Marianne Rosenberg

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Marianne Rosenberg (*1955 in einer deutschen Sintifamilie in Berlin, Lankwitz) hat 1969 im Alter von fünfzehn Jahren im Rahmen eines Talentwettbewerbes in Berlin mit einem italienischen Lied einen Plattenvertrag gewonnen und daraufhin 1970 ihre erste Single Mr. Paul McCartney aufgenommen. Für die Medien war sie zunächst wegen ihres Backfischimages und ihrer außergewöhnlichen Stimme beliebt, vor der Aufnahme der ersten Single hatte sie kaum Gesangserfahrung. Wegen der Doppelbelastung verließ Marianne Rosenberg vorzeitig die Schule.

Hintergrund

Zu Beginn ihrer Karriere arbeitet sie mit dem Produzenten und Komponisten Joachim Heider zusammen. Sie spielt auf Festivals in ganz Europa, jedoch besonders in „Tanzgaststätten und Clubs. Es ist eine Reise durch die Bundesrepublik der anbrechenden Disco-Ära der frühen 70er Jahre.“[1] Gemanaged wird Marianne Rosenberg von ihrem Vater, wie ihre gesamte Karriere von der Familie begleitet wird.

1976

Mitte der 1970er sind Schwulenclubs in, die Medienprominenz ist hier zu finden. Marianne Rosenberg wird zur erklärten Ikone der Schwulenbewegung: „Praunheim steht auf Du und Du mit dem deutschen Popstar und berauscht sich an der bezaubernden Kopfstimme.“[2] Er gehört zu mir wird als erstes ihrer Stücke zu einer Hymne der Schwulenbewegung, ein Jahr später Marleen (1976).[3] Durch die Aufnahmen hinweg lässt sich mit jeder Veröffentlichung eine größere Performance- und Gesangssicherheit ablesen, zugleich dekonstruiert sich die Person Marianne Rosenberg zeitweise sehr abstrakt und passt sich in die postmodernen Bedingungen der Schlagerproduktion ein – Ende der 1970er Jahre ist Marianne Rosenberg auf dem Höhepunkt ihres Erfolges, beginnt mit einem radikalen Imagewechsel und taucht im Berliner Underground unter: „Ich dachte dann auf einmal: Das ist ja alles ein ausgemachter Unsinn, was ich da gesungen habe.“[4] 1979 covert sie Heart of Glass von der Punkband Blondie, 1980 folgt Call me (als Ruf' an), außerdem von ABBA "The Winner Takes It All". 1982 arbeitet sie mit Kai Hawaii von Extrabreit als Duo Infernal zusammen und beschäftigt sich mit Filmmusikkompositionen. Seit 1984 arbeitet sie mit Marianne Enzensberger zusammen, „mit kindlicher Freude und schauspielerischem Talent übersteigert Marianne Rosenberg den Kitsch bis zum Pathos“.[5] Mitte der 1980er lernt sie Rio Reiser kennen, der einige Stücke für sie schreibt. In der Szene lernt sie den Herausgeber der Zeitschrift Radikal kennen, der bis heute ihr Manager ist. Wie Madonna probiert sie unterschiedliche Rollendarstellungen aus – Vamp, Mondgöttin, Venus, Märchenprinzessin, Diva. Mit Rio Reiser, Inga Humpe und anderen spielt sie 1989 Uns verbrennt die Nacht ein. Mit ihren letzten Produktionen arbeitet sie auch das Schicksal ihrer Familie, besonders ihres Vaters auf, der als Sinti in einem Konzentrationslager interniert war. Ihre neuen Produktionen orientieren sich wieder stärker an den frühen Stücken, oft werden von den Audienzen bei Live-Auftritten jedoch die Hits gefordert.

  • „Ich suche den Stoff aus, ich bestimme die Richtung, in die es gehen soll, und ja ich agiere kann man sagen, wie eine Regisseurin.“[6]
  • „Erfolg gehört zu meinem Leben, vielleicht so sehr wie Atmen sogar.“[7]

Trivia

„Wenn ich eins niemals konnte in meinem Leben, dann war es animieren, und ich dachte ja sowieso, das denke ich bis heute irgendwie, dass ich eigentlich für diese Art von Beruf eine Fehlbesetzung bin.“[8] Die Texte stammen zum großen Teil von Gregor Gottschalk.

Einflüsse

Catharina Valente, Connie Froebess, Jazz, Schlager, Blondie, Punk, New Wave

Siehe auch

Rosenstolz, Peter Plate, Drafi Deutscher, Jürgen Drews, Extrabreit, Rio Reiser, Marianne Enzensberger, Schlager, 2raumwohnung

Diskografie

Diskografie [6] bei Discogs

Einzelnachweise

  1. Die Marianne Rosenberg-Story [1] bei Dailymotion
  2. Dietrich Kuhlbrodt – Info zur Doku: Portrait Marianne Rosenberg (1984) [2] bei Filmzentrale.com
  3. Portrait Marianne Rosenberg (Teil 1) [3] bei Youtube
  4. Die Marianne Rosenberg-Story [4] bei Dailymotion
  5. Portrait Marianne Rosenberg (Teil 3) [5] bei Youtube
  6. ebd.
  7. ebd.
  8. ebd.

Weblinks

  • Homepage [7] bei Marianne Rosenberg
  • Profil [8] bei Discogs
  • Artikel Marianne Rosenberg [9] bei der de.wiki

Musik

  • Marianne Rosenberg – Marleen (1976) [10] bei musicplayon.com

Links zuletzt am 11. Januar 2016 eingesehen.