Lester Bangs

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Lester Bangs war als Chefredakteur und Autor von u.a. Creem und Rolling Stone eine der legendärsten Gestalten im US-Musikjournalismus. Er trug maßgeblich zur Bekanntmachung von Underground-Musikformen von Punkrock oder auch Heavy Metal bei, bis er 1982 im Alter von nur 33 Jahren an den Folgen einer Drogenüberdosis starb.

Biographie

Popjournalismus-Legende Lester Bangs fing 1969 an, für den Rolling Stone zu schreiben. Dort arbeitete er bis 1973 und entwickelte einen eigenen, teilweise sehr kritischen Interview- und Schreibstil, bis er anlässlich einer negativen Kritik an Canned Heat gefeuert wurde. Danach übernahm Bangs die Leitung des äußerst einflussreichen Underground-Musikmagazins Creem, das unter seiner Ägide unter anderem neue Musikstile wie Punk, New Wave und Heavy Metal nicht nur erstmals bei ihren Namen nannte, sondern auch bekannt zu machen half. (Selbst der in den 1990ern allgegenwärtig gemachte Ausdruck "Grunge" tauchte schon Anfang der Siebzigerjahre in Bangs Texten auf.) Besonderes Augenmerk fanden kontroverse Künstler und ihre Platten, und so war Lester Bangs der einzige nennenswerte Popjournalist, der etwa Lou Reeds unhörbares Doppelalbum "Metal Machine Music" von 1975 als Meisterwerk feierte.

Ende der Siebziger war Bangs auch selbst als Musiker aktiv und arbeitete unter anderem mit dem Bruder von Joey Ramone in einer Band namens Birdland zusammen. 1980 nahm er mit der Punkband Delinquents aus Austin ein Album namens "Jook Savages on the Brazos" auf.

Lester Bangs starb 1982 nach einer Überdosis Beruhigungsmitteln im Alter von 33 Jahren. Bangs "Schüler", der Regisseur und Musikkritiker Cameron Crowe, welcher schon als Dreizehnjähriger durch Bangs zum Musikjournalismus gekommen war, setzte seinem Mentor mit dessen Verarbeitung im Bandfilm-Drama "Almost Famous" ein Denkmal.