Olympia

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche

Olympia ist die Hauptstadt des US-Bundesstaates Washington im pazifischen Nordwesten der USA. Sie hat etwa 46.400 Einwohner und gilt trotz ihrer geringen Größe als kulturelles Zentrum der "Puget Sound"-Region südlich der wesentlich größeren Stadt Seattle.

Die Stadt

Die Bücherei vom Evergreen State College in Olympia

Olympia – benannt nach der Gebirgskette Olympic Mountains in der Region – wurde 1859 gegründet und diente als Stützpunkt für die weitere Besiedelung des damals noch wenig erschlossenen pazifischen Nordwestens der USA. Heute ist die Stadt Regierungssitz des Bundesstaates Washington und zudem ein Zentrum für Kunst und Kultur, was sich in erster Linie auf das 1967 in Olympia gegründete Evergreen State College zurückführen lässt. Diese Hochschule, den liberalen Geist der Sechziger atmend, wurde rasch zu einem Anziehungspunkt für allerlei Künstler, Musiker und andere Kreative und stellt noch heute das Herz der kulturellen Region um den Puget-Sund dar. Es existieren diverse Theater mit zahlreichen Ensembles, überall in der Stadt sind Wandmalereien und Skulpturen zu sehen, und jedes Jahr findet das angesehene Olympia Film Festival statt. Im Musikbereich findet das Ladyfest, eine feministisch orientierte Initiative zur Bekämpfung der Unterrepräsentanz von Frauen und Mädchen in der Pop- und Rockmusik, seit dem Jahr 2000 statt und hat weltweit zur Nachahmung angeregt.

Gerade im Bereich Independent hat die Subkultur von Olympia einige wichtige nationale und internationale Impulse zu verantworten. Ende der 1970er und Anfang der 1980er entwickelte sich ein überaus lebendiger Punkrock-Underground, der auch in regem Austausch mit dem benachbarten Seattle stand. Vor durch allem die Evergreen-Studenten John Foster (Gründer des wegweisenden "Op"-Fanzines), Steve Fisk (Produzent, Musiker und Labelmacher), Bruce Pavitt (Herausgeber des Subterranean Pop-Fanzines, aus dessen Label-Fortsetzung Sub Pop in Seattle sich der spätere Grunge-Überhype zu einem Gutteil speisen sollte) und Calvin Johnson (ebenfalls bei "Op", Gründer von K Records und Beat Happening) wurde Olympia auch eines der wichtigsten und einflussreichsten Zentren für Twee und die DIY-Kultur generell. Diese brachte alternative Formen des Musikmachens und auch Musiklebens aufs Tapet und zeigte von der embryonalen Grunge-Szene in Seattle über das ebenfalls kulturell sehr rege Portland bis weit jenseits der Grenzen des Bundesstaates Wirkung. Damit einher ging auch die andere wichtige alternative Musikkultur der 1980er aus der Region, nämlich das Aufkommen des so genannten Riot Grrrl. Formationen aus Olympia wie Sleater-Kinney, Bikini Kill und vor allem Hole mit ihren Frontfrauen Corin Tucker, Kathleen Hanna und natürlich Courtney Love nahmen die Idee des Punkrock auf und benutzten das vormals männerdominierte Rockband-Schema, um feministische Inhalte zu transportieren. Das 1991 gegründete Indielabel Kill Rock Stars (samt Tochterlabel 5 Rue Christine) ist nach wie vor eine der ersten Adressen für dezidiert unkommerzielle Musik.

Heute ist Olympia Heimat einer neuen Generation von Bands wie den international erfolgreichen The Gossip, Old Time Relijun oder den experimentellen Black Metallern Wolves in the Throne Room und verfügt nach wie vor über eine sehr lebendige Musikszene.

Indie-Bands

Indie-Helden

Labels

Weblinks