Musiker

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Musiker ist jemand, der sich vorwiegend oder ausschließlich mit Musik beschäftigt. Musik ist entweder hinsichtlich des Lebensunterhalts oder aber der kritischen Anerkennung eine brotlose Kunst. Allein im Mittelfeld und mit spezifizierten Aufgaben lässt es sich leben. Wer als Musiker arbeiten will, wird, wenn er nicht Orchestermusiker wird oder in einem Tonstudio unterkommt, zum Beispiel ein eigenes Label gründen. Der Verwaltungsaufwand, der den Betrieb eines Labels begleitet, ist dem entsprechenden Artikel zu entnehmen. Gleich welche Richtung gegangen wird, kommt der Aufwand für die ständige Kontaktpflege und -erweiterung hinzu. Auch die Qualität von Musikstücken ist von vornherein relativ zu verhandeln: „Wenn man zulange probt, dann werden die Konzerte unermesslich teuer.“[1] An einem Mangel an Pragmatik scheitern oft Bands, wie Ensembles und Orchester und Komponisten zuerst.

Mauricio Kagel – Blue's Blue. Eine musikethnologische Rekonstruktion für vier Musiker (1981, Ausschnitt)

Seit am Einleitungssatz zum Artikel Musik[2] bei der Wikipedia nichts mehr zu rütteln ist, nachdem im Übrigen fünfzehn Einzelnachweise zwischendurch zur Bestätigung eingereicht wurden, der älteste aus der Zeit der Tonkunst Eduard Hanslicks[3], sind auch Leute, die Klingeltöne anfertigen oder Patches oder Apps, alle möglichen Leute, die sich mit den technischen Angelegenheiten der Musik beschäftigen, Musiker zu nennen. Die Musik ist damit zu einer Sparte geworden, die nahezu an den Film herankommt, ohne die visuelle Ebene zu bemühen, was Wirkung und Ubiquität betrifft.

Musikstudium

Entweder, es wird jemand Musiker oder er wird als Student Musikwissenschaftler und dann auf irgendeine Weise Musiklehrer. Das eine schließt das andere aus – von den Unis geht, bis auf Ausnahmefälle, keine Musik aus. Zumindest handelt es sich gewöhnlich nicht um das, was noch Musik jenseits der Freizeitbeschäftigung oder der Entwicklung von Anwendungen genannt würde. Das ist ja auch nicht der Sinn der Wissenschaft. Die Vereinbarung von musikalischer Praxis und Vermittlung eines theoretischen Fundaments hinter der Musik verlangt nach einer Nische, die einem ein paar mehr Freiheiten lässt, was sich als ausgesprochen schwierig erweisen kann. Wer an der Uni arbeitet, hat ständig mit der Präsentation von Wissen und gleichzeitigem Verbergen von Nichtwissen zu tun, wobei das Nichtwissen überwiegt. Das spezielle Kommunikationsdesign, das in den Fachbereichen vorherrscht, bringt die Diskurse zum Schweigen, wie auch die Musik von dort her am Ende schweigt. Mehr zum Studium im Artikel Popmusikforschung.

Trivia

I love chicks and music. Im September 2016 bekennt Van Morrison, dass er in seinem Leben nicht eine einzige Frau über die Musik kennengelernt habe.[4] Erfolg bei Frauen ist, was von angehenden Musikern am ehesten erwartet wird und als letztes eintrifft. Vielleicht ist es umgekehrt auch so. Zumeist scheitern alle Kontaktversuche daran, dass ein Musiker, wenn er unterwegs ist, im Namen der Musik unterwegs ist und sich oft auch um Soundcheck und Aufbau usw. kümmern muss. Nach einem Set ist die Luft dann raus. Alles in Allem verschlingt einen die Musik, bevor es überhaupt möglich ist, am Rande der vielen Erfordernisse Sause zu machen.

  • Der Philosoph Hans-Georg Gadamer sagt, dass es sich bei dem Zeigen von Können, dem Vorführen von Fertigkeiten, um einen (Da)seinsgrund von Menschen schlechthin handelt.[5] Das mag so der Fall sein, es ist aber zu bedenken, dass fast alle Gründe zum Beispiel für eine Bandgründung und für die Absolvierung von Auftritten auf Grundlage der musikalischen Sozialisation erfolgen und diese zumeist über die jeweiligen Szenen oder das, was aus anderer Perspektive Peergroup genannt wird, verläuft. In einer Aufführungssituation geht es mithin nicht allein um Selbstdarstellung, das Zeigen von Können als solches, sondern Rezeptionsformen der Szenen, die adressiert werden, sind bei der Inszenierung eines Auftritts enthalten.
  • Aufgezeichnete Musik hat eine deutlichere Stimme für sich selbst, als für die, die sie gemacht haben.

Der Unterschied zwischen Komponisten und Musikern ist, dass Komponisten heißen, wie sie heißen, und sich nicht etwa Pseudonyme zulegen, was so weit von der Welt der Komposition, vom Werk, entfernt ist, wie nur irgendwas. Die Szenen sind einander weitgehend unbekannt und finden sich gegenseitig komisch oder unverständlich.

Einzelnachweise

  1. Axel Fuhrmann: Die Zeit überwinden – Der Komponist Mauricio Kagel (2007)
  2. Artikel Musik [1] bei der de.wiki
  3. Artikel Musik [2] vom 10. August 2016 bei der de.wiki, scroll.
  4. Jens-Christian Rabe – Dieses Leben würde ich niemandem empfehlen (2016) [3] bei der Süddeutschen Zeitung
  5. Gadamer erzählt die Geschichte der Philosophie 5/6 (2000) [4] „Kein Selbstbewusstsein ohne Arbeit“, ab min. 4:10 bei Youtube