Pendikel – Phantasievoll (aber unpraktisch)

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Phantasievoll (aber unpraktisch)
P²:eNdi|Kel
Veröffentlicht: 5. Oktober 1998
Label & Vertrieb: BluNoise / EFA
Produziert von: Guido Lucas
Genre: Progressive-Noisecore-Indie Rock
Formate: CD
Singles: 1998 Phantasievoll aber unpraktisch!
1999 Aeroflot
Chronologie

1996Fu ruft Uta

Phantasievoll (aber unpraktisch)

20043

Andere:
1997Pendikel / ULMe – Pubertäterä / Veiculo Longo

"Phantasievoll (aber unpraktisch)" ist das zweite Album der Osnabrücker Noiserockband Pendikel, die sich damals noch P²:eNdi|Kel schrieben. Es erschien im Herbst 1998 auf BluNoise und wurde von Guido Lucas produziert.

Zum Album

Das zweite Album von Pendikel mit dem Titel "Phantasievoll (aber unpraktisch)" erschien nach der Vorboten-Split-Single mit Porf im Herbst 1998 erneut bei BluNoise. In riesigem Pappcover verpackt, ging es in der ersten Hälfte des Albums für Pendikel-Verhältnisse recht straight und rumpelig noiserockend zu (vor allem bei den noch heute gern live gespielten Stücken Dermaßen voll und Kaffee machen), während die folgenden Songs wie das Codeine-eske Schicksal zunehmend länger und vertrackter wurden. Den Höhepunkt fand dies in dem über elfminütigen Instrumentalstück Aeroflot, das auch als Picture-10" ausgekoppelt wurde. Vorläufiger Abschluss war die Artrock-Referenz Heute, die auf der "Aeroflot"-10" auch noch als Remix von Sankt Otten enthalten war. Im letzten, auf der CD-Hülle nicht gelisteten Track Tocotronic war schließlich noch eine Schmährede auf die seinerzeit die Hamburger Schule verkörpernde gleichnamige Band zu hören.

Für Pendikel bedeutete "Phantasievoll" das letzte Album als Quartett, denn durch enttäuschte Ambitionen in Richtung des Von-der-Musik-leben-Könnens und gleichzeitigen kreativen Differenzen zwischen der "Hardcore"- und der "Progrock"-Fraktion innerhalb der Gruppe brach die Band 1999 schließlich auseinander. Während Bassist Christian Kruse und Schlagzeuger Jörg Schwöppe daraufhin die bald sehr erfolgreichen Waterdown gründeten, war von Carsten Sandkämper und Oliver Klemm erst Jahre später wieder als Pendikel etwas zu hören. Das Nachfolgealbum "3" erschien dann auch nur von besagtem Duo aufgenommen im Jahr 2004.

Line-Up


Tracklisting

  1. Pubertäterä (3:27)
  2. Dermaßen voll (3:21)
  3. Kaffee machen (2:59)
  4. Rosa (5:33)
  5. Schicksal (6:35)
  6. Machiavelli (4:41)
  7. Fall A (5:31)
  8. Aeroflot (11:28)
  9. Heute (7:01)
  10. Tocotronic (2:59)

Kommentare zu den einzelnen Songs

Zum Release der CD verfasste Sänger, Texter und Gitarrist Carsten Sandkämper Kommentare zu den einzelnen Songs, die seinerzeit auf den Pendikel-Homepage abzurufen waren:

Pubertäterä

"Die schwerste Zeit im Leben, daran erinnert immer wieder peinlich, lustig, wie war ich damals blöd! Referenz "Nordsee ist Mordsee", ein sehr ernster Pubertätsfilm aus den 70er Jahren - in Jeans, noch ohne Kette, aber schließlich leben wir heute! Immer noch laufen Jungs den Mädchen hinterher, schreiben blöde Zettelchen und lesen auch Bravo, allerdings nur die versauten Stellen. Heute sehen wir dort platte Nacktheit. Das hat sein schmieriges Flair verloren. Schade."

Dermaßen voll

"Augen zu, Kopf voll, nichts mehr sehen wollen, dabei aber viel zu viel fühlen. Genauso schlimm wie sich nicht auf das Gegenüber konzentrieren zu wollen, während ich kein Wort verstehe. Situationskomik und -tragik. Ausschalten, Anschalten..."

Kaffee machen

"Alltäglichkeiten, sich selbst überflügelnd. Dann doch wieder aufstehen, alles angreifen, von dem ich denke, daß ich es tun muß. Nach dem ersten Kaffee sieht alles anders aus. Koffeinabhängige entziehen angeblich ähnlich wie "echte" Junkies. Davor kann ich richtige Angst entwickeln."

Rosa

"Das wichtige Lied. Ein Weg, "Es tut mir leid" zu sagen. Auch ein Weg, "Es tut mir leid, aber es geht nicht anders" zu sagen. Schade und tut auch immer weh. Das wichtige Lied."

Schicksal

"Die große Verzweiflung. Zu groß für einen alleine. Resignation und Pathos. Drumrum weiß verputzte Wand, gegen die du läufst, in der Mitte ein kleines, warmes Stückchen Teppich zum drin versinken. Kopfhörer. Bauchhörer. Beide. Perpendikel weitergedacht - "Ist alles eben kann Schicksal also das nur sein.""

Machiavelli

"Wer will, nimmt sich alles. Film: Shining. Geht weg und kommt wie erwartet immer wieder. Gemeinheiten, Rücksichtslosigkeiten, Gedankenheimlichkeiten, Dreck unter den Fingernägeln."

Fall A

"Keine Ahnung, wo dieser Text herkommt. Allerdings macht an "Fall A" vieles Angst. Film: Naked"

Aeroflot

"Fliegen sie erst, ist alles egal. Runter kommen sie immer. Guten Flug, wenn erwünscht. Mehr ging nicht, Lauter auch nicht."

Heute

"Ganz ehrlich: Verbeugung vor frühen 70er Progrock-Spielarten. Genesis gemocht. Film: Einer flog übers Kuckuksnest, Der Illusionist, Der Zauberberg"

Singles

Phantasievoll aber unpraktisch!

Die Split-7" mit Porf wurde 1998 auf BluNoise veröffentlicht. Die Pendikel-Seite heißt "Phantasievoll aber unpraktisch!"

Pendikel-Seite

A1 Pubertäterä
A2 Tocotronic

Porf-Seite

B1 Früher als Hier
B2 A.C. Kobra

Aeroflot

Die Picture-10" ist auf 300 Stück limitiert und zeigt auf der einen Seite ein Flugzeugtriebwerk mit dem Pendikel-Schriftzug sowie auf der anderen Seite ein Paar Hausschuhe mit dem Logo der russischen Fluggesellschaft Aeroflot, nach welcher der Song auch benannt wurde. Die Platte wurde 1999 auf BluNoise veröffentlicht.

A1 Aeroflot
B1 Meter (heute anders) (Sankt Otten-Remix)
B2 Phantasievoll (aber unpraktisch)

Als Hidden Track auf der B-Seite ist ein Aussschnitt aus einer Simpsons-Folge zu hören. Meter (heute anders) erschien erstmals im Jahr 2000 auf CD, als Sankt Otten ihr Album "Eine kleine Traurigkeit" veröffentlichten. 2007 war das Stück zudem auch Bestandteil der Outtake- und Raritätensammlung "Reise ins Gewisse" von Pendikel.

Trivia

  • Das Stück Rosa zitiert leicht verfremdet den alten Schlagerhit Einmal um die ganze Welt von Karel Gott ("Ein die mal um ganze Welt / und die voller Taschen Geld").
  • Auf dem Cover sind Bill Gates, Che Guevara und Elvis Presley zu sehen.

Remixe

Rezensionen