Nils Koppruch

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Nils Koppruch
Nils Koppruch
Nils Koppruch
Herkunft: Hamburg
Geboren: 1965
Gestorben: 10. Oktober 2012 (47 Jahre)
Aktiver Zeitraum: 19962012
Genres: Alt.Country, Singer-Songwriter, Indie-Pop
Instrumente: Gesang, Gitarre, Banjo, Mundharmonika
Labels: Grand Hotel Van Cleef
Homepage: NilsKoppruch.de
Bands:
Fink
Kid Kopphausen

Nils Koppruch war ein deutscher Musiker und freischaffender Künstler, der in Hamburg lebte und arbeitete. Der Singer-Songwriter wurde mit der Band Fink als Vertreter deutschsprachigen Indie-Pops mit Einflüssen aus Folk, Americana, Blues und Bluegrass bekannt und veröffentlichte auch solo sowie zusammen mit Gisbert zu Knyphausen. Nils Koppruch starb am 10. Oktober 2012.

Leben

Von 1996 bis 2006 war Nils Koppruch Sänger und Frontmann der Band Fink. Er schrieb deren Musik und Texte und spielte Gitarre, Banjo und Mundharmonika. In Hamburg-St. Pauli betrieb er die kleine Galerie "NEU". Als bildender Künstler mit dem Pseudonym SAM. malte Koppruch Bilder, die der sogenannten Cheap-Art oder Art brut zugeordnet werden. Seine Bilder zeichnen sich meist durch einen charakteristischen Motivkanon und eine spröde Maltechnik aus. Während Nils Koppruch bis 2006 seine Arbeit als Musiker von der als Maler zu trennen suchte, löste er in den folgenden Jahren diese Abgrenzung auf. Später verwies seine Homepage auch auf die Arbeiten von SAM.. Ausstellungen und Konzerte wurden teilweise miteinander verbunden.

SAM.

Unter dem Pseudonym SAM. war Nils Koppruch Mitbetreiber verschiedener Ausstellungsräume und wird mit circa 100 Ausstellungen in Deutschland, der Schweiz und Österreich als erfolgreicher Künstler der sogenannten U-Kunst oder Off–Kunstszene betrachtet.

Die bildnerische Tätigkeit unter dem Pseudonym SAM. begann 1990. Nebenher fertigte er auch Arbeiten unter dem Pseudonym Gunnar Wikklund. Mit Ausstellungen war er ständig vertreten in der Galerie ART STORE. Von 1994 bis 1998 war er Betreiber des „Ausstellungsraum Karolinenstr.12“ (Hamburg) und von 1998 bis 2001 des „Ausstellungsraum Clemens-Schultz-Str.88“ zusammen mit Karen Koltermann und 4000. Seit 2001 betrieb er den Ausstellungsraum NEU. [1]

Bandgeschichte

Nach Abschluss der letzten Fink-Tournee "BamBamBam" (gleichnamiges Album von 02/2005) löste sich die Band auf, was offiziell im Dezember 2006 bekanntgegeben wurde. In der Bandgeschichte von FINK hatte es häufige Neubesetzungen gegeben. Abermals zeichnete sich ein Besetzungswechsel ab, so dass Koppruch argumentierte, die Band Fink als solche existiere nicht mehr. Am 5. April 2007 veröffentlichte Koppruch sein Debüt-Album „Den Teufel tun“ (V2 Records) als Solo-Musiker[2]. Im Gegensatz zur musikalischen Entwicklung der letzten Fink-Alben reduzierte Koppruch seine neuen Songs hierbei auf sparsame Arrangements, akustische Instrumente und einfache Melodielinien. Textlich kreisen die Lieder um die Selbstreflexion und Neupositionierung als Musiker, die Verarbeitung von Enttäuschungen und Hoffnung. Nils Koppruch selber bezeichnet seine Musik als „Großstadtfolk“. Durch den von Folk und Americana geprägten Stil des Solo-Albums wird er als deutschsprachiger Singer-Songwriter kategorisiert. Von 2007 bis 2009 spielte Nils Koppruch Tourneen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. 2007 trat er u.a. als Support für Lambchop auf. Die meisten Auftritte bestritt er als Solist, manchmal wurde er von den ehemaligen Bandmitgliedern Christoph Kähler (Schlagzeug) und Lars Paetzelt (Bass) begleitet, selten auch von der Sängerin Meike Schrader, die auch auf dem Album die Backgroundstimme sang. Das Live-Repertoire umfasste neben den neuen Stücken auch Fink-Songs.

Das zweite Solo-Album mit dem Titel „CARUSO“ erschien am 13. August 2010 beim Hamburger Label Grand Hotel van Cleef, nachdem es dort ursprünglich abgelehnt worden war. Bei der ab August 2010 stattfindenden Tournee wurde Nils Koppruch erneut von den Musikern Christoph Kähler (Percussion) und Lars Paetzelt (Bass) sowie Oliver Stangl (Gitarren, Pedal Steel) begleitet. 2012 begann Koppruch unter dem Projektnamen "Kid Kopphausen" eine Kollaboration mit Gisbert zu Knyphausen, unter deren Banner ein Album ("I", auf Trocadero) erschien und eine Tournee gemacht wurde.

Nils Koppruch starb am 10. Oktober 2012 völlig unerwartet. Er hinterlässt eine Frau und ein Kind.

Kollaborationen

  • Unter dem Projekt-Namen “Hotel Rex" in der Besetzung Nils Koppruch, Peter Lohmeyer, Günther Märtens, (letzterer auch bei Ulrich Tukurs Rythmusboys aktiv), gab es einige Konzerte mit Johnny Cash-Interpretationen zu Cashs erstem Todestag. Daraus ergaben sich weitere Zusammenarbeiten, wie beispielsweise der Kompilationsbeitrag "Nicht die Bienen" auf der Ausgabe zum 30jährigen Jubiläum der Bear Family Records (2005)(s.auch Kompilationsbeiträge).
  • Die Band Fehlfarben veröffentlichte 2006 das Album "26 ½" auf dem Nils Koppruch mit Fehlfarben "Das sind Geschichten" singt. Mit Fehlfarben spielte Koppruch mehrere Konzerte.
  • 2008 entstand in Zusammenarbeit mit Gisbert zu Knyphausen das Lied „Knochen und Fleisch“, das im Rahmen einer Compilation zugunsten der Hamburger Obdachlosen-Initiative Straßenmagazin Hinz&Kunzt veröffentlicht wurde.
  • Weiterhin schrieb Nils Koppruch die Filmmusik zu dem Dokumentarfilm „Wasser und Seife“ von Susan Gluth, der ab dem 30. April 2009 in deutschen Kinos zu sehen war.[3][4] Der Film erhielt zahlreiche Auszeichnungen, u.a. das Prädikat „besonders wertvoll“ von der Filmbewertungsstelle Wiesbaden FBW, den Norddeutschen Filmpreis für die Kategorie „Beste Dokumentation“.[5]
  • Zum Low-Budget Film "Madboy – Hamburgs lautester Heimatfilm" von Henna Peschel steuerte Nils Koppruch den Titelsong „Looked Door“ bei.
  • Die Stadt Hamburg und die Interessengemeinschaft der Hamburger Musikwirtschaft (IHM)][6] verlieh 2009 zum ersten Mal den Musikpreis HANS. Nils Koppruch war der erste Künstler, der die Trophäen für drei Gewinnerkategorien gestalten durfte.[7]

Diskographie

Alben
Singles/EPs
  • Komm Küssen (2007)
  • Kirschen (VÖ 23. Juli 2010)

Kompilationsbeiträge

  • Hotel Rex mit Nils Koppruch (Bear Family Records, 2005): „Nicht die Bienen“
  • Fehlfarben "Das sind Geschichten" auf „26 ½“ (2006)
  • On The Road Again Mama (Perlen deutschsprachiger Popmusik Vol.4, zusammengestellt von Franz Dobler, Trikont 2007), „Heimweh“
  • Müssen alle mit 4 (Tapete Records, Mai 2007): „Den Teufel tun“
  • Kunztstücke (Hinz und Kunzt, zusammen mit Gisbert zu Knyphausen, 2009): „Knochen und Fleisch“
  • Im Oktober 2009 erschien auf der Beilagen-CD zum 15jährigen Jubiläum des deutschen Musikmagazins Rolling Stone der Song „Like A Rolling Stone“ interpretiert von Tom Liwa, Cäthe Sieland, Nils Koppruch und Gisbert zu Knyphausen

Videos

Weblinks

Einzelnachweise

  1. http://www.nilskoppruch.de/SAM.php
  2. http://www.motor.de/kuenstler/nils_koppruch
  3. http://www.wasserundseife-film.de/
  4. http://www.susangluth.de/index.html
  5. http://www.ffhsh.de/sites/en_1539.asp?a=&PR_id=295355430937925813999069383899&p_id=84
  6. http://www.musikwirtschaft.org/
  7. http://www.hans-hamburger-musikpreis.de/images/HANSPressemitteilung.pdf