Müll Records: Unterschied zwischen den Versionen

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'''100records''' wurde von Dirk Budde (Mitzi Mess kokettiert mit der Welt) [[1995]] als Nachfolgelabel des [[Kassettenlabel]]s ''naïf recorden'' in [[Berlin]] gegründet. Die meisten Tracks sind durch Einspielungen ([[Stream|Streaming]]) von [[Soundtrack]]s und anderem Audiomaterial gekennzeichnet. Das Konzept ist ein '''Livekonzept''', abgesehen von einer kurzen Phase zur Jahrhundertwende sind alle Stücke Summencuts von Studiosessions mit weitgehend analogem [[Equipment]], das simultan gespielt wird. Seit [[1997]] ist Ekki Rau beteiligt, seit [[2004]] Martin Osti und seit [[2011]] [[MadTeo]]. Mitzi "Hikikomori" Mess ist Tschüssologe und Bruder Nr. 1 des ''WELTFLUCHTHILFE ae.V.'' (gegr. 2009), der sich unter anderem mit der Pflege der ''Tschüssologie''<ref>Die Vereinsmitglieder begrüßen sich gegenseitig mit einem ermutigendem Lächeln mit ''„Tschüss“'', ''„Tschüssi“'' (vietn.), ''„Tschüssing“'' oder ''„Tschö“'', ''„Tschüsschen“'' oder ''„Tschüssikowski“''. Mess: ''„Ich sag' Tschüss! Und wenns schickt, sag' ich Hallo! und geh'.“''</ref> und der Erzeugung von Identifikationsfiguren befasst, die nicht man selber sind. Im Vorstand Bader, Norbert und Linke, der den Begriff der ''Arbeitslosenoper'' geprägt hat.<ref>Artikel ''Robert Linke'' [https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Linke] bei der ''de.wiki''. O-Ton Linke: ''„Ich weiß mehr als Du!“''</ref> Im Rahmen einer geheimen Versammlung im Mai 2019 wurde Mitzi Mess einstimmig zum Präsidenten gewählt. Zur Hymne wurde mit einer Gegenstimme das meistgehassteste Stück der Welt ernannt: ''Hello Goodbye'' von den Beatles.<ref>Gegenstimme zur Wahl der Hymne des ''WFH ae.V.'' [https://www.indiepedia.de/index.php?title=Datei:WFH-Hymne_Gegenstimme.JPG]</ref> Mess: „''Vor'' mir braucht ihr keine Angst zu haben!“
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'''100records''' wurde von Dirk Budde (Mitzi Mess kokettiert mit der Welt) [[1995]] als Nachfolgelabel des [[Kassettenlabel]]s ''naïf recorden'' in [[Berlin]] gegründet. Die meisten Tracks sind durch Einspielungen ([[Stream|Streaming]]) von [[Soundtrack]]s und anderem Audiomaterial gekennzeichnet. Das Konzept ist ein '''Livekonzept''', abgesehen von einer kurzen Phase zur Jahrhundertwende sind alle Stücke Summencuts von Studiosessions mit weitgehend analogem [[Equipment]], das simultan gespielt wird. Seit [[1997]] ist Ekki Rau beteiligt, seit [[2004]] Martin Osti und seit [[2011]] [[MadTeo]]. Mitzi "Hikikomori" Mess ist Tschüssologe und Bruder Nr. 1 des ''WELTFLUCHTHILFE ae.V.'' (gegr. 2009), der sich unter anderem mit der Pflege der ''Tschüssologie''<ref>Die Vereinsmitglieder begrüßen sich gegenseitig mit einem ermutigendem Lächeln mit ''„Tschüss“'', ''„Tschüssi“'' (vietn.), ''„Tschüssing“'' oder ''„Tschö“'', ''„Tschüsschen“'' oder ''„Tschüssikowski“''. Mess: ''„Ich sag' Tschüss! Und wenns schickt, sag' ich Hallo! und geh'.“''</ref> und der Erzeugung von Identifikationsfiguren befasst, die nicht man selber sind. Im Vorstand Bader, Norbert und Linke, der den Begriff der ''Arbeitslosenoper'' geprägt hat.<ref>Artikel ''Robert Linke'' [https://de.wikipedia.org/wiki/Robert_Linke] bei der ''de.wiki''. O-Ton Linke: ''„Ich weiß mehr als Du!“''</ref> Im Rahmen einer geheimen Versammlung im Mai 2019 wurde Mitzi Mess einstimmig zum Präsidenten gewählt. Zur Hymne wurde mit einer Gegenstimme das meistgehassteste Stück der Welt ernannt: ''Hello Goodbye'' von den Beatles.<ref>Gegenstimme zur Wahl der Hymne des ''WFH ae.V.'' [https://www.indiepedia.de/index.php?title=Datei:WFH-Hymne_Gegenstimme.JPG]</ref>
  
 
Zu den Bearbeitungen zählen mehrere Zwölftonstücke, die Zwölftonreihe des ersten (2008) wurde vom Berliner Komponisten [[Taymur Streng]] (Kunstkopf) geschrieben, sowie eine [[Wire]]-Coverversion (''Mannequin''), eine Coverversion von [[Elektro Music Department|Kotai]]s ''Sucker DJ'' (verstimmt) und eine Anzahl von [[Thelonious Monk|Thelonious-Monk]]-Kompositionen.<ref>Mixmaster Johnson – '''Round Midnight'' (2014) [http://soundcloud.com/pmb-100/round-midnight-th-monk] bei ''Soundcloud''</ref> Hinzu kommen mehrere hundert Synchronstudien auf Grundlage von Synchronisationen von [[Soundtrack]]s aus Filmen von Rainer Werner Fassbinder, Stanley Kubrick, Werner Herzog, Jean Cocteau, Monika Treut, Robert Altman, Lars von Trier, Roland Klick, Andrei Tarkowski, Kaneto Shindo und etlichen anderen Filmemachern und weniger bekannten Dokumentatoren, sowie Vertonungen von Interviews, Vorträgen und Theaterstücken (Samuel Beckett, Peter Brook, Heiner Müller, Hans-Jürgen Syberberg und weitere). Vielfach werden auch [[3rd-Party-Referenz]]en verwendet. So gibt es eine [[4-to-the-floor]]-Bearbeitung einer Rekonstruktion der ersten [[Futurismus|futuristischen]] Oper ''Sieg über die Sonne''<ref>100 Records – ''Sieg über die Sonne'' (2009) [https://vimeo.com/234777777] mit A/V-Impressionen aus der K&K-Rekonstruktion und Impressionen aus Sankt Petersburg</ref> und die [[Hard Bop|Hard-Bop]]-Bearbeitung einer Partita von [[Johann Sebastian Bach|Bach]]. Seit etwa [[2008]] werden zunehmend [[Field Recording]]s verwendet. Des öfteren sind Spulgeräusche und Midifehler, Zufälle und Fehlbedienungen während der Aufnahmen dokumentiert. Das Sounddesign zielt auf möglichst geradlinige Repräsentationen verwendeter Instrumente. Die (oft auch von den Filmemachern autorisierten) Overdubs werden auf Art von [[Vorgefertigte Musik|Ready-mades]] eingesetzt. Es gibt aber auch Instrumentalstücke. Alle Stücke verfügen über eine hohe Ereignisdichte.
 
Zu den Bearbeitungen zählen mehrere Zwölftonstücke, die Zwölftonreihe des ersten (2008) wurde vom Berliner Komponisten [[Taymur Streng]] (Kunstkopf) geschrieben, sowie eine [[Wire]]-Coverversion (''Mannequin''), eine Coverversion von [[Elektro Music Department|Kotai]]s ''Sucker DJ'' (verstimmt) und eine Anzahl von [[Thelonious Monk|Thelonious-Monk]]-Kompositionen.<ref>Mixmaster Johnson – '''Round Midnight'' (2014) [http://soundcloud.com/pmb-100/round-midnight-th-monk] bei ''Soundcloud''</ref> Hinzu kommen mehrere hundert Synchronstudien auf Grundlage von Synchronisationen von [[Soundtrack]]s aus Filmen von Rainer Werner Fassbinder, Stanley Kubrick, Werner Herzog, Jean Cocteau, Monika Treut, Robert Altman, Lars von Trier, Roland Klick, Andrei Tarkowski, Kaneto Shindo und etlichen anderen Filmemachern und weniger bekannten Dokumentatoren, sowie Vertonungen von Interviews, Vorträgen und Theaterstücken (Samuel Beckett, Peter Brook, Heiner Müller, Hans-Jürgen Syberberg und weitere). Vielfach werden auch [[3rd-Party-Referenz]]en verwendet. So gibt es eine [[4-to-the-floor]]-Bearbeitung einer Rekonstruktion der ersten [[Futurismus|futuristischen]] Oper ''Sieg über die Sonne''<ref>100 Records – ''Sieg über die Sonne'' (2009) [https://vimeo.com/234777777] mit A/V-Impressionen aus der K&K-Rekonstruktion und Impressionen aus Sankt Petersburg</ref> und die [[Hard Bop|Hard-Bop]]-Bearbeitung einer Partita von [[Johann Sebastian Bach|Bach]]. Seit etwa [[2008]] werden zunehmend [[Field Recording]]s verwendet. Des öfteren sind Spulgeräusche und Midifehler, Zufälle und Fehlbedienungen während der Aufnahmen dokumentiert. Das Sounddesign zielt auf möglichst geradlinige Repräsentationen verwendeter Instrumente. Die (oft auch von den Filmemachern autorisierten) Overdubs werden auf Art von [[Vorgefertigte Musik|Ready-mades]] eingesetzt. Es gibt aber auch Instrumentalstücke. Alle Stücke verfügen über eine hohe Ereignisdichte.

Aktuelle Version vom 4. Dezember 2019, 11:49 Uhr

Punk Not Punk und Mitzi "Yakuza" Mess mit Werkzeugkasten im M12

Müll Records ist ein 2019 gegründetes Label für 808-basierte Elektronische Musik aus Berlin. Zur Demokratie in der Politik ist das Gegenstück die Diktatur der Künste. Einflüsse kommen aus der Commedia dell'arte und der Good-Byeology.

Hintergrund

Ziel ist die Fundierung einer konturierten sprechaktorientierten Musik. Zu diesem Zweck wird seit 2015 unter anderem an Melody-only gearbeitet, einem Tool zur Reduktion und/oder Transposition gesprochener Sätze in Melodieverläufe. Im Mai 2017 erschien Crossing The Red Sea With MuellieMess And The Happy Birds als 12" mit etwas über 30 Minuten Spielzeit bei Atelier Records als 12" (45 rpm) mit Postkarte.[1][2] Zur Zeit ist ein langfristiges Projekt unter dem Arbeitstitel Ästhetik einer Musik jenseits der Zeit / Frequenzfreie Musiktheorie akut, in dem eine Grundlagenrecherche über drei Jahre hinweg bis Ende 2020 betrieben und ausgewertet werden soll.

Warum macht ihr keine Tanzmusik? Wir hassen Tanzmusik, tanzen ist was für Jugendliche, angehende Twens vielleicht noch. Die Hörer sollen stattdessen auf- und abgehen. Wie steht ihr zum Halbdomestizierten? Alle wollen entweder angepasst oder wild sein. Halbdomestiziert ist schon so ein schlechtes Wort. Woher sollte das Halbdomestizierte denn kommen?

100 Records

100records wurde von Dirk Budde (Mitzi Mess kokettiert mit der Welt) 1995 als Nachfolgelabel des Kassettenlabels naïf recorden in Berlin gegründet. Die meisten Tracks sind durch Einspielungen (Streaming) von Soundtracks und anderem Audiomaterial gekennzeichnet. Das Konzept ist ein Livekonzept, abgesehen von einer kurzen Phase zur Jahrhundertwende sind alle Stücke Summencuts von Studiosessions mit weitgehend analogem Equipment, das simultan gespielt wird. Seit 1997 ist Ekki Rau beteiligt, seit 2004 Martin Osti und seit 2011 MadTeo. Mitzi "Hikikomori" Mess ist Tschüssologe und Bruder Nr. 1 des WELTFLUCHTHILFE ae.V. (gegr. 2009), der sich unter anderem mit der Pflege der Tschüssologie[3] und der Erzeugung von Identifikationsfiguren befasst, die nicht man selber sind. Im Vorstand Bader, Norbert und Linke, der den Begriff der Arbeitslosenoper geprägt hat.[4] Im Rahmen einer geheimen Versammlung im Mai 2019 wurde Mitzi Mess einstimmig zum Präsidenten gewählt. Zur Hymne wurde mit einer Gegenstimme das meistgehassteste Stück der Welt ernannt: Hello Goodbye von den Beatles.[5]

Zu den Bearbeitungen zählen mehrere Zwölftonstücke, die Zwölftonreihe des ersten (2008) wurde vom Berliner Komponisten Taymur Streng (Kunstkopf) geschrieben, sowie eine Wire-Coverversion (Mannequin), eine Coverversion von Kotais Sucker DJ (verstimmt) und eine Anzahl von Thelonious-Monk-Kompositionen.[6] Hinzu kommen mehrere hundert Synchronstudien auf Grundlage von Synchronisationen von Soundtracks aus Filmen von Rainer Werner Fassbinder, Stanley Kubrick, Werner Herzog, Jean Cocteau, Monika Treut, Robert Altman, Lars von Trier, Roland Klick, Andrei Tarkowski, Kaneto Shindo und etlichen anderen Filmemachern und weniger bekannten Dokumentatoren, sowie Vertonungen von Interviews, Vorträgen und Theaterstücken (Samuel Beckett, Peter Brook, Heiner Müller, Hans-Jürgen Syberberg und weitere). Vielfach werden auch 3rd-Party-Referenzen verwendet. So gibt es eine 4-to-the-floor-Bearbeitung einer Rekonstruktion der ersten futuristischen Oper Sieg über die Sonne[7] und die Hard-Bop-Bearbeitung einer Partita von Bach. Seit etwa 2008 werden zunehmend Field Recordings verwendet. Des öfteren sind Spulgeräusche und Midifehler, Zufälle und Fehlbedienungen während der Aufnahmen dokumentiert. Das Sounddesign zielt auf möglichst geradlinige Repräsentationen verwendeter Instrumente. Die (oft auch von den Filmemachern autorisierten) Overdubs werden auf Art von Ready-mades eingesetzt. Es gibt aber auch Instrumentalstücke. Alle Stücke verfügen über eine hohe Ereignisdichte.

seit 2005. „Heute habe ich meine ersten komplexen Amplituden selbstgezeichnet. Bei der Bearbeitung einer Mingus-Dekoration, die ich 2010 verloren geglaubt hatte, wollten auf Strecken von bis zu 20 Millisekunden je etwa zweihundert, zum Teil spitze, Amplituden gezeichnet werden, zum Teil in der Höhe abnehmend von anderthalb auf einen Zentimeter in der höchstmöglichen Auflösung ProTools. Es ging um die Reparatur von Aussetzern, bei denen anzunehmen war, dass in diesen Zeiträumen kein Klang, sondern Stille war. Die Amplituden wollten an die Umgebung angepasst werden. Ursache war ein Erschöpfungszustand im Jahr 2007, der mir eingegeben hatte, es wäre ok, die Amplituden eben so irgendwie hinzuzeichnen, eine Linie mit spitzem Abschluss kam dabei heraus. Das ging also nicht und hat in der Folge das Stück für Jahre begraben. Die Idee hinter der Mingusbearbeitung war, ein Stück zu machen, in dem die Reduktionen von Be-Bop- und Swingformeln durch den Hard Bop weitergetrieben würden und die Soli der Interpreten als Fetzen von Motiven in Klängen repräsentiert wären. Ich erinnere mich, dass ich das Vorhaben nach dem Set als zufriedenstellend, wenn auch nicht vollends erfüllend eingestuft habe. Dazu kam die Inspiration zu einem Thema, das mehr in Richtung Sun Ra als Mingus geht und über die Zeit hält. Das Solo von Eddie Bert von der Mingus Band am Ende ist, soweit ich mich erinnere, ohne Cut repräsentiert und im Originaltempo mit der Unterlage synchronisiert. Eddie Bert war einer derjenigen, die meinten, den Jazz gäbe es nur, damit die Leute tanzen. [...] Die EQs am Mischpult wurden, was die Einspielungen betrifft, in Ruhe gelassen. Das ergibt oft ein wenig mehr Brillianz im Gesamtklangeindruck, wenn das Mischpult einen Namen hat. Die Summe wird auf diese Weise frischer. Es ist angeraten, das Wärme-Frische-Verhältnis der Klänge an den Expandern einzustellen, aber es gibt andere Auffassungen. Das Pseudo-Querflötensolo zu Beginn stammt vom KORG-Electribe-Resonanzfilter. Der Electribe hatte einen Designfehler in manchen Attacks vorzuweisen, eine scharfe Zacke wollte bei fast allen Stücken, in denen er zum Einsatz kam, herausgezeichnet werden. Gerne bin ich Cutter, es gibt die Idee des Wildcuts, der in manchen Stücken aufzufinden ist. Ein Cut aus der Bewegung heraus und wo er sitzt, da sitzt er. An den Aussetzer auf dem Wort ‚Lord‘ bei min. 5:48/49 erinnere ich mich, als ob es heute wäre. Die Einstellung, die ich dabei hatte, eine Souveränität ganz nebenbei für den Bruchteil einer Sekunde, wie um einmal etwas auszuprobieren, und kaum, dass ich meine Silhouette im Nachhinein bei einem Set einmal entspannter gesehen hätte – ohne alle Ambitionen absichtslos und ungeplant, bis das Ereignis stattfand. Auch Osti hat den Verlauf ganz deutlich mit den wobbelnden Hihats antizipiert und den Aussetzer derart überbrückt. Vielleicht habe ich einfach auf das entsprechende Hihat-Filter reagiert. Das ist sogar wahrscheinlicher. Ich frage mich, welches, spontan-latent oder wie verankerte, Hintergrundwissen bei Osti vorgelegen haben kann, dass die Begleitungen des Solos (ab min. 6:38/39) möglich wurden. Eine seltsame Intuition, die bei Livesets oft zutage tritt, eine Intuition, die auf ein bestimmtes Regelmaß, ein Metrum der Einsätze, zurückzuführen ist, dem flexibel vorausgegriffen wird. Antizipationen, ohne sich von den Ergebnissen beeindrucken zu lassen – ganz und gar nicht. Im Nachhinein wird das bewusster. So realisieren sich musikalische Archeoropoeiiten, was jeder Musiker will, und die Musiker treten als in einen Produktionsprozess, der ihren Einsatz bestenfalls überflügelt, Eingebundene in den Hintergrund. Das Einsturzfeld ab min. 6:04 nenne ich, im Gegensatz zu einfachen rhythmischen Kontrasten, die zuweilen als polyrhythmisch ausgegeben werden, polyrhythmisch.“ (U-ji – Crypta musica, 2017)

Zur Zeit: Die Compilation 100 Records – The Trash Archives mit etwa sieben Stunden neu bearbeiteter Klassiker aus dem 100-Records-Repertoire, 72 auch im Internet nicht veröffentlichte Stücke aus der Produktion Budde / Osti plus 27 Bonustracks zum Preis von 7 Euro. Bei dem Album soll es sich um die einzige kostenpflichtige Musik von uns im Internet handeln. Fast alle Stücke sind Instrumentalstücke, 24bit, aiff. Das Realbook der Elektronischen Musik! Ein Leitfaden in Hinsicht auf Einträge in Key-Editoren, den Standardaufbau Elektronischer Musik der II. Generation. Teils sind die Stücke genauso gut, aber langweilig, wie Adornos Kompositionen. Dann wieder sind die Archive voll von Jubel- und Triumphgesten. Die Machart ist ähnlich, wie Ed Wood seine Filme gemacht hat. Eher Trash. Dass man diese Stücke so lange vergessen konnte ... Das ist nicht wie das Vergessen von Bach ... Aber es ist auch interessant ... Irgendwann, wenn die 404 in großen Mengen eingeschmolzen wird ... der Elektroschrott, die Platinen, werden nach China verschifft, wo sie in einem Dorf landen, deren Einwohner seit Generationen nichts anderes tun, als die Platinen von ausgedienten Elektrogeräten auszuwerten und zu Geld zu machen. Und da sieht ein einfacher Arbeiter, systemisch kann die Umwelt da nicht genannt werden, eine Perle im Saum. Und das sind die Trash-Archive. Limitiert auf 1500 Downloads. Bestellen zum Beispiel hier: [10].

Passive Musik Berlin

Auf Passive Musik Berlin (2011-2017) erschienen hauptsächlich online Drones, Dub, Slowmotion und House. Außerdem gab es mit Mixmaster Johnson auch ein Kaffehausjazz-Liveprojekt, bei dem Swing- und Hardbop-Soloisten bei entsprechenden Hintergrundmusik-Auftritten mit analogen Basics auf Grundlage der Roland TR-808 versorgt werden (Aufbau: Bild oben rechts).[8] Hier steht die Synchronisation von zufallsabhängigen (Audio)-Streams und simultaner Navigation, zum Beispiel per radio aporee ::: maps / Streetview, im Rahmen der Live-Elektronik im Vordergrund (audiovisual spacediving). Eine längere fünfteilige aleatorische Komposition wurde während der Entstehung umfassend dokumentiert und ein Oratorium (Oratorium Fleisch für Carillon, Roland TR-808, zwei Expander und Stimme, 2012, Atelier Records 2017) samplefrei mit weitgehend analogem elektronischem Equipment auf 808-Basis fertiggestellt. Eine Anwenderästhetik, wie sie bei 100records bereits nachvollziehbar war, sollte als ästhetisches Ziel und zentrale Routine (vgl. Routinen (Müll Records) Elektronische Musik) im Mittelpunkt der Produktionen stehen. Madteo zur Zusammenarbeit mit MuellieMess bei Trains & Stations, 2011: "... one of those hard-core mavericks of the Berlin scene, quite ahead of the curve I think [...] He’d program the synths and the 808, but with very sparse and strictly motif-less writing, then fills the space with field recordings ..."[9]

  • Zum Beispiel PHO I [11] und II [12] von 2015, die sich beide an György Kurtágs Heinrich-Schütz-Fragmente Die sieben Worte anlehnen: Die sieben Worte (2005) [13] bei Youtube.

Müll Records

Dirk Musik – Blah (100 Records Remix, 2009 / 2018). Spulen bei Soundcloud.

Müll Records machen weiter so und wechseln dabei das Image. „Mais, ça m'emmerde, que notre musique quelquefois sonne comme de la musique concrête, comme une musique française – si tu veux parler de la 'musique française' en général. Tout ça n’est que du bruit et j'en ai marre. Notre musique n'est pas assez allemande – sérieusement. Souvent je me sens déraciné.“ (Le Mec Français) Die Musik soll ab jetzt wie ein Bambus klingen. Im Verlauf der Labelgeschichte seit 1993/94 lässt es sich bis 2018 verfolgen, dass die Musik zu Beginn vielleicht noch kulturell verortbar war, mit der Zeit aber immer mehr weitere Parameter aus unterschiedlichen Stilen und Genres einbezogen wurden. Kein Wunder, dass einem irgendwo die Wurzeln fehlen. Was soll ich aber mit Wurzeln, wo es sich um Musik handelt und nicht Gesellschaftskunde. Minutiöses Geschraube an den Potentiometern wird verachtet, wie meistenfalls die Taste. Einflüsse können hier [14] eingesehen werden. Im Gegensatz zu bisherigen Stücken soll sich von nun an alles aus den Midifiles entfalten. Die Reihe oder Sequenz soll wieder die Hauptrolle spielen, Zusammengesetztes vermieden werden. Das Zusammengesetzte war zu französisch. Wir wollen die Musiker zur Ordnung rufen. Was früher gut gelernt war, ist heute perfekt einstudiert.

Dachmalerei / Tag Berlin, Prenzlauer Berg, 2018

„Wenn ich Punk höre, dann greife ich gewöhnlich auf die radikalsten Bands und Stücke zurück und höre kaum noch angepassteren Punk, wenn es so etwas überhaupt gibt. Ich führe das auf eine Entwicklung der Hörgewohnheiten durch umfassende Recherche in vielen Bereichen der Musik zurück. Das heißt für mich, dass mit der Entwicklung von Hörgewohnheiten und Denkvorgängen zur Musik eine radikalere Einstellung einhergeht, auch was das gesellschaftliche und politische Potential von Musik betrifft. Ob ich mit Gesellschaft und Politik nun zu tun habe oder nicht. Je mehr Ferneyhough ich höre, desto eher bin ich bereit, Bomben zu werfen und wundere mich über das Gehabe selbst radikaler Punkbands, Texte, die sie einmal unterschrieben haben, heute zu unterzeichnen. Was sollte schon falsch sein an Revolte und an Gegengewalt? Der Plan ist es, sich eine Ferneyhough-Komposition vorzunehmen, nach allen Regeln der Kunst zu zerlegen, den Verlauf auf die Planung und Durchführung konzertierter Aktionen von Störungen der öffentlichen Ordnung durch gewaltbereite Mitglieder des schwarzen Untergrunds zu übertragen und den Ablauf zu dokumentieren. Der Wirksamkeit und Form halber kommt die Berücksichtigung eines komplexen Zufallsgenerators infrage. Siehe auch Parameter der öffentlichen Ordnung. Wenn Menschen nicht erregt sein dürfen, dann dürfen sie gar nicht sein. Das ist der Normalfall. Der Sinn eines Zufallsgenerators liegt in der Ausschaltung aller möglichen Arten von Wertungen im Verlauf des Kompositionsprozesses oder, wie hier, auch einer Interpretation. Ein Zufallsgenerator empfiehlt sich besonders, wenn einer Unordnung entgegengetreten werden soll, die als ‚Ordnung‘ oktroiert erscheint.“

Dont Remix (2010, 2018).

Acts

Mitzi "Yakuza" Mess, MuellieMess & The Happy Birds (Budde: Drones, Dub), Circumferential (Budde: House), Mixmaster Johnson (Budde: Hard Bop- / Swingbasics und Computermusik), Transitwelt, Weirdomat House Effects (House), Budde / Osti und Muellie Mess / Punk Not Punk (mit Martin Osti), Muellie Mess / MadTeo (auf 100records als The Jams), Bader / Budde / Osti (mit Jochen Bader, Elektro Music Department), Dynamo Dreesen (Acido Records), DJ KDS (100 Recs II), Le Mec Français (Boudez: Easy Listening), Muhadi bin Budde (arabische Musik, Learn Surah Al-Fatihah (The Opener) ||EASY MEMORIZATION WITH TRANSLITERATION|| ᴴᴰ [15] bei Youtube), Dirk Musik. Design zum Teil von Daniel Pflumm (EMD, Atelier, General Elektro).

Genres

Deep House, Acid House, Minimal Techno, Experimentelle Musik / Avantgarde.

Diskografie

Einzelnachweise

  1. MuellieMess and the Happy Birds – Crossing The Red Sea With MuellieMess And The Happy Birds (2017, Aufnahmen von 2011 / 2012) [1] "Leftfield Electronic meditations – as pure as beautiful", mit Audio-Previews bei Hard Wax. „Loaded acidic & crafted tension, exploratively executed with and overall consistent and limited sound palette. Mullie Mess has been recording and producing as 100records for years and always carved a way through the real sonic underground of Berlin. Simultaneously strict and tilted, straight forward and leftfield, harsly deep and still masterly captivating.“ [2]. Platz 17 von 49 der a-musik-Discogs-Jahrescharts Best of 2017 [3] bei Discogs
  2. Postkarte zur AR007 – Crossing The Red Sea ...
    AR007
  3. Die Vereinsmitglieder begrüßen sich gegenseitig mit einem ermutigendem Lächeln mit „Tschüss“, „Tschüssi“ (vietn.), „Tschüssing“ oder „Tschö“, „Tschüsschen“ oder „Tschüssikowski“. Mess: „Ich sag' Tschüss! Und wenns schickt, sag' ich Hallo! und geh'.“
  4. Artikel Robert Linke [4] bei der de.wiki. O-Ton Linke: „Ich weiß mehr als Du!“
  5. Gegenstimme zur Wahl der Hymne des WFH ae.V. [5]
  6. Mixmaster Johnson – 'Round Midnight (2014) [6] bei Soundcloud
  7. 100 Records – Sieg über die Sonne (2009) [7] mit A/V-Impressionen aus der K&K-Rekonstruktion und Impressionen aus Sankt Petersburg
  8. Hintergrundmusik mit analogen Basics: Bajka, Budde & Mixmaster Johnson – Float 357 (2012) [8] bei Soundcloud
  9. Tom Breslin – Madteo. Taking The E-Train Uptown Express (2012) [9] bei mntothat.com

Weblinks

  • Profil Müll Records [17] bei Soundcloud
  • Profil [18] bei Vimeo
  • M Mess [19] bei Youtube
  • 100records – Erste EP 1994, Upload zum 20ten Jahrestag (1994, 2014) [20] (auszugsweise bei Soundcloud)
  • 100 Records – Zwielichtzone (2005) [21] bei Youtube. Visuals von Martin Osti.
  • Budde / Osti – Nicht weitergehn (2006) [22] bei Youtube
  • Budde / Osti – Monika Treut, Jungfrauenmaschine (2009) [23] "I want to look at the interconnections with people in non-sexual ways [...] I really like feeling sexy, that's my favorite feeling in the whole world ...", bei Vimeo
  • 100 Records – Meyerhold’s Biomechanics (2009) [24] Lehrvideo zur Biomechanik und wie das endet, bei Vimeo
  • Muellie Messiah / Punk Not Punk – MLord Miniatures (9 Miniaturen) (2010 / 2011) [25] bei Bandcamp
  • 100 Records – Zombo The Clown (2012) [26] Circusmusik bei Vimeo
  • MitziMitziMitzi! – 589 aporee (2013) [27] bei Soundcloud
  • Transitwelt / MadTeo – 1st Cut 28 measures looped unmastered (MadTeo Workshop 11 KGB-Remix) (2015) [28] (50 Jahre Projekt 1, preview Passive Musik Berlin – Aleatorik 2. Die Reihe E Dis C B Cis Fis G H F D A Gis auf dem Weg. Bei Soundcloud weitere Informationen, wie das Stück zustande gekommen ist).
  • MuellieMess plays Karlheinz Essls Lexikon-Sonate (2016) [29] Piano-Solo bei Soundcloud. Alles Galopp und der Oma ihr Wohnort.

Links im November 2019.