Oasis

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Oasis
Oasis live 2005
Oasis live 2005
Herkunft: Manchester, UK
Aktiver Zeitraum: 1991 bis 2009
Genres: Brit-Pop
Labels: Creation Records
Homepage: OasisInet.com
Line-Up:
Liam Gallagher (Gesang)
Gem Archer (Gitarre)
Andy Bell (Bass)
Zak Starkey (Schlagzeug, nicht ständiges Mitglied)
Ehemalige Mitglieder:
Noel Gallagher (Gitarre) (bis 2009)
Alan White (Schlagzeug)
Paul „Bonehead“ Arthurs (Gitarre)
Paul „Guigsy“ McGuigan (Bass)
Tony McCarroll (Schlagzeug)

Bandgeschichte

Oasis sind mit Blur gleichbedeutend mit dem Brit-Pop-Boom der 90er Jahre. Während Blur sich ab 1996 in eine unkommerzielle, artifiziellere Richtung vom klassischen Brit-Pop wegentwickelten, blieben Oasis ihren Roots treu. Zentraler Fixpunkt waren dabei vor allen anderen The Beatles, aber auch Sex Pistols und The Who. Dabei verstanden sich Oasis dezidiert als Träger des legendären Musikvermächtnisses ihrer Heimatstadt Manchester und hier im Besonderen als Nachfolger der beiden wichtigsten britischen Bands der Nach-Punk-Ära The Smiths und The Stone Roses.

Kommerziell überragten Oasis alle anderen Brit-Pop-Bands bei weitem: mit "The Importance of Being Idle", der zweiten Single ihres 2005 erschienen sechsten Albums "Don't Believe the Truth", erreichten Oasis bereits zum achten Mal den 1. Platz in den britischen Single-Charts (die anderen sechs Nummer-1 Hits: Some Might Say, Don't Look Back in Anger, D'You Know What I Mean, All Around the World, Go Let It Out, The Hindu Times, Lyla). Noch vor Don't Look Back in Anger ist jedoch ein Song in aller Welt synonym für Oasis geworden, der es lediglich auf Platz 2 der britischen Charts geschafft hatte: Wonderwall. Im Jahr 2005 wurden Oasis vom Standardwerk "Book of British Hit Singles and Albums" für 766 Wochen in den UK-Singles- und Album-Charts als "Most Successful Act of the Last Decade 1995-2005" ausgezeichnet.

In den "Golden Years of Brit-Pop" beherrschten Blur und Oasis zunächst die Insel, später – zumindest Oasis – die Welt. Legendär ist bis heute der große Chart-Showdown zwischen den beiden bis aufs Blut verfeindeten Bands, die am gleichen Tag ihre Singles "Country House" (Blur) und "Roll With It" (Oasis) veröffentlichten. Dieses Duell gewann Blur, doch der spätere Vergleich der beiden Alben "The Great Escape" vs. "(What's the Story) Morning Glory" endete aus kommerzieller Sicht mit einem deutlichen Sieg Oasis'. Die unschönen Nebengeräusche dieses klassischen Bandkriegs kann man hier nachlesen.

In der Diskographie Oasis' stechen die ersten beiden Alben heraus: das Debüt "Definitely Maybe", das zur damaligen Zeit das schnellstverkaufte Independent-Album aller Zeiten war, und der Nachfolger "(What's the Story) Morning Glory", der mit vier Singles auf den Plätzen 1 und 2 sowie über 15 Millionen verkauften Exemplaren Oasis zur größten Band der Welt machte. Bis heute streiten sich die Gelehrten, welches der beiden Alben das größere sein mag, doch sind sie beide aus dem Rock'n'Roll der 90er nicht mehr wegzudenken. Kaum eine Band in dieser Zeit hatte gleichzeitig soviel kommerziellen Erfolg, Street-Credibility, Einfluss auf andere Bands (wie die eigens nach dem Oasis-Chef benannte Unterspielart von Brit-Pop Noel-Rock beweist) und Ausfluss in die Ikonographie der letzten 10 Jahre.

Nach "Morning Glory" kam mit "Be Here Now" der Antiklimax. Bis heute das Album mit den meisten verkauften Einheiten am ersten Tag in England (fast 700.000 Stück in der ersten Woche), konnte "Be Here Now" trotz einiger guter Songs ("Stand by Me") nie die Erwartungen erfüllen und die Oasis-treading-water-Phase begann – ein klassischer Jump-The-Shark–Moment.

Aufgrund der Persönlichkeiten der Gallagher-Brüder, den immer wiederkehrenden Skandale und den unfassbar amüsanten Interviews blieben Oasis auch nach drei weiteren durchschnittlichen Alben jedoch immer noch ein Fixpunkt in der britischen Musiklandschaft. Nach zahlreichen Line-Up-Changes waren zuletzt nur noch die beiden Brüder vom Original-Line-Up übrig geblieben, andere wie Bonehead (Noel Gallagher: "It's hardly Paul McCartney leaving The Beatles"), Alan White oder Guigsy wurden durch Gem Archer (ehemals Heavy Stereo) oder Andy Bell (früher Ride, dann Hurricane #1) ersetzt. Zuletzt besaßen Oasis mit ihren Veröffentlichungen kaum mehr musikhistorische Relevanz, doch ihre Konzerte wurden weiterhin mit der gleichen Verve wie früher besucht und besaßen eine Bedeutung, die über den normalen Konzertbesuch hinausging: es waren die Gottesdienste der Brit-Pop-Generation. Eine ganze Armada prominenter deutscher Fans ist in der Fangruppe Oasis-Ultras organisiert.

Am 28. August 2009 gab Noel Gallagher seinen Ausstieg aus der Band bekannt, da es ihm unmöglich wurde weiterhin mit seinem Bruder Liam zusammen zu arbeiten.[1] Die geplanten Festivalauftritte z.B. bei Rock am See und Rock en Seine wurden abgesagt. Es wurden Gerüchte laut, Noels Ausstieg markiere das Ende der Band. Andererseits wurde auch die Meldung kolportiert Liam Gallagher werde sich im Januar 2010 nochmals mit seinem Bruder zu treffen und notfalls Oasis ohne ihn weiterzuführen.[2] Erst im Oktober 2009 gab Liam ausdrücklich die Auflösung von Oasis bekannt.[3]

Mit den verbliebenen Bandmitglieder - also minus Noel - formt Liam Gallagher die neue Gruppe Beady Eye, die Anfang 2011 ihr Debütalbum "Different Gear, Still Speeding" veröffentlicht.

Kollaborationen

  • Johnny Marr
  • mit Johnny Depp und Kate Moss: "Fade Away" auf The Help Album
  • mit Evan Dando von The Lemonheads schreibt Noel Gallagher Mitte der 90er Jahre den Song "Purple Parallelogram", der aber weder von Oasis noch den Lemonheads veröffentlicht wird. Gerüchten zufolge untersagen Oasis Dando sogar, den Song auf dessen "Car Button Cloth" Album zu nehmen.

Diskographie

Alben

Singles/EPs

  • 1994 Supersonic
  • 1994 Shakermaker
  • 1994 Live Forever
  • 1994 Cigarettes & Alcohol
  • 1995 Rock'n'Roll Star
  • 1995 Whatever
  • 1995 Some Might Say
  • 1995 Roll With It
  • 1995 Morning Glory
  • 1995 Wonderwall
  • 1996 Don't Look Back In Anger
  • 1996 Champagne Supernova
  • 1996 D'You Know What I Mean?
  • 1997 Stand By Me
  • 1998 All Around The World
  • 1998 Don't Go Away
  • 1998 Acquiesce
  • 2000 Go Let It Out
  • 2000 Who Feels Love?
  • 2000 Sunday Morning Call
  • 2002 The Hindu Times
  • 2002 Stop Crying Your Heart Out
  • 2002 Little By Little / She Is Love
  • 2003 Songbird
  • 2005 Lyla
  • 2005 The Importance Of Being Idle
  • 2005 Let There Be Love
  • 2007 Lord Don't Slow Me Down (Download)
  • 2008 The Shock of the Lightning
  • 2008 I'm Outta Time
  • 2009 Falling Down

Compilations:

Charts

Siehe auch: Britische Indie(Rock)-Bands mit einer Nummer 1 in den UK-Single-Charts

Jahr Titel Charts
D UK US A CH S F NOR FIN NZ
1994 Definitely Maybe 33
1
58 27 25 4 - 34 - -
1995 (What's The Story) Morning Glory? 3
1
4 3
1
1
19 5 8 -
1996 (What's The Story) Morning Glory? Singles Box - 24 - - - - - - - -
1996 Definitely Maybe Singles Box - 23 - - - - - - - -
1997 Be Here Now 2
1
2 3 2
1
1
1
1
-
1998 The Masterplan 33 2 51 - 40 20 20 18 32 -
2000 Standing On the Shoulder Of Giants 5
1
24 3 3 3 6 4 4 8
2000 Familiar To Millions 57 5 182 49 63 - 51 38 - -
2002 Heathen Chemistry 4
1
23 4
1
2 8 3 5 16
2005 Don't Believe The Truth 2
1
12 6 3 3 5 5 9 12
2006 Stop The Clocks 54 2 89 22 19 29 - - - 18
2008 Dig Out Your Soul 8
1
5 13 2 8 4 11 14 6
Singles
1994 Supersonic - 31 - - - - - - - -
1994 Shakermaker - 11 - - - - - - - -
1994 Live Forever - 10 - - - - - - - -
1994 Cigarettes And Alcohol - 7 - - - - - - - -
1994 Whatever 73 3 - - 24 10 - - - -
1995 Some Might Say -
1
- - - 7 - - - -
1995 Roll With It - 2 - - - 3 - 18 5 -
1995 Wonderwall 17 2 8 6 17 12 17 5 11 -
1996 Don't Look Back In Anger 57
1
55 - 27 2 38 19 3 -
1997 D'You Know What I Mean? 27
1
- 38 20 2 37 3
1
-
1997 Stand By Me 60 2 - - 34 10 - 6 5 -
1998 All Around The World 84
1
- - - 7 - 9 3 -
2000 Go Let It Out 31
1
- - 23 14 66 3 5 31
2000 Who Feels Love? 94 4 - - 66 - - - - -
2000 Sunday Morning Call - 4 - - - - - - - -
2002 The Hindu Times 30
1
- 29 15 13 84 3 5 47
2002 Stop Crying Your Heart Out 48 2 - 41 48 23 - 13 11 -
2002 Little By Little 65 2 - - 83 41 - - 16 46
2003 Songbird 81 3 - - 94 44 - - - -
2005 Lyla 33
1
- 38 26 18 81 10 3 -
2005 The Importance Of Being Idle 63
1
- - 57 40 - - - -
2005 Let There Be Love 88 2 - - - - - - - -
2007 Lord Don't Slow Me Down - 10 - - - - - - - -
2008 The Shock of the Lightning 48 3 - 53 44 5 38 - - -
2008 I'm Outta Time 62 12 - 62 - - 48 - - -
2009 Falling Down 81 10 - - - 26 - - - -

Verkaufszahlen (UK)

All-Time-Verkäufe

  • (What's The Story) Morning Glory: 4,2 Millionen Exemplare und damit nach Sgt. Pepper's Lonely Hearts Club Band der Beatles das zweitmeist verkaufte Album in Großbritannien aller Zeiten
  • Wonderwall ist mit 966.000 Exemplaren die 99.meist verkaufte Single aller Zeiten in England
  • in einer im Jahr 2000 veröffentlichten Liste waren Oasis auf Platz 26 der Acts mit den meisten verkauften Singles aller Zeiten (6,225 Mio Einheiten)

Endjahrescharts

2005

  • Don't Believe The Truth: 848.000 Stück (Platz 13)
  • Lyla: 136.400 Stück (Platz 31)
  • The Importance Of Being Idle: 120.500 (Platz 37)

1.Wochen-Verkäufe

Singles:

  • 1. Woche Some Might Say: 138.000
  • 1. Woche Don't Look Back In Anger: 250.000
  • 1. Woche D'you know what I mean: 377.000
  • 1. Woche All Around The World: 110.000
  • 1. Woche Go Let It Out: 180.000
  • 1. Woche Hindu Times: 116.321
  • 1. Woche Lyla: 75.124
  • 1. Woche Importance Of Being Idle: 47.235

Album:

  • 1. Woche Don't Believe The Truth: 237.865

Kollaborationen:

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
NME Spex Musikexpress Visions Rolling Stone Spex Rolling Stone Intro Musikexpress Visions
1994 Definitely Maybe
1
-
-
-
-
- - - - -
1995 (What's The Story) Morning Glory?
2
-
24
-
-
- - - 4 -
1997 Be Here Now
25
-
43
-
6
- 5 - 5 15
2000 Standing On The Shoulder Of Giants
-
-
-
-
-
- 9 - - -
2002 Heathen Chemistry
26
-
-
42
-
33 12 20 - 25
2005 Don't Believe The Truth
24
-
-
-
-
- 10 22 - 27
2008 Dig Out Your Soul
22
12
-
42
-
24 - 16 7 9
Singles
1994 Cigarettes & Alcohol
2
-
-
-
-
- - - - -
1994 Live Forever
3
-
-
-
-
25 - - - -
1994 Whatever
9
-
-
-
-
- - - - -
1994 Supersonic
13
-
-
-
-
- - - - -
1995 Some Might Say
4
-
-
-
-
- - - - -
1995 Wonderwall
6
-
-
-
-
26 - - - -
1996 Don't Look Back In Anger
14
-
-
-
-
28 - - - -
1997 D'you Know What I Mean
29
-
-
-
-
- 4 - - -
1997 Stand By Me
-
-
-
-
-
- 3 - 6 -
1998 All Around The World
-
-
-
-
-
- 10 - - -
2000 Go Let It Out
51
-
-
-
-
- 5 - - -
2000 Sunday Morning Call
-
-
-
-
-
- 24 - - -
2002 The Hindu Times
-
-
-
-
-
30 - 30 - -
2002 Stop Crying Your Heart Out
-
17
-
-
-
26 9 19 - -
2002 Little By Little
-
-
-
-
-
- 5 - - 14
2005 Lyla
31
-
-
-
-
- - - - -
2005 The Importance Of Being Idle
-
-
-
-
-
- 8 21 - -
2008 The Shock of the Lightning
16
-
47
-
-
- - 15 13 -
2008 I'm Outta Time
19
-
-
-
-
- - - - -

All-Time-Charts

Definitely Maybe
(What's The Story) Morning Glory?
Live Forever (Single)
Supersonic (Single)

Kompilationsbeiträge

Referenzkasten

  • Definitely Maybe
    • Shakermaker: die Melodie ist an I'd Like To Teach The World To Sing von The New Seekers angelehnt, was ursprünglich ein Coca-Cola-Commercial unter dem Namen I'd like to buy the world a coke war.
  • (What's The Story) Morning Glory
    • Hello: hat ein Exzerpt von Gary Glitter
    • Wonderwall: ist nach einem George Harrison Song benannt
    • Champagne Supernova: die "Cannonball", die in walking slowly down the hall, faster than a cannonball erwähnt wird, ist tatsächlich eine Lokomotive aus einer Kindersendung im britischen Fernsehen.
    • Don't Look Back In Anger: Sally ist eine Anspielung auf den Stone Roses Song Sally Cinamon. So I start a revolution from my bed nimmt Bezug auf die Bed-In-Aktion von John Lennon.
  • Be Here Now:
    • D'You Know What I Mean: The fool on the hill and I feel fine nimmt Bezug auf zwei bekannte Songs der Beatles.
    • Be Here Now: Sing a song for me one from let it be: Let It Be ist ein Album der Beatles
  • Standing on the Shoulder of Giants

Stop Me If You Think You've Heard This One Before...

  • Cigarettes & Alcohol: Das Intro-Riff zitiert "Get It On" von T. Rex
  • Slide Away: Noels Leadgitarre klingt sehr nach "Cortez The Killer" von seinem erklärten Helden Neil Young, im Allgemeinen errinert das Stück sehr an Suedes "Animal Nitrate"
  • The Hindu Times: Das Intro erinnert an den Anfangsakkord von Brian Enos "Deep Blue Day"
  • Force of Nature: Das Intro ist geklaut von Iggy Pops "Nightclubbing"
  • Lyla: Die Strophe orientiert sich stark an "Street Fighting Man" von den Rolling Stones
  • The Importance Of Being Idle: Das Intro ist dem The La's-Song "Clean Prophet" entlehnt
  • Part Of The Queue: klingt sehr nach "Golden Brown" von den Stranglers
  • Mucky Fingers: ist laut Noel der Versuch, "Waiting For My Man" von The Velvet Underground zu schreiben, als würde ihn Bob Dylan singen

Trivia

  • der Song Cast No Shadow ist Richard Ashcroft gewidmet
  • "Lord Don't Slow Me Down" war Oasis' erste download only single und stellte mit seinem Platz 10 in den britischen Single-Charts den bisherigen Chart-Rekord für download only Singles ein (vorher: Nelly Furtado mit "Say It Right")
  • Liam Gallagher gründete 2009 sein eigenes Modelabel mit dem Namen Pretty Green.

Coverversionen

Oasis covern...

live:

Oasis werden gecovert...

live:

Remixe

Oasis werden geremixt von...

Videoclips

Siehe auch...

  • http://www.nerdcore.de/wp/2009/08/29/oasis-is-no-more/
  • http://www.visions.de/news/11682/Oasis-zukuenftig-als-Trio
  • http://www.visions.de/news/11829/Oasis-Endgueltiges-Aus