PJ Harvey

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PJ Harvey
PJ Harvey in Belfast, 2004
PJ Harvey in Belfast, 2004
Geboren: 9. Oktober 1969 (48 Jahre)
in England
Aktiver Zeitraum: seit Ende der 1980er Jahre
Genres: Alternative Rock
Instrumente: Gesang, Gitarre, Klavier
Labels: Too Pure
Island Records
Homepage: PJHarvey.net
Bands:
Automatic Dlamini

PJ Harvey heißt mit vollem Namen Polly Jean Harvey und ist eine vielseitige Sängerin, Songwriterin, Produzentin und Bildhauerin. Sie wurde am 9. Oktober 1969 in Yeovil (Grafschaft Somerset) im Südwesten Englands geboren.

Biographie

Ihre ersten musikalischen Erfahrungen machte Polly Jean Harvey mit ihrer ersten Band Polekats, mit der sie, wie so viele andere Musiker, in regionalen Bars und Clubs auftrat. Für diese erste Band schrieb sie auch erste Songs.

Auf einer Party zu ihrem eigenen 18. Geburtstag versuchte Harvey die Band Automatic Dlamini zu engagieren, die allerdings nicht auftreten konnte. Ein Teil der Band erschien jedoch trotzdem, und sie freundeten sich an. Daraufhin spielte Polly etwa eineinhalb Jahre bei Automatic Dlamini.

Bei Automatic Dlamini spielten unter anderem John Parish und Rob Ellis, mit denen Harvey auch Jahre später noch zusammenarbeitete. Ihre erste eigene Band PJ Harvey ging aus Automatic Dlamini hervor, nachdem 1992 das zweite und letzte Album From A Diva To A Diver erschienen war.

1991–1994

Rob Ellis, Ian Olliver und Polly Harvey lösten sich gemeinsam von Automatic Dlamini, der Gruppe um John Parish. Allerdings ging Ian Olliver nach ein paar Wochen wieder und wurde durch Stephen Vaughn ersetzt.

Das Trio veröffentlichte im Oktober 1991 dann die Debütsingle Dress und spielte am 29. Oktober schon ihre erste Peel Session, die kurz darauf auf dem Sampler Too Pure – The Peel Sessions veröffentlicht wurde. Schließlich erschien im Juni 1992 die erste LP von PJ Harvey, nämlich Dry.

Es folgte 1993 Rid of Me, das von Steve Albini in den USA produziert worden war, und im gleichen Jahr spielen PJ Harvey ihre dritte Peel-Session.

In diesem ereignisreichen Jahr 1993 meldete sich Bono von U2 und PJ Harvey spielten als Vorgruppe während der U2-Amerika-Tour. Dass der weitere Weg von Polly Jean Harvey allerdings nicht in die Stadien gehen sollte, wurde mit der Veröffentlichung von 4-Track Demos angedeutet. Auf dieser noch im selben Jahr veröffentlichten Sammlung geht es rauer und schräger zu als es auf Dry und Rid of Me zu hören war und sogar einige Lieder aus Rid of Me finden sich hier als Demo-Version.

1995–2006

Nachdem sich 1994 die Band PJ Harvey schließlich auflöste, spielte Polly Jean Harvey für ihr eigenes nächstes Album To Bring You My Love die Gitarren, Percussions und Keyboards selbst ein. Das Album erschien 1995 und wurde von einer ausgedehnten Tour begleitet, auf der Harvey Europa, die USA und sogar Japan besuchte.

Außerdem wird sie neben Flood und ihrem ehemaligen Bandkollegen von Automatic Dlamini, John Parish, Co-Produzentin. Es folgte eine ausgedehnte Tour 1995, bei der sie Europa, die USA und sogar Japan besuchte.

To Bring You My Love wurde im gleichen Jahr für zwei Grammies nominiert.

Zu dieser Zeit begann eine Affäre mit Nick Cave, welche in dem Video zu Henry Lee inszeniert wurde. Die Trennung von Polly Jean Harvey verarbeitete Cave in seinem Album The Boatman's Call von 1997.

Im Frühling des folgenden Jahres ging PJ Harvey zusammen mit John Parish ins Studio, und unter dem Namen Dance Hall At Louse Point veröffentlichen die beiden ein Album, das im Gegensatz zum Vorgänger sich nicht in den Charts platzierte. Es ist ein eher experimentelles Album, bei dem Parish die Instrumentierung und Harvey Texte und Gesang übernahm.

1998 meldet sich PJ Harvey mit einem neuen Album zurück, das wieder an die Erfolge von To Bring You My Love anknüpfte. Is This Desire? enthält die bis heute erfolgreichste Single A Perfect Day Elise. Im gleichen Jahr erschien außerdem der Song Broken Homes als Single, eine Kollaboration mit Tricky.

Ebenfalls 1998 kam der Film The Book of Life von Hal Hartley in die Kinos, in dem Harvey die Rolle der Maria Magdalena spielt.

Es folgte im Herbst 2000 das nächste Album Stories from the City, Stories from the Sea, das sowohl in New York als auch an der südenglischen Steilküste Dorset entstanden war. Als Gast ist Thom Yorke von Radiohead bei drei Titeln beteiligt.

Stories from the City, Stories from the Sea ist eines der erfolgreichsten Alben von Harvey, da sie erstmals Chartsplatzierungen in Ländern wie Schweden, Österreich oder Neuseeland erreichte. Das Album gewann außerdem den englischen Mercury Music Prize. Während der Preisverleihung, die am 11. September 2001 stattfand, hielt sich die Band gerade in Washington auf, und beschrieb per Telefonkonferenz die tragischen Eindrücke, die sie gerade machten.

In der Royal Festival Hall in London am 29.09.2007

Nach längerer Pause erschien 2004 Uh Huh Her. In den vorangegangenen vier Jahren Alben hatte PJ Harvey erstmals ein komplettes Album einer anderen Sängerin (Tiffany Anderson) produziert, was nach eigener Aussage in ihrer Zukunft eine größere Rolle spielen soll. Das Album Uh Huh Her wurde von PJ Harvey komplett selbst produziert.

Etwa ein Jahr, bevor Uh Huh Her veröffentlicht worden war, hatte Harvey eine Einladung in die Rancho De La Luna bekommen, ein Studio im Joshua Tree National Park in den USA, in dem zum fünften Mal die Desert Sessions stattfanden. Zusammen mit Josh Homme singt sie in den Sessions 9 & 10 unter anderem Crawl Home, das als Single erschien und zu dem auch ein Video gedreht wurde.

seit 2007

Im November 2006 begannen die Arbeiten an einem neuen Album, die bis Mitte 2007 dauerten. Die Songs für den Nachfolger von "Uh Huh Her" wurden für Klavier geschrieben. Als Produzenten arbeiteten neben PJ Harvey noch Flood und John Parish mit. Das Album White Chalk erschien im September 2007.

2008 verdichteten sich Gerüchte, dass ein weiteres Album mit John Parish als Nachfolger von Dance Hall at Louse Point aufgenommen werden soll. Die Platte, die den Namen A Woman A Man Walked By trägt, erschien am 30. März 2009. Im Studio wurde das Duo von Eric Drew Feldman, Carla Azar (Autolux) und Giovanni Ferrario unterstützt.

Anfang September 2010 wurde durch Mick Harvey bekannt, dass ein weiteres Album im Frühjahr 2011 erscheinen soll. [1]

Auszeichnungen

Für ihr Album Stories from the City, Stories from the Sea erhielt PJ Harvey 2001 als erste Frau den englischen Mercury Prize, nachdem sie schon 1993 für ihr zweite Album Rid of Me und 1995 für To Bring You My Love nominiert gewesen war.

To Bring You My Love war ebenfalls für zwei Grammies, nämlich als "Best Female Rock Vocal Performance" und "Best Alternative Music Performance" nominiert.

Zitate

  • Zu ihren Konzerten:
Was ich auch mache, es geschieht durch meinen Körper. Das lässt sich mit einer CD nicht rüberbringen. Ich muss es den Leuten zeigen. Ich habe so viel zu sagen, so viel zu geben, dass es manchmal richtig weh tut, bevor es dann explodiert. Das ist wie: "Schaut mich an, Schaut mich jetzt an!". Es ist ein regelrechter Notfall den ich nur live ausleben kann. [2]
  • Zusammen mit Björk hat PJ Harvey den Song (I Can't Get No) Satisfaction auf den Brit-Awards 1994 vorgetragen, wie es dazu kam erzählt PJ Harvey so:
Die wollten, dass Björk ein Duett mit "Meat Loaf" singt. Da bekam ich einen Zettel von ihr auf dem stand: "Polly, rette mich vor dem Fleischhaufen." [3]
  • Zur veröffentlichung des Albums "White Chalk", das von ihr am Klavier geschrieben und gespielt wurde:
... I am a songwriter. I'm not a musician, in that I won't touch an instrument from one year to the next unless I'm performing or recording. It all goes on in here, in my brain. I write the songs in my brain and then come to the instruments at the last minute. This goes for the guitar as well. I had to practice hard for a month just to learn to play guitar again. My fingers were blistered. [4]

Diskographie

* für die komplette Diskographie siehe den Artikel PJ-Harvey-Diskographie
* für eine Liste aller Songs, siehe die PJ-Harvey-Songliste

Kollaborationen

Songs
Jahr Song Band, Künstler Album
1996 Henry Lee, Death is Not the End Nick Cave & The Bad Seeds Murder Ballads
1998 Broken Homes Tricky Angels with Dirty Faces
2001 Piano Fire, Eyepennies Sparklehorse It's a Wonderful Life
2002 Hitting The Ground Gordon Gano Hitting The Ground
2002 Johnny Hit And Run Pauline Giant Sand Cover Magazine
2002 Airplane Blues John Parish How Animals Move
2004 Hit The City, Come To Me Mark Lanegan Bubblegum
Alben
Jahr Band, Künstler Album
1992 The Family Cat Furthest from the Sun
1992 Automatic Dlamini From Diva to a Diver
1994 Moonshake The Sound Your Eyes Can Follow
2003 Desert Sessions Vol. 9 & 10
2004 Marianne Faithfull Before The Poison

Referenzbands

Live

Eine Übersicht über vergangene Touren und Auftritte siehe unter PJ Harvey/Live.

Weblinks

Quellen

  1. neues Album 2011
  2. Interview mit arte-Tracks aus dem Jahr 2001 [1]
  3. [2]
  4. Intro-Newsticker vom 20.09.2007 [3]