Metallica

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Metallica
Metallica 2008(v.l. James Hetfield, Lars Ulrich, Kirk Hammett, Robert Trujillo)
Metallica 2008
(v.l. James Hetfield, Lars Ulrich, Kirk Hammett, Robert Trujillo)
Herkunft: Los Angeles, USA
Aktiver Zeitraum: seit 1981
Genres: Thrash Metal
Heavy Metal
Rock
Labels: Elektra
Homepage: metallica.com
Line-Up:
James Hetfield (Gesang, Gitarre)
Kirk Hammett (Leadgitarre, seit 1983)
Robert Trujillo (Bass, seit 2003)
Lars Ulrich (Schlagzeug)
Ehemalige Mitglieder:
Brad Parker (Gitarre, 1981-1982)
Dave Mustaine (Gitarre 1981-1983)
Ron McGovney (Bass, 1981-1982)
Cliff Burton (Bass 1982-1986)
Jason Newsted (Bass 1986-2001)
Bob Rock (Bass
während der St. Anger-Sessions 2001-2003)

Metallica aus Kalifornien (USA) ist wohl die erfolg- und einflussreichste Metalband der Welt.

Bandgeschichte

Gründung und Aufstieg (1981-1991)

Metallica sind eine der definitiven und definierenden Bands des Genres Heavy Metal. Nach ihrer Gründung am 15. Oktober 1981 durch Sänger/Gitarrist James Hetfield und den dänischstämmigen Schlagzeuger Lars Ulrich machte die Band zunächst einige personelle Wandlungen durch (zunächst war u.a. noch Leadgitarrist Dave Mustaine dabei, der kurz nach seinem Rausschmiß/Ausstieg mit Megadeth eine weitere Metal-Legende der 80er gründen sollte), bis dann 1983 mit Cliff Burton am Bass und Kirk Hammett (vormals bei Exodus) an der Leadgitarre das klassische Metallica-Lineup stehen sollte. Einhergehend mit den personellen Änderungen wurde auch der Standort auf Wunsch von Burton von Los Angeles in den Großraum San Francisco verlegt. Durch ihre Verknüpfung von Einflüssen aus der New Wave of British Heavy Metal mit der Geschwindigkeit und Erdigkeit des US-Hardcore sorgte die Gruppe nun dafür, dass der klassische Spätsiebziger-/Frühachtziger-US-Metal eine Frischzellenkur erhielt. Thrash Metal und Speed Metal schufen Metallica zwar nicht im Alleingang, doch mit den drei essenziellen Scheiben "Kill 'Em All (1983), "Ride the Lightning" (1984) und "Master of Puppets" (1986) legten sie so etwas wie die Blaupausen und nach der Meinung vieler Metalfans und -rezensenten sogar die Perfektionierung dieser Genres vor. Auf diese Weise trug die Band sowohl künstlerisch wie auch kommerziell stark dazu bei, dass der Metal zunächst von der Fantasybühne zurück auf die Straße und dann in die Stereoanlagen nicht nur der Hardcore-Metalfans gelangte. Doch auch für den dramasüchtigen Popkulturfan hatte das Quartett seine "Qualitäten": Die Band bekannte sich stolz zu ihrem heftigen Alkoholkonsum (inoffiziell firmierten die Vier auch als Alcoholica), und auf der 1986er Tour zu "Master of Puppets" verunglückte der Tourbus der Band, wobei Bassist Cliff Burton seinen Verletzungen erlag. Dies war ein Schock, von dem sich Metallica nie wirklich erholen sollten, was sich insbesondere an dem stets stiefmütterlich behandelten Nachfolger Jason Newsted ablesen ließ. Trotz fünfzehn Jahren Bandmitgliedschaft brachte dieser es nie zu mehr als dreieinhalb Songcredits, und insbesondere Hetfield und Ulrich ließen es den Musiker stets spüren, dass er kein vollwertiger Ersatz für den toten Freund war. Dennoch gelang Metallica seit den späten 80ern das Kunststück, erst mit einem quasi Progressive Metal-artigen Konzeptalbum über den Krieg ("...And Justice for All" von 1988 samt der unwahrscheinlichen Hitsingle One) den Metal in die Charts und zu MTV zu bringen sowie als eine der wenigen Metalbands der 80er auch den Durchbruch des Grunge in den frühen Neunzigern unbeschadet zu überstehen. Der inoffiziell als "Black Album" bekannte, de facto titellose Longplayer aus dem Jahre 1991 machte Metallica dann endgültig zum Markenzeichen jenseits aller Fankultur, und nachdem der Hair Metal – bis auf Bon Jovi – in der Versenkung verschwunden war, stand der Bay Area-Vierer mit Erfolgssongs wie Enter Sandman, Wherever I May Roam oder dem endlos abgespielten Feuerzeugkiller Nothing Else Matters erfolgreicher denn je da.

Mainstream-Metal? (1992-2000)

Der Über-Erfolg des Schwarzen Albums stellte Metallica allerdings auch vor die schwierige Frage nach einem adäquaten Nachfolger. Nach der längsten Veröffentlichungspause in der Bandgeschichte meldete sich die Gruppe 1996 mit kurzen Haaren, rundum erneuertem Sound und dem Album "Load" zurück, was das Publikum erst einmal ratlos zurückließ. Statt Thrash und Speed regierten nun Alternative Rock-Balladen wie Until It Sleeps, es wurden Blues- und Country-Einflüsse verarbeitet, und James Hetfield verlegte sich vom Growlen auf richtiges Singen. Bereits ein Jahr später erschien der Nachfolger "Re-Load", der dem Titel entsprechend Material aus denselben Sessions wie "Load" beinhaltete und insgesamt wieder etwas wohlwollender aufgenommen wurde (ein Effekt, der später übrigens auch Radiohead bei "Kid A" bzw. "Amnesiac" zugute kommen sollte). Die 90er waren in vielerlei Hinsicht ein umstrittenes Jahrzehnt für Metallica: Ungebrochenem kommerziellen Erfolg (weiter unterstützt u.a. durch den Release der Doppel-LP "S&M", auf der die Band ihre Songs gemeinsam mit einem Symphonieorchester intonierte) standen erstmals abweisenden Reaktionen aus Fan- und Kritikermund gegenüber, und mit der Napster-Episode sollte die Glaubwürdigkeit der einstmals als Straßen-Metaller angetretenen Truppe ihren Tiefpunkt erreichen: Als um die Jahrtausendwende 1999/2000 die Diskussion um Legalität bzw. Illegalität des P2P-Filesharing über den Anbieter Napster ihren ersten Höhepunkt erreichte, spaltete dies auch die Musikerwelt in zwei Gruppen. Auf der einen Seite standen Bands wie Public Enemy, Cypress Hill und – gulp – Limp Bizkit, die die Chancen des neuen Mediums Internet lobten, auf der anderen diejenigen, die um ihre künstlerische und finanzielle Freiheit fürchteten. Zu dieser Gruppe gehörten unter anderem auch Metallica, deren Drummer Lars Ulrich zu Protokoll gab, er würde gerne die User strafrechtlich verfolgt wissen, die die Musik seiner Band unter der Hand weitergäben. Die Reaktion der Fanbase war entsprechend gnadenlos: Metallica galten von nun an als geldgeile alte Säcke, die trotz millionenschwerer Konten noch um den kleinsten Betrag an Tantiemen feilschten. Aussagen wie jene Lars Ulrichs, dass er es schwierig finde, noch Wut zu empfinden, wenn man mit einem eigenen Jet durch die Welt kutschiert werde, trugen wenig zur Entspannung zwischen Band und Fans bei. Schließlich kursierten sogar Animationsvideos im Netz, in denen Ulrich und Hetfield als dumpf-geldgierige "Metallicops" persifliert wurden, die eigenhändig "filesharende" Fans aufsuchten und bestraften.

Zurück auf die Straße (2001-heute)

Auch wenn Metallica im Jahre 2001 ihre Klage gegen Napster zurückzogen, dauerte es doch noch zwei Jahre, bis die Band sowohl menschlich wie auch künstlerisch wieder soweit war, eine wirklich neue Platte vorzulegen. Zudem hatte Jason Newsted im Januar 2001 die Konsequenzen gezogen und die Gruppe verlassen, so dass auch noch ein neuer Bassist gefunden werden musste. Für die Aufnahmesessions zum neuen Album half einstweilen der langjährige Metallica-Produzent Bob Rock an den vier Saiten aus. Für den damaligen Bandzustand lieferte die Filmdokumentation "Some Kind of Monster" äußerst beredte Zeugnisse. Der Zuschauer wurde Zeuge der heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Bandmitgliedern, und das Resultat war ein einjähriger Aufenthalt James Hetfields in der Reha wegen seines Alkoholproblems sowie eine waschechte Gruppentherapie aller Beteiligten. Ein endgültiger Ersatz für Jason Newsted konnte zudem mit Robert Trujillo gefunden werden, der bereits für Ozzy Osbourne, Suicidal Tendencies und Infectious Grooves den Bass gezupft hatte. Solchermaßen geläutert konnten Metallica im Jahre 2003 dann endlich "St. Anger" präsentieren, welches das wohl härteste Album seit den 80er-Meilensteinen der Band darstellte. Auch hier waren die Meinungen sehr geteilt – viele Fans begrüßten die zurückgewonnene Härte, viele kritisierten aber auch die fehlenden Gitarren-Soli, sowie die Numetal-typische Produktion und unterstellten der Band mangelnde Innovation. Doch insgesamt standen Metallica nach dieser Frischzellenkur stabiler denn je da. Seit Anfang 2006 befand sich die Band auch wieder im Studio, um ihr neues Album aufzunehmen, das schließlich am 12. September 2008 unter dem Titel "Death Magnetic" weltweit veröffentlicht wurde. Wieder hatte sich der Sound der Gruppe etwas verändert, diesmal allerdings deutlich in Richtung der 80er-Frühwerke von Metallica. 2011 überraschen sie mit der Ankündigung, gemeinsam mit Lou Reed von Velvet Underground ein Album aufzunehmen.

Kollaborationen

Diskographie

Alben

Singles/EPs

  • 1983 Whiplash
  • 1983 Jump In The Fire
  • 1984 Fade To Black
  • 1984 Creeping Death
  • 1985 For Whom The Bell Tolls
  • 1985 Whiplash EP (Megaforce)
  • 1986 Master Of Puppets
  • 1986 Battery
  • 1986 Welcome Home (Sanitarium)
  • 1988 Eye Of The Beholder
  • 1988 Harvester Of Sorrow
  • 1988 …And Justice For All
  • 1989 One
  • 1991 Enter Sandman
  • 1991 Don't Tread On Me
  • 1991 The Unforgiven
  • 1992 Nothing Else Matters
  • 1992 Wherever I May Roam
  • 1992 Sad But True
  • 1996 Until It Sleeps
  • 1996 Ain't My Bitch
  • 1996 Hero Of The Day
  • 1996 Mama Said
  • 1997 King Nothing
  • 1997 Bleeding Me
  • 1997 The Memory Remains
  • 1998 The Unforgiven II
  • 1998 Fuel
  • 1998 Better Than You
  • 1998 Turn The Page
  • 1999 Whiskey In The Jar
  • 1999 Die, Die My Darling
  • 2000 Nothing Else Matters (Live)
  • 2000 No Leaf Clover
  • 2000 I Disappear
  • 2003 St. Anger
  • 2003 Frantic
  • 2004 The Unnamed Feeling
  • 2004 Some Kind Of Monster
  • 2008 The Day That Never Comes

Sonstige

Charts

Jahr Titel Charts
D US UK A CH S F NOR FIN AUS NZ
1984 Ride the Lightning - 100 - - - 22 - - - - -
1986 Kill 'Em All - 120 - - - - - - - - -
1986 Master Of Puppets 31 29 - - 18 14 - - - - -
1987 The $5.98 EP: Garage Days Re-Visited 16 28 - - - - - - - - -
1988 …And Justice For All 5 6 4 12 7 5 - 8 - - -
1990 Creeping Death/Jump In The Fire 38 - - - - - - - - - -
1991 Metallica
1
1
1
5
1
4 -
1
4 - -
1993 Live Shit: Binge And Purge 68 26 - - - - - - - - -
1996 Load
1
1
1
1
1
1
1
1
1
- -
1997 Reload
1
1
4
1
3
1
3
1
1
- -
1998 Garage, Inc.
1
2 29 3 10
1
9
1
1
- 16
1999 S&M
1
2 33 3 4
1
7
1
2 - 11
2003 St. Anger
1
1
3
1
2
1
3
1
1
1
1
2004 Some Kind Of Monster EP 65 37 - 40 71 - - - - - -
2008 Death Magnetic
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
2010 The Big Four: Live in Sofia 4 - - - - - - - - - -
Singles
1987 The $5.98 EP - - 27 - - - - - - - -
1988 Harvester Of Sorrow - - 20 - - - - - - - -
1989 One - 35 13 - - - - - - 38 -
1991 Enter Sandman 9 16 5 - 11 14 10 2 - 10 -
1991 The Unforgiven 47 35 15 - - 32 28 - - 10 -
1992 Nothing Else Matters 9 34 6 - 5 14 - - - 8 -
1992 Wherever I May Roam 30 82 25 - - 28 28 2 - 14 -
1992 Sad But True 42 98 20 - - - - 5 - 48 -
1994 One (Live) 31 - - - 22 3 - 4 - 5 14
1996 Until It Sleeps 15 10 5 12 22
1
10 2
1
1
-
1996 Hero Of The Day 39 60 17 29 - 10 - 8 3 2 -
1996 Mama Said - - 19 - - 24 - 13 4 24 -
1997 The Memory Remains 20 28 13 20 30 4 - 3
1
6 -
1997 King Nothing - 90 - - - - - - - - -
1998 The Unforgiven II 23 59 15 18 - 8 89 8
1
9 -
1998 Fuel 57 - 31 - - 49 - - 5 2 -
1998 Turn The Page 23 - - 19 - 13 - 11 7 11 -
1999 Whiskey In The Jar 23 - 29 30 - 15 - 4 - 14 41
1999 Nothing Else Matters (Live) 2 - - 6 4 - - - - 28 -
2000 No Leaf Clover 40 74 - - 99 50 - 9 - 41 -
2000 I Disappear 14 76 35 25 20 25 45 8 2 - -
2003 St. Anger 15 - 9 17 28 9 - 6 5 15 38
2003 Frantic 21 - 16 30 57 13 59 5 4 22 23
2004 The Unnamed Feeling 24 - 42 42 47 37 60 10 2 23 -
2008 The Day That Never Comes - 31 19 25 32 3 -
1
1
18 14
2008 My Apocalypse - - 51 56 - 15 - 9 3 38 -
2008 Cyanide - 50 48 - - 14 - 15 4 49 -
2008 All Nightmare Long 15 - - 51 - 44 55 - 11 - -
2008 The Unforgiven III - - - - 12 34 - 8 16 - -
2008 The Judas Kiss - - - - - 44 - 13 20 - -
2008 That Was Just Your Life - - - - - - - 16 - - -
2009 Broken, Beat and Scarred 35 - - 74 - - 36 - 4 - -

Jahrescharts

Jahr Titel Kritiker Charts Leser Charts
Spex Musikexpress Intro Visions Spex Musikexpress Intro Rolling Stone Visions
1987 The $5.98 EP
45
-
-
-
- - - - -
1988 …And Justice For All
-
-
-
-
19 - - - -
1991 Metallica
23
26
-
-
- 8 - - -
1996 Load
-
-
-
-
- 3 - 10 20
1997 Reload
-
-
-
-
- - - - 16
1998 Garage, Inc.
-
-
-
-
- - - - 19
2003 St. Anger
-
42
18
13
- 6 - 20 8
2008 Death Magnetic
-
-
46
4
- - 23 6 1
Singles
1991 Enter Sandman
31
-
-
-
7 - - - -
1996 Until It Sleeps
-
-
-
-
- - - - 20
1998 The Unforgiven II
-
-
-
-
- - - 20 -
1998 The Memory Remains
-
-
-
-
- - - 24 -
1998 Turn The Page
-
-
-
-
- - - - 17
1999 Whiskey In The Jar
-
-
-
-
- - - 10 -
2000 Nothing Else Matters (Live)
-
-
-
-
- - - 8 -
2003 St. Anger
-
-
-
-
- 9 - 19 4
2003 Frantic
-
-
38
-
- - - - 20
2008 The Day That Never Comes
-
-
-
-
- - - - 2

All-Time-Charts

Master Of Puppets
...And Justice For All
Metallica
Ride The Lightning
Kill 'Em All
S&M

Kompilationsbeiträge

Trivia

  • Metallica wurden desöfteren beschuldigt, einige ihrer Songs bei anderen Bands geklaut zu haben. So finden sich beispielsweise Ähnlichkeiten zwischen Excels Tapping into the Emotional Void und Metallicas Enter Sandman oder zwischen Rainbow Warrior von Bleak House und Welcome Home (Sanitarium). In letzterem Fall gab James Hetfield sogar zu, dass der Song nicht ganz von Metallica alleine erdacht wurde.[1]

Referenzbands

Coverversionen

Metallica covern...


Metallica werden meist nicht nur gecovert, sondern mit Tribut-Alben bedacht:

  • 1992: von Die KruppsA Tribute to Metallica
  • 1996: von ApocalypticaPlays Metallica by Four Cellos
  • 1998: auf The Blackest Album: An Industrial Tribute to Metallica von verschiedenen Industrialbands
  • 2001: auf Metallic Assault: A Tribute to Metallica von verschiedenen Supergroups mit Musikern aus der Progressive und Hard-Rock-Szene
  • 2004: auf Metallic Attack: The Ultimate Tribute von verschiedenen Metalbands, teilweise Supergroups


Videoclips

Weblinks

  1. http://www.cracked.com/article_18500_the-5-most-famous-musicians-who-are-thieving-bastards.html