Mouse on Mars

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Mouse on Mars
Mouse on Mars
Mouse on Mars
Herkunft: Köln / Düsseldorf
Aktiver Zeitraum: seit 1993
Genres: Electronica, Indietronics, IDM
Labels: Too Pure, Thrill Jockey, Ipecac, Sonig, Monkeytown Records
Homepage: MouseOnMars.de
Line-Up:
Andi Toma
Jan St. Werner
Dodo Nkishi (Live-Drums)

Mouse on Mars bestehen seit 1993 aus Andi Toma und Jan St. Werner. Sie sind einer der innovativsten und auch im Ausland anerkanntesten deutschen Elektronik-Acts.

Bandgeschichte

Das Köln-Düsseldorf-Joint-Venture Mouse on Mars existiert seit 1993, als sich Andi Toma und Jan St. Werner – je nach Presseinfo entweder in einem Reformhausmarkt oder auf einem Speed Metal-Konzert – kennenlernten. Ihr erstes Album "Vulvaland" erschien 1994 auf Too Pure und etablierte das Duo bereits als Referenz im damals noch wenig erforschten Grenzgebiet zwischen IDM, Ambient, Dub, Downbeat und sonstigen elektronischen Genres, in welches sich zu jener Zeit bestenfalls britische Pioniere wie Aphex Twin, Autechre oder The Orb vorgewagt hatten. Mit "Iahora Tahiti" von 1995 wurden Mouse on Mars insbesondere in der Alternative-Presse (wie etwa Visions) als diejenigen Künstler gefeiert, denen der Schulterschluss zwischen elektronischen und gitarrengeprägten Hörgewohnheiten zugetraut wurde. Zudem entwickelte sich in dieser Zeit eine enge Zusammenarbeit mit den geistesverwandten Stereolab, auf deren Album "Dots and Loops" von 1997 Mouse on Mars ebenso zu hören waren wie umgekehrt die französisch-britischen Moog-Krautrock-Chansonniers auf der MOM-EP "Cache Coeur Naif".

Das dritte Mouse on Mars-Album "Autoditacker" von 1997 erschien ebenfalls noch einmal auf Too Pure; im selben Jahr erschien noch als "Nachschlag" das Album "Instrumentals". Außerdem gründeten Toma und St. Werner zusammen mit Frank Dommert auch ihr eigenes Label Sonig, auf dem die folgenden MOM-Alben nebst anderen Releasen von u.a. Schlammpeitziger und Felix Kubin erscheinen sollten. "Glam" von 1998 wurde unter anderem auch in den USA begeistert rezipiert (ausgerechnet Pearl Jam-Sänger Eddie Vedder zählte sich zu den größten Fans des Duos), wo es von Thrill Jockey lizenziert wurde, ebenso wie der allerdings deutlich kantigere Nachfolger "Niun Niggung" (der vom CD-Rom-Release "Screensaver" begleitet wurde), an welchem sich die Kritik-Geister schieden. Die britische Avantgarde-Zeitschrift "The Wire" wählte es allerdings zur Platte des Jahres, und in Deutschland stieß es immerhin bis Platz 76 der Albumcharts vor. "Idiology" von 2001 setzte den heftigen Kurs fort, während 2003 mit "Rost Pocks" eine erste Sammlung vergriffener und seltener MOM-Tracks veröffentlicht wurde und 2004 mit "Doku/Fiction" auch eine Verarbeitung des bisherigen Mouse on Mars-Oeuvres in Buchform erschien.

Ebenfalls noch 2004 folgte das Studioalbum "Radical Connector", das unter anderem Fake-Disco-Elemente enthielt. Die noch im selben Jahr veröffentlichte EP zum Albumtrack "Wipe That Sound", kündigte indessen das nächste Projekt von Toma und Werner an, da hier neue Mixe des "Radical Connector"-Tracks mit Vocals des New Yorker Rappers Tears the Muffin Man und – noch wichtiger – des The Fall-Frontzynikers Mark E. Smith veröffentlicht wurden. Toma, Werner und Smith fanden so viel Gefallen an der Zusammenarbeit, dass sie im Jahr 2007 das Projekt Von Südenfed gründeten, bei dem die Mouse on Mars-Fraktion die Musik und Smith Gesang und Texte beisteuerte. Zuvor aber erschien mit "live04" noch das erste Livealbum des Duos, gefolgt vom in den USA erstmals auf Mike Pattons Ipecac-Label veröffentlichten nächsten Studioalbum "Varcharz" (ein Wortspiel mit der deutschen Aussprache "Wortschatz" und dem englischen "war charts" -> Kriegsstatistiken), das dem neuen Label entsprechend harten Stoff bot.

Sowohl Jan St. Werner (unter dem Alias Lithops) als auch Andi Toma haben inzwischen Soloalben veröffentlich, live tritt die Band nach wie vor zumeist als Trio mit Schlagzeuger Dodo Nkishi auf. Nachdem das zehnte Mouse on Mars-Album schließlich bereits seit 2009 angekündigt worden war, erschien es schließlich 2012 unter dem Titel "Parastrophics".

Kollaborationen

Diskographie

Alben
Singles/EPs
  • 1994 Frosch (Maxi, Too Pure)
  • 1995 Bib (Maxi, Too Pure)
  • 1995 Saturday Night Worldcup Fieber (Maxi, Too Pure)
  • 1997 Cache Coeur Naif (Maxi, Too Pure)
  • 1997 Twift (Maxi, Too Pure)
  • 1999 Distroia (Maxi, Domino Recording Company Ltd.)
  • 1999 Pickly Dred Rhizzoms (Maxi, Sonig)
  • 1999 Diskdusk (Maxi, Zomba)
  • 2001 Agit Itter It It (Maxi, Sonig/Tokuma Japan Communications)
  • 2001 Actionist Respoke (Maxi, Sonig/Thrill Jockey)
  • 2001 Live (7", Sonig)
  • 2004 Wipe That Sound (Maxi, Sonig/Thrill Jockey)
  • 2004 9 Sound Models of 37 Imaginative Mappings / 9 Klang-Modelle von 37 Vorstellungsabbildungen (CD, Die Gestalten)
Sonstige
  • 1999 Screensaver (CD-Rom, Sonig)
  • 2003 Rost Pocks (The EP Collection) (Kompilation, Thrill Jockey)
  • 2004 live04 (Livealbum, Sonig)

Referenzbands

Weblinks