Niederlande

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Die Niederlande
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Hauptstadt: Amsterdam
Einwohner: 16.493 Millionen
Fläche: 41.528 km²
Weblink: wikipedia:Niederlande

Die Niederlande – fälschlicherweise vereinfachend oft auch Holland genannt – haben eine Fläche von 41.528 km² und haben etwa 15,5 Millionen Einwohner. Sie grenzen östlich an Deutschland an und bilden zusammen mit Belgien und Luxemburg das Trio der Benelux-Staaten.

Städte

Amsterdam, Utrecht, Den Haag, Groningen, Rotterdam, Venlo, Arnheim, Maastricht

Musik

Für den globalen (Pop-)Musikkreislauf waren die 70er Jahre wohl das erfolgreichste Jahrzehnt der Niederlande. Damals konnten mit den Exponenten Golden Earring (deren Hit Radar Love noch heute zahlreiche Hardrock-Discos und Radiostrecken bepflastert), Ekseption (die u.a. mit ihren Bach- und Beethoven-Adaptionen Maßstäbe im Bereich des Artrock-Crossovers zwischen Klassik und Rock setzten) und Shocking Blue (mit den Erfolgstiteln Venus und Love Buzz, das selbst Nirvana einmal coverten) weltweit Erfolge eingeheimst werden, was davor und auch danach nur bedingt klappte. (Wer mag, kann noch den 80er-"HipHop"-Sampling-Chartshit Holiday des Duos MC Miker "G" & Deejay Sven hinzuzählen.) Lediglich einige wenige Mainstream-Popkünstler wie Anouk oder Schlagerhans Frans Bauer konnten danach auch jenseits der Ems chartstechnisch auf sich aufmerksam machen. Die niederländische Top 400 von Rateyourmusic.com war im November 2010 lediglich auf den Plätzen 173 (Spinvis), 207 (Boudewijn de Groot) und 331 (Johan) von einheimischen Projekten besetzt.

Etwas mehr tat sich auf dem Metal-Sektor, wo sich unter anderem das seit 1986 stattfindende Dynamo-Festival als Anziehungspunkt allerlei Headbanger etablierte. An nennenswerten Bands des Genres haben sich vor allem The Gathering und Within Temptation als wandlungsfähige Combos mit Frontfrau hervorgetan. Aus dem Punkrock sind unter anderem das Trio Bambix und Peter Pan Speedrock zu nennen; Green Lizard spielen seit 1994 nicht ohne auswärtige Resonanz ihren Grungerock und konnten sogar Grunge-Gottvater Jack Endino für die Produktion ihrer ersten Platte gewinnen. Bei Beaver schließlich handelte es sich um eine der ersten Stonerrock-Bands der europäischen Szene, die selbst auf die Queens of the Stone Age Einfluss ausübte.

Im Techno-Bereich brachte die niederländische Elektronik-Szene mit den extremen Stilarten Gabber, Jumpstyle und Hardtrance eigene Strömungen hervor, nachdem bereits ab 1957 die beiden Elektroniker Tom Dissevelt und Kid Baltan mit Unterstützung des Elektronikkonzerns Philips an zum Teil Electro Pop artigen Klängen gewerkelt hatten. Der DJ Tom Holkenberg konnte unter seinem Alias Junkie XL recht erfolgreich auf der Big Beat-Welle mitsurfen und erzielte dabei mit dem Elvis-Remix A Little Less Conversation sogar einen weltweiten Charthit. Dabei arbeitete er auch mit Rudeboy, dem Frontmann der Mitte der 80er als visionär gepriesenen Funk-Rap-Crossover-Band Urban Dance Squad, zusammen, die ihrerseits aber nur bis Mitte der 90er Jahre durchhielten. Zu den aktuellen Indie-affineren Electronic-Acts gehört unter anderem Legowelt.

Im klassischen Indierockbereich sah es abseits altbekannter Namen, wie Legendary Pink Dots, Gruppo Sportivo, The Nits oder auch Van Kaye & Ignit dagegen längere Zeit mau aus. Etwas neidisch mußte der geneigte niederländische Indierockfan daher auf die Nachbarn in Belgien schauen, deren Kreativ-Metropole Antwerpen in den 90er Jahren mit u.a. dEUS und Soulwax der Szene frische Impulse gab. Erst in jüngster Vergangenheit gab es mit Krezip, Raccoon und Gem wieder nennenswerte Versuche im Polderland, den Indie-Sound zu pflegen. Mit After Forever hat es auch eine Gothic-Band geschafft, sich in Resteuropa einen Namen zu machen. Eine Übersicht über das aktuelle Indie-Schaffen gibt es unter anderem auf den Compilations "Neue Holländische Welle 3.0", deren Bands sich auch auf der Popkomm 2006 vorstellten, sowie "The New Sound of the Dutch Underground" von 2007.

Neben dem in den letzten Jahren durch Örtlichkeitsprobleme geplagten Dynamo sind vor allem die etablierten Rockfestivals Pinkpop und Lowlands zu nennen, wobei ersteres mit 28 Veranstaltungen ohne Unterbrechung seit 1970 das dienstälteste Festival Europas ist. Für 2008 hat es mit Metallica, Rage Against The Machine, Incubus, Bad Religion, KT Tunstall, Queens of the Stone Age und den Kaiser Chiefs erneut große Namen zu bieten. Das Lowlands-Festival zieht jährlich etwa 55.000 Besucher und featurete bisher Bands wie Nine Inch Nails, Life of Agony, Kings of Leon, Kasabian, Klaxons oder Motörhead. Für Newcomer ist vor allem das EuroSonic-Festival in Groningen zuständig. Als eher kleines Spartenfestival wäre noch das seit 1999 in Tilburg stattfindende Roadburn-Festival zu nennen, bei dem sich alljährlich Szenegrößen aus den Bereichen Doom, Stonerrock und Sludge versammeln. Auf den Bühnen des kleinen Hallenfestivals waren bislang schon Bands wie Isis, Melvins, Current 93 und Neurosis zu Gast.

Eine der Ausnahmeerscheinungen nicht nur im niederländischen, sondern globalen Musikgeschehen stellt der seit den 1970er Jahren aktive Fotograf und Regisseur Anton Corbijn dar, dessen eindrückliche, oft in Schwarzweiß gehaltene Darstellungen von Joy Division, Depeche Mode und vielen anderen Bands und Künstlern Bildgeschichte geschrieben haben.

Weitere Bands, Künstlerinnen und Künstler

The Ex sind auch im 35. Jahr ihres Bestehens eine Band, die sich viel bewegt. Die meisten Gesangsparts kommen zur Zeit von Arnold de Boer, der seit 2009 das Mikro hütet. Zur Linken sorgt Gründungsmitglied Terrie Ex für die klangliche Kontinuität des krachaffinen Indie Rock Ensembles aus Amsterdam. Zwei Baritongitarren ersetzen gegenwärtig den wegrationalisierten Bass.

AC Berkheimer, Adept, Agua de Annique, Alamo Race Track, Ambeon, Ayreon, Bambix, Han Bennink, Bettie Serveert, Bingo Trappers, Bodine, Bong-Ra, Brainbox, Willem Breuker, Herman Brood, Rob Bruynen Brownies Colours, Caesar, Leo Cuypers, Delain, Ilse DeLange, Eins Zwei Orchestra, Eklin, Epica, The Ex, Facehugger, Fine Chine Superbone, Flavium, Focus, Fra Fra Big Band, Gem,Ghost Trucker, Gone Bald, Gore, Group 1850, Guilt Machine, The Heights, Heist, Hospital Bombers, ICP Orchestra, Ivy Green, Kayak, De Kift, The Kilimanjaro Darkjazz Ensemble, Kingfisher Sky, Kong, Melanocaster, Misha Mengelberg, missAntarctica, The Moi Nom Plus, Morzelpronk, Moss, The Mount Fuji Doomjazz Corporation, My Favorite Scar, Oil, Orphanage, Paralysis, Pfaff, Pili Pili, Rats on Rafts, Ernst Reijseger, The Schismatics, Seedling, Servants of the Apocalyptic Goat Rave, The Sheer, Slauerhoff, The Spirit That Guides Us, Star One, Stone in Egypt, Stream of Passion, Stuurbaard Bakkebaard, Supersister, Sweet Okay Supersister, Tasker, Teaser, This Beautiful Mess, Urban Dance Squad, Vandenberg, Astrid van der Veen, Jasper van't Hof, Vitesse, Voicst, We vs. Death, White Darkness, The Yearlings, Zoppo, zZz

Festivals

Historisches

In den vergangenen Jahrzehnten bis zur €uro Einführung waren die Niederlande ein bevorzugtes Reiseziel westdeutscher Einkaufstouristen. Der recht weiche Gulden ließ viele Güter des täglichen Bedarfs in einem preisgünstigeren Licht erscheinen. Eine liberale Drogenpolitik ließ die Zahl der ausländischen Hasch- und Marihuana-Touristen bis Ende April 2012 immer weiter ansteigen bis am 1. Mai 2012 in den drei meist frequentierten Provinzen ein offizielles Verkaufsverbot an Ausländer in Kraft trat. Der Handel mit Cannabinoiden verlagerte sich damit aus den Coffeeshops auf die Straße und unterlag keinerlei Qualitätskontrollen mehr.

Für den 1. Januar 2013 ist eine weitere Ausweitung des Verkaufsverbots auf alle Provinzen geplant. Schon jetzt haben Hunderte von Coffeeshop-Mitarbeitern ihren Broterwerb verloren. Das Erfolgsmodell Coffeeshop steht damit nach mehr als drei Jahrzehnten vor dem Aus und kann damit Millionen ausländischer Cannabis-Konsumenten keine gesünderen Alternativen zum für die Lunge recht aggressiven Kiffen mehr aufzeigen.


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