Lied

Aus indiepedia.de
Wechseln zu: Navigation, Suche
Felix Mendelssohn-Bartholdy publizierte ab 1830 seine Lieder ohne Worte. Es handelte sich hierbei um melodiöse, kurze und leicht spielbare Klavierkompositionen für den bürgerlichen Salonbedarf.

Ein Lied ist im literarischen Sinne ein kurzes ein- oder mehrstrophiges Gedicht beliebigen Inhalts. Doch schon vor der Alphabetisierung der Massen gab es niedergeschriebene Liedersammlungen aus mündlicher Überlieferung: Etwa die altisländische Lieder-Edda mit Heldenliedern der Wikinger und Germanen, die Carmina Burana des Mittelalters oder den gregorianischen und byzantinischen Chorgesang mit christlich-religiösem Inhalt. Die Vorgänger der Popstars im heutigen Sinne nannten sich Trouvères, Troubadours, Minnesänger und später auch Meistersänger. Sie alle waren Vertreter des einstimmigen Gesangs und begleiteten ihre kurzen Gedichte mit akustischen Saiteninstrumenten aus Holz. Erst durch die aufkommende instrumentale Polyphonie und gesangliche Mehrstimmigkeit der Madrigale, Rondos und Balladen des 15. und 16. Jahrhunderts entstanden die sich wiederholenden Kehrreime und Refrains des Tanzlieds. Die dreistrophige Virelaiform mit Refrain hatte hier aus Frankreich kommend im 14. Jahrhundert bereits vorgearbeitet. Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven und Franz Schubert schufen dann später das literarisch inspirierte und vollständig durchkomponierte Klavierlied, das meistens im Belcanto-Stil vorgetragen wurde und sich damit deutlich vom Volkslied abhob. Komponisten wie Robert Schumann, Johannes Brahms oder Hugo Wolf führten die Form des Klavierlieds weiter fort bis schließlich Gustav Mahler und Richard Strauss auch die von der Oper inspirierte Orchesterbegleitung etablierten.

Begriffsverwendung

Oft liegt dem Begriff in seiner aktuellen Verwendung ein weitverbreiteter pseudowissenschaftlicher Irrtum zugrunde, nämlich der, dass vor allem der lineare Aufbau[1] zu bestimmen habe, was Lied genannt wird und nicht etwa die klangliche Ebene hinzugezogen werden müsse. Diese begriffliche Unschärfe kann zu spürbaren sprachlichen Verunsicherungen führen, die zutage kommen, sobald zum Beispiel im Heavy-Metal- oder anderen Kontexten die Rede von „Liedern“ ist. Übersehen wird in solchen Fällen, dass das Lied in erster Linie eine Vokalkomposition ist und auch intuitiv an eine sensible und tendenziell an Schlager, Folk und Folklore angelehnte Tradition im deutschen Sprachraum, mit entsprechender Verwendung akustischer Instrumente, anschließt und der Begriff entsprechend geprägt ist. Entsprechend entfremdend wirken Einträge bei der deutschen Wikipedia, durch die zum Beispiel Motörheads Ace of Spades oder Wild Thing von den Troggs als Lied bezeichnet werden.

Song

Der Popsong im heutigen Sinne ist die Quersumme aus verschiedenen musikhistorischen Stilen mehrerer Erdteile und kleinen literarischen Formen, wie Gedicht, Aphorismus oder Slogan und kann die Klangmöglichkeiten vieler Jahrhunderte umfassen.

Ausprägungen

Kunstlied, Arbeiterlied, Kirchenlied, Kinderlied, Liebeslied ...

Siehe auch

Stück (Musik)

Einzelnachweise

  1. Artikel Liedform [1] bei der de.wiki

Weblinks

  • Diskussion Artikel Song [2] Versionsgeschichte zur Einsicht in eine wikipediatypische Diskussion zum Thema. Die Wikipedia versucht anstelle der fachlichen Richtigkeit der Lemmas die Übersetzbarkeit von Song und Lied zu sichern und fördert die bestehende Sprachunsicherheit im deutschen Sprachraum auf diese Weise erheblich. Dagegen ist offenichtlich kaum anzukommen, das zentrale Argument: Es sei aus pragmatischen Gründen nicht anders machbar, kurz: zuviel Arbeit, siehe die Diskussion [3] bei der Redaktion Musik der de.wiki
  • Artikel Wild Thing (Lied) [4] Diskussionsseite bei der de.wiki

Links am 15. Oktober 2016