Kanye West – My Beautiful Dark Twisted Fantasy

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My Beautiful Dark Twisted Fantasy
Kanye West
Veröffentlicht: 22. November 2010
Label & Vertrieb: Roc-A-Fella
Def Jam
Albumlänge: 68:42 Min.
Produziert von: Kanye West, Jay-Z, Kyambo Joshua, L.A. Reid, Gee Roberson
Genre: Hip-Hop
Formate: CD, LP
Singles: 2010 Power
2010 Runaway
2010 Monster
2011 All of the Lights
Chronologie

2008 808s and Heartbreak

My Beautiful Dark Twisted Fantasy

2011 Watch the Throne


Zum Album

My Beautiful Dark Twisted Fantasy ist das fünfte Album des amerikanischen Rappers Kanye West. West fing an das Album zu planen, als er 2009 eine selbstbestimmte Auszeit in Hawaii nahm, nachdem er mit mehreren kontroversen Auftritten (u.a. der berüchtige Ausfall bei den MTV Video Awards mit Taylor Swift) und seinem letzten Album "808s and Heartbeak" eher für negative Schlagzeilen gesorgt hatte. Die Aufnahmen fanden dann auch hauptsächlich in Honolulu statt, später auch in Kalifornien und New York. West lud jeden Künstler und Produzenten nach Hawaii ein, denn er irgendwie schätzte und gab angeblich mehr als drei Millionen Dollar für die Aufnahmen aus. Die Namen der Stars, die am Album beteiligt sein sollten, sorgten so schon lange vor der Veröffentlichung für Schlagzeilen. Einige der genannten Stars waren später gar nicht offiziell auf dem Album vertreten (z.B. Eminem oder M.I.A.), während andere später die lange Gästeliste füllten. Dazu gehörten neben den üblichen Bekannten Wests wie Jay-Z (der auch produzierte), Raekwon, Kid Cudi, Rick Ross, Rihanna oder Nicki Minaj auch der vor allem in Indiekreisen gefeierte Justin Vernon alias Bon Iver, der schließlich nicht nur bei Monster mitsang, sondern dessen Song Woods auch stark bei Lost in the World gesampelt wurde. Viele andere große Stars waren dann nur im Kleingedruckten zu finden, vor allem im Chor von All of the Lights, in dem unter anderem die Stimmen von Elton John, Fergie, Alicia Keys oder Elly Jackson von La Roux unerkennbar zu hören sind. Eine Zusammenarbeit mit Beyoncé schaffte es nur Bonus-Track zu werden. Die Aufnahmen gerieten wohl sehr exzessiv, da West von Studio zu Studio wechselte, wenn die Arbeit an einem Song nicht voranging und teilweise 24 Stunden lang hinter dem Mischpult saß.

Das neue Album sollte ursprünglich "Good Ass Job" heißen, doch einen Monat vor der Veröffentlichung gab West den offiziellen Titel zusammen mit dem Erscheinungsdatum bekannt. Zuvor hatte er mit seinem Projekt "G.O.O.D. Fridays" jeden Freitag verschiedene Songs auf seiner Website zum freien Download freigegeben, darunter auch drei Lieder und frühere Fassungen anderer Songs, die auf dem Album erscheinen sollten. Das Cover, ein Gemälde von George Condo, auf dem West nackt mit einem Phönix zu sehen ist, sollte angeblich von verschiedenen Supermarkt-Ketten nicht akzeptiert werden. Auch wenn dies später bestritten wurde, gab es ein alternatives Cover mit einem anderen Gemälde von Condo, das eine Ballerina zeigt. Neben mehreren Videos zu den Singles des Albums (darunter das kontrovers diskutierte Video zu Monster, dem Frauenfeindlichkeit vorgeworfen wurde), erschien auch ein halbstündiger Kurzfilm zu Runaway, der in Prag gedreht wurde, und den West zusammen mit Hype Williams produzierte.

Das Album erwies sich in jeder Hinsicht als sehr erfolgreich. Es erreicht in Kanada und den USA Platz 1 der Charts, in fünf weiteren Ländern die Top 10 und in den meisten anderen zumindest die Top 20. Von den Singles erreichte zumindest All of the Lights in den USA Platin-Status. Zudem waren die Kritiken größtenteils sehr überschwänglich. Pitchfork gab dem Album die höchste Auszeichnung einer seltenen 10.0-Wertung und wählte es zudem zum Album des Jahres. Auch der Rolling Stone und Pop Matters gaben dem Album die Höchstwertung und es landete zum Beispiel bei Stereogum ebenfalls auf Platz 1 der Jahrescharts. Die deutsche Presse reagierte etwas zurückhaltender.

Thematisch befasst sich das Album vor allem mit den Themen Berühmtheit und Exzess. Dabei spielen auch Drogen und Sex eine große Rolle, über allem jedoch die Beschäftigung mit Wests Ego und wie dieses in den Medien wahrgenommen wird. Dabei reflektiert West jedoch auch seine Selbstzweifel. Durch die Verwendung eines Samples von Gil Scott-Heron (den West sehr bewundert und bei dessen Beerdigung er 2011 auch singt) bei Lost in the World und Who Will Survive in America, fügt er dem Album sogar noch eine sozialpolitische Komponente hinzu.

Tracklisting

  • 1. Dark Fantasy (4:40)
Musik/Text: Kanye West, Robert Diggs, Ernest Wilson, Jeff Bhasker, Mike Dean, Malik Jones
Produktion: The RZA, Kanye West, No I.D., Jeff Bhasker, Mike Dean
Zusätzlicher Gesang: Amber Rose, Teyana Taylor, Justin Vernon, Nicki Minaj
Musik/Text: Kanye West, Ernest Wilson, Mike Dean, Malik Jones, Che Smith, Corey Woods, Scott Mescudi
Produktion: Kanye West, No I.D., Mike Dean
Zusätzlicher Gesang: Tony Williams
  • 3. Power (4:52)
(Musik/Text: Kanye West, Larry Griffin Jr., Mike Dean, Jeff Bhasker, Andwele Gardner, Ken Lewis
Produktion: S1, Kanye West, Jeff Bhasker, Mike Dean, Andrew Dawson
Zusätzlicher Gesang: Dwele, Alvin Fields, Ken Lewis
Klatschen: Chris Soper, Ian Allan, Uri Djemal, Wilson Christopher
  • 4. All of the Lights (Interlude) (1:02)
  • 5. All of the Lights (4:59)
Musik/Text: Kanye West, Jeff Bhasker, Malik Jones, Warren Trotter
Produktion: Kanye West, Jeff Bhasker
Klavier: Elton John
Zusätzlicher Gesang: Alicia Keys, Alvin Fields, Charlie Wilson, Drake, Elly Jackson, Elton John, Fergie, John Legend, Ken Lewis, Kid Cudi, Rihanna, Ryan Leslie, Tony Williams
Musik/Text: Kanye West, Robert Diggs, Shawn Carter, Patrick Reynolds, Mike Dean, William Roberts, Onika Maraj, Justin Vernon, Jeff Bhasker
Produktion: Kanye West, Mike Dean, Plain Pat
Musik/Text: Kanye West, Ernest Wilson, Mike Dean, Shawn Carter, Terrence Thornton, Cydell Young, Kaseem Dean, Robert Diggs
Produktion: Kanye West, No I.D., Mike Dean
  • 8. Devil in a New Dress (mit Rick Ross) (5:52)
Musik/Text: Kanye West, Roosevelt Harrell, Mike Dean, William Roberts, Malik Jones
Produktion: Bink!, Mike Dean
Musik/Text: Kanye West, Emile Haynie, Mike Dean, Terrence Thornton, Jeff Bhasker, Malik Jones
Produktion: Kanye West, Emile, Jeff Bhasker, Mike Dean
Zusätzlicher Gesang: The-Dream, Tony Williams
  • 10. Hell of a Life (5:27)
Musik/Text: Kanye West, Ernest Wilson, Mike Dean, Mike Caren
Produktion: Kanye West, Mike Caren, No I.D., Mike Dean
Zusätzlicher Gesang: The-Dream, Teyana Taylor
Musik/Text: Kanye West, Justin Franks, Khloe Mitchell, Mike Dean, John Stephens
Produktion: Kanye West, DJ Frank E, Mike Dean
Zusätzlicher Gesang: Chris Rock, Salma Kenas
  • 12. Lost in the World (mit Bon Iver) (4:16)
Musik/Text: Kanye West, Jeff Bhasker, Justin Vernon
Produktion: Kanye West, Jeff Bhasker
Zusätzlicher Gesang: Alicia Keys, Charlie Wilson, Elly Jackson, Kay Fox, Tony Williams
  • 13. Who Will Survive in America (1:38)
Musik/Text: Kanye West, Jeff Bhasker, Gil Scott-Heron
Produktion: Kanye West, Jeff Bhasker
Zusätzlicher Gesang: Alvin Fields, Ken Lewis, Alicia Keys, Charlie Wilson, Elly Jackson, Kay Fox, Tony Williams

Andere Versionen

  • Bei iTunes gab es noch folgenden Bonus-Track
See Me Now (mit Big Sean, Beyoncé & Charlie Wilson) (6:03)
Musik/Text: Kanye West, Sean Anderson, Beyoncé Knowles, Charles Wilson
Produktion: Kanye West, No I.D., Lex Luger

Singles

  • Power
(1. Juli 2010)
  1. Power (Clean Version) (4:53)
  2. Power (Explicit Version) (4:53)
  • Runaway
(4. Oktober 2010)
  1. Runaway (Album Version) (9:08)
  2. Runaway (Single Version) (5:38)
  3. Runaway (Radio Version) (4:28)
  • Monster
(23. Oktober 2010)
  1. Monster (6:08)
  • All of the Lights
(18. Januar 2011)
  1. All of the Lights (Album Version) (4:59)
  2. All of the Lights (Radio Edit) (4:19)

Credits

Charts

Jahr Titel Charts
D UK US A CH SV NL F P NOR FIN DK AUS NZ CAN
2010 My Beautiful Dark Twisted Fantasy 19 16 1 10 19 17 28 7 42 4 6 10 1
Singles
2010 Power 36 22 49
2010 Runaway 56 12 46 13
2010 Monster 18 43
2010 Dark Fantasy 60
2011 All of the Lights 15 18 68 46 52 24 13

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
NME Intro Pitchfork Stereogum TMT Intro Pitchfork
2010 My Beautiful Dark Twisted Fantasy 34 24 1 1 10 14 2
Singles
2010 Power 4 6 9
2010 Runaway 2 3
2010 Monster 5
2010 All of the Lights 14
2010 Lost in the World 25
2010 Dark Fantasy 48

Samples

Referenzkasten

Dark Fantasy
  • Eine ganze Reihe von Name-Droppings: Phoebe Philo (britische Modedesignerin), Sleepy Hollow (Film mit Johnny Depp), Celine Dion, Leona Lewis, Sex on Fire (Song der Kings of Leon), Steve Urkel (Charakter aus der Sitcom "Alle unter einem Dach") und die Automarken Chrysler LeBaron und Lamborghini Murcielago.
Gorgeous
  • Got caught with 30 rocks / The cop look like Alec Baldwin: Einerseits die Beschreibung einer Verhaftung wegen Drogenbesitzes durch einen weißen Polizisten, andererseits eine Anspielung auf den Schauspieler Alec Baldwin und seiner Rolle in der Serie "30 Rock".[1]
  • Face it, Jerome get more time than Brandon: Jerome ist ein typischer Name für Schwarze, während Brandon ein typischer Name für Weiße ist, d.h. Schwarze bekommen längere Haftstrafen als Weiße.
  • Malcolm West had the whole nation standing at attention: West mischt seinem Namen mit dem des Aktivisten Malcolm X.[2]
  • Choke a Southpark writer with a fish stick / I insisted to get up offa this dick: In einer Folge von "South Park" wird West parodiert, weil er behauptet hatte er möge Fischstäbchen (fish sticks), woraus die Autoren eine Verwechslung mit fish dick machten.[3]
Power
  • With some light-skinned girls and some Kelly Rowlands: Sängerin Kelly Rowland von Destiny's Child.[4]
  • Colin Powell und Austin Powers werden nebeneinander erwähnt, vermutlich weil West einmal sagte, George W. Bush (unter dem Powell Außenminister war) möge keine Schwarzen und dabei neben Mike Myers (dem Darsteller von Austin Powers) bei einer Preisverleihung stand.
  • They say I was the abomination of Obama’s nation: Präsident Obama nannte West einen jackass, nachdem er Taylor Swift bei den MTV Awards blamiert hatte.
All of the Lights
  • Somethin' wrong, I hold my head / MJ gone, our nigga dead: bezieht sich auf Michael Jacksons Tod; Jackson war eines von Wests größten Vorbildern.
Monster
  • Einige Anspielungen auf Monster und andere Charaktere: Sasquatch (anderer Name für Bigfoot), Godzilla, King Kong, Loch Ness, Goblin, Ghoul, Zombie, Willy Wonka, Barbie, Chuckie (die Monsterpuppe)
So Appalled
  • Balding, Donald Trump taking dollars from y'all: Medienmogul Donald Trump. [5]
  • Dark Knight feeling, die and be a hero / Or live long enough to see yourself become a villain: Bezieht sich auf den Film "The Dark Knight", die zweite Zeile ist direkt daraus zitiert.
  • And Hammer went broke so you know I'm more focused / I lost 30 mil, so I spent another 30 / Cause unlike Hammer, thirty million can't hurt me: MC Hammer, ehemaliger Rapstar, der in den 90ern pleite ging.[6]
  • My movement is like the civil rights, I'm Ralph David / Abernathy, so call my lady Rosa Parks: beides wichtige Personen der Bürgerrechtsbewegung.
Devil in a New Dress
  • Hood phenomenon / the LeBron of rhyme: LeBron James ist ein Basketball-Star.[7]
  • Don't leave while you're hot / that's how Mase screwed up: Ma$e war ein Rapper, der auf der Höhepunkt seiner Karriere dieselbe beendete.[8]
  • Lyor Cohen, the Dior Homme, that's Dior Homme not Dior homie: Wortspiel mit Lyor Cohen, einem Plattenchef von Warner Music und der Modemarke Dior.
  • The cribs Scarface, could it be more Tony?: Anspielung auf den Charakter Tony Montana im Film "Scarface".[9]
Hell of a Life
  • What party is we goin' to on Oscar day? / Especially if she can't get that dress from Oscar de / La Renta, they wouldn't rent her, they couldn't take the shame: Im Song beschreibt West wie seine Freundin kein Kleid vom Designer Oscar de la Renta für die Oscarverleihung bekommt, weil ihr Job als Pornodarstellering zu anrüchig ist.
Blame Game
  • Am Ende erwähnt West den Namen "Chloe Mitchell". Dabei handelt es sich um einen Charakter aus der US-Soap The Young and the Restless.[10]
Lost in the World
  • Mama-say mama-say ma-ma-coo-sah: Eine Zeile aus Michael Jacksons Hit Wanna Be Startin' Somethin'.

Videoclips

Kritiken