Lowlife – The Seattle Underground Rock Album

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Lowlife – The Seattle Underground Rock Album
Veröffentlicht: 1986
Label & Vertrieb: Ironwood
Albumlänge: 44:47 Min.
Genre: Compilation
Formate: LP

"Lowlife – The Seattle Underground Rock Album" ist eine Kompilation aus dem Jahr 1986, die verschiedene Bands aus Seattle aus der Zeit vor dem großen Grunge-Hype beinhaltet.

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Nachdem das im Januar 1986 aufgenommene "Deep Six" mit seinen Bands wie Soundgarden, Melvins, Malfunkshun oder Green River so etwas wie den Urknall der späteren Grunge-Szene bedeutet hatte, hegte die weniger auf Härter-Lauter-Langsamer ausgerichtete Musikszene von Seattle bereits Befürchtungen, in Zukunft unterrepräsentiert wahrgenommen zu werden. Zwar lag die große Hysterie um Sub Pop oder gar Nirvana noch Jahre entfernt, dennoch formierte sich hier ein Trend, der den Rest von Seattles Undergroundkünstlern bald überschatten sollte. Als Dokument der "Gegenbewegung" war die im Sommer 1986 aufgenommene Kompilation "Lowlife" folglich von Produzent Paul Scoles generalstabsmäßig geplant: Im Gegensatz zu den hastig getätigten, aber einen gemeinsamen Sound aufweisenden Aufnahmen der "Deep Six"-Sessions galt hier die Regel: no Deep Six bands, no singular sound, no lo-fi recording.[1]

Das breite stilistische Spektrum von Seattles Musikszene wurde unter anderem durch die Psychedelic/Indiepop-Fraktion von Room Nine und Pure Joy (die später zu Love Battery respektive Flop wurden), die Folk-Rocker der Walkabouts und Terry Lee Hale (mit seiner Begleitband The Ones, bei denen Jack Endino den Bass zupfte), die Proto-Grunger von Bundle of Hiss und Feast (damals die größte Band von Seattle, deren Bassistin Jane Higgins auch das Cover der Compilation gestaltete) und die Funk-Punks von Vexed repräsentiert, ergänzt durch obskure Acts wie Melting Fish (mit Glenn Slater von den Walkabouts und später Wellwater Conspiracy) oder die Seemannslieder-Combo Cunninghams (mit Johnny Rubato von Student Nurse).

Ironischerweise verband "Lowlife" – der Titel war eine Anspielung auf das wenig luxuriöse Leben im Seattle-Punk-Underground – mehr mit seinem Widerpart "Deep Six", als es den Anschein hatte: Nicht nur wurden die Tracks im selben Studio wie "Deep Six" aufgenommen, sondern auf dem Cover befand sich auch noch das Gesicht des Frontmannes der Band, die in der Zukunft zu den kommerziell erfolgreichsten Acts aus Seattle gehören sollte: Chris Cornells Soundgarden hatten regelrecht darum gebeten, ebenfalls auf "Lowlife" vertreten zu sein, was von Produzent Scoles mit den Worten "Absolutely not. I don't want any of the bands that were on the Deep Six compilation on my record" rigoros abgebügelt wurde. Im Nachhinein versuchte Jane Higgins also, das Bild Cornells so zu verfremden, dass er nicht mehr zu erkennen sein würde, was jedoch nicht klappte. Ebenso ironisch war die Tatsache, dass es auch mit dieser profesionell auf 24 Spuren eingespielten Kompilation nicht gelingen sollte, das Bild Seattles als zukünftige Grunge-und-sonst-nichts-Hochburg zurechtzurücken.

Tracklisting

Zur Verwirrung der Plattenhörer war die LP in eine "Seite A" und eine "Seite 1" aufgeteilt.

Seite A
  1. 5 Sides CollideCollisions (3:55)
  2. Dogs and MenWorking His Way Home (4:24)
  3. Terry Lee Hale and the OnesStiff Resistance (4:47)
  4. Pure JoyOceans (3:52)
  5. VexedSixes and Sevens (2:34)
  6. Clay AlienTango (3:56)
Seite 1
  1. Melting FishOyster Bank (3:39)
  2. The WalkaboutsBarnstorming (3:12)
  3. Bundle of HissNitro (3:59)
  4. FeastCave (4:16)
  5. CunninghamsTwo Bit Dames (3:41)
  6. Room NineA Thousand Years (3:16)

Weblinks

Quellen

  1. Stephen Tow: The Strangest Tribe. How a Group of Seattle Rock Bands Invented Grunge. Seattle 2011, S.14-126.