrtausendwende vermeintlich Ruhe um Peter Gabriel. Er konzentrierte sich hauptsächlich auf die Real World-Studios und war einer der ersten Künstler, welche die neuen Medien – erst die interaktive CD-Rom (Xplora von 1993), später die DVD – ausprobierten und auch dort Maßstäbe setzten. Zwischendurch gab es auch mal ein Wiedersehen mit seiner alten Band Genesis, um die auch bis vor kurzem Reuniongerüchte in der Urbesetzung kursierten, denen Gabriel jedoch bislang aus unterschiedlichen Gründen (nicht aber grundsätzlich) eine Absage erteilte. 1999 erhielt Gabriel dann die Anfrage aus London, ein musikalisches Konzept für die dortige Millennium Show auszuarbeiten, was schließlich in dem Kompositionszyklus OVO gipfelte. Dabei ging es erneut um die Verbindung von orientalischen und okzidentalischen Volksmusiktraditionen im modernen Gewand, und auf dem gleichnamigen Konzeptalbum waren Stars wie Richie Havens und Elizabeth Fraser (Cocteau Twins) zu hören. Erst zehn Jahre nach Us kam 2002 schließlich das nächste Soloalbum von Peter Gabriel heraus, in der neuen Tradition wieder lediglich mit einem Two-letter-word betitelt, nämlich Up. Noch eine Kante düsterer als der ohnehin schon recht melancholische Vorgänger, hatte Gabriel mit Industrial- und anderen alternativen Dance-Rhythmen experimentiert, die ein beeindruckendes "Alterswerk" ergaben. Im selben Jahr komponierte er den Soundtrack zu dem australischen Spielfilm Rabbit-Proof Fence (Long Walk Home) und wurde dafür mit einer Golden Globe-Nominierung geehrt. Die zweite Best Of mit dem Titel HIT kam 2003 heraus. 2007 war Peter Gabriel auch wieder auf Deutschlandtour, die er wie immer mit diversen Ansagen in deutscher Sprache moderierte und auf der die seit eh und je äußerst aufwändige und experimentierfreudige Bühnenshow wieder zum Einsatz kam.

Mit Scratch My Back brachte Gabriel 2010 ein Album heraus, auf dem ausschließlich Coverversionen seiner Lieblingslieder zu finden sind. Begleitet wird er dabei nur vom Klavier und einem Orchester. Die gecoverten Künstler (u.a. Arcade Fire, David Bowie, Radiohead, Elbow) nehmen im Gegenzug neue Versionen von Gabriels Songs auf, die auf einem zweiten Album veröfentlicht werden sollen.

Witness

1992 gründete Gabriel die Menschenrechtsorganisation Witness, die Menschenrechtsaktivisten mit Kameras ausstattet, mit denen Menschenrechtsverletzungen gefilmt werden sollen. Seit 2007 ist die Website The Hub online, auf der ohne Zensur und anonym Videos, Fotos oder Audiodateien hochgeladen werden können.

Bands

Solo-Diskographie

Alben
  • 1977 Peter Gabriel (LP/CD, Charisma)
  • 1978 Peter Gabriel II (LP/CD, Charisma)
  • 1980 Peter Gabriel III (LP/CD, Charisma)
  • 1980 Peter Gabriel III – Ein deutsches Album (LP/CD, Charisma)
  • 1982 Peter Gabriel IV (LP/CD, Charisma)
  • 1982 Peter Gabriel IV (Security) US Album (LP/CD, Charisma)
  • 1982 Peter Gabriel IV – Deutsches Album (LP/CD, Charisma)
  • 1986 So (LP/CD, Virgin)
  • 1992 Us (LP/CD, Virgin)
  • 2002 Up (LP/CD, Virgin)
Soundtracks und Sonstige
  • 1983 Plays Live (Live-LP/CD, Charisma)
  • 1985 Birdy (O.S.T., Charisma)
  • 1989 Passion (Soundtrack) (LP/CD, Virgin)
  • 1990 Shaking the Tree (Best Of-LP/CD, Virgin)
  • 1994 Secret World (Live-Doppel-LP/CD, Virgin)
  • 2000 OVO (CD, Real World Records)
  • 2002 Long Walk Home – Music from The Rabbit-Proof Fence (Soundtrack, Real World Records)
  • 2003 HIT (Best Of, Virgin)

Kollaborationen

Charts

Jahr Titel Charts
D UK US A CH SV F NOR FIN AUS NZ
1977 Peter Gabriel 24 7 - - - 8 - 5 - - -
1978 Peter Gabriel II 49 10 - - - - - - - - -
1980 Peter Gabriel III 9
1
- 10 - - - - - - -
1980 Ein deutsches Album 59 - - - - - - - - - -
1982 Peter Gabriel IV - 6 - - - - - 15 - - -
1983 Peter Gabriel Plays Live 40 8 - - - 31 - - - - -
1986 So 2
1
2
1
2 2 -
1
- - -
1989 Passion 30 29 60 - - 34 - - - - -
1990 Shaking the Tree – Golden Greats 12 11 48 26 27 10 - - - - -
1992 Us
1
2 2 10 2 2 - 7 - - 39
1994 Secret World Live 8 10 23 8 10 24 - - - - -
1994 Shaking The Tree – 16 Golden Greats 85 - - - - - - - - - -
2000 Ovo – The Millennium Show 14 - - - 27 54 28 - - - -
2002 Long Walk Home 78 - - - - - - - - - -
2002 Up 4 11 9 9 4 6 4 11 11 37 35
2003 Hit 25 29 100 - 16 - - - - - 34
2003 Peter Gabriel – Live 31 - - - - - - - - - -
2004 Play – The Videos 33 - - - - - - - - - -
2005 Still Growing Up 74 - - - - - - - - - -
2010 Scratch My Back 2 12 26 - - - - - - - -
Singles
1977 Solsbury Hill 17 13 - - - - - - - - -
1980 Games Without Frontiers 36 4 - - - 17 - - - - -
1980 No Self Control - 33 - - - - - - - - -
1980 Biko - 38 - - - - - - - - -
1986 Sledgehammer 7 4
1
2 4 9 - 3 - - -
1986 In Your Eyes - - 26 - - - - - - - -
1986 Don't Give Up (feat. Kate Bush) 27 9 72 - - - - - - - -
1987 Big Time 38 13 8 - - - - - - - -
1992 Digging The Dirt 23 24 52 29 12 9 34 - - 23 -
1992 Steam 48 10 32 - - 28 - - - 29 -
1994 Lovetown 95 - - - - - - - - - 17
1994 SW Live EP - 39 - - - - - - - - -
2002 The Barry Williams Show 66 - - - 81 - 74 - - - -
2003 More Than This - 47 - - - - - - - - -
2010 The Book of Love 93 - - - - - - - - - -

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
NME Musikexpress Musikexpress Rolling Stone
1977 Peter Gabriel
29
-
- -
1978 Peter Gabriel II
6
-
- -
1986 So
-
1
- -
1992 Us
-
5
1
-
1993 Us
-
-
9 -
2002 Up
-
-
- 13
Singles
1977 Solsbury Hill
20
-
- -
1986 Sledgehammer
-
1
- -
2002 Barry Williams Show
-
-
- 29

All-Time-Charts

So
Biko

Kompilationsbeiträge

Referenzbands

Referenzkasten

  • Vampire Weekend - Cape Cod Kwassa Kwassa: "But this feels so unnatural, Peter Gabriel, too.
  • Hot Chip & Peter Gabriel - Cape Cod Kwassa Kwassa: Statt die obige Zeile wie im Orginal zu wiederholen, singt Gabriel "It feels so unnatural to sing your own name"

Coverversionen (Auswahl)

Peter Gabriel covert...
Peter Gabriel wird gecovert von...

Remixe

Peter Gabriel wird gemixt von...

Videoclips

Weblinks