Les Hommes Qui Wear Espandrillos

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Les Hommes Qui Wear Espandrillos
Les Hommes Qui Wear Espandrillos(v.l. Yvonne Nußbaum, Jörg A. Schneider, Markus Kreutzer)
Les Hommes Qui Wear Espandrillos
(v.l. Yvonne Nußbaum, Jörg A. Schneider, Markus Kreutzer)
Herkunft: Hückelhoven, NRW
Aktiver Zeitraum: 19902005
Genres: Noiserock
Indierock
Experimental
Labels: Par Excellence
BluNoise
Homepage: Profil bei MySpace
Line-Up:
Markus Kreutzer: Gitarre, Gesang (19902005)
Yvonne Nußbaum: Bass, Gesang (19962005)
Jörg A. Schneider: Schlagzeug, Percussion (19902005)
Ehemalige Mitglieder:
Christoph Torkler: Bass, Piano, Gesang (19901991)
Andreas Hüttges: Bass (19911992)
Guido Lucas: Bass (19931996)

Les Hommes Qui Wear Espandrillos (abgekürzt LHQWE) wurden 1990 in Hückelhoven gegründet und lösten sich 2005 auf. Sie waren eine der langlebigsten Noiserockbands in Deutschland und gehörten zusammen mit Harmful und ULMe zu den ersten Acts des wegweisenden Labels BluNoise, dessen Mastermind Guido Lucas zeitweilig auch zum Lineup der Gruppe zählte.

Bandgeschichte

Obwohl die Historie der polyglott benamsten Les Hommes Qui Wear Espandrillos (auf Deutsch etwa: "die Männer, die Bastschuhe tragen") oftmals mit jener des legendären Indielabels BluNoise gleichgesetzt wird, gab es das Trio aus Hückelhoven nahe der niederländisch-belgischen Grenze schon vor der Underground-Institution aus Troisdorf. Beeinflusst von US-amerikanischem Noiserock à la Sonic Youth, Barkmarket und Unsane, aber auch Einflüsse aus Krautrock, Psychedelic, New Wave/NDW und Jazz verarbeitend, gründeten die beiden Urmitglieder Markus Kreutzer (Gesang und Gitarre) und Jörg A. Schneider (Schlagzeug und Percussion) die Espandrillos im Jahre 1990. Am Bass zupfte zunächst Christoph Torkler die vier Saiten. 1991 wurde das erste Album namens "Georgette Rouen" veröffentlicht, auf dem Einflüsse aus Wave und klassischem Indierock noch deutlich zu hören waren. "No Is Music" von 1993, aufgenommen zum Großteil mit dem zweiten Bassisten Andreas Hüttges, bewegte sich dann bereits stärker im Noiserock-Kontext und führte den Bruch mit herkömmlichen Songstrukturen ein, wie ihn "Bloodfish" von 1994 dann mit seinen exemplarischen Stücken Deathwish und Asleep ins Extrem führte. Mittlerweile gehörte Bassist Guido Lucas mit zum Espandrillos-Lineup und hatte 1995 brachliegende Örtlichkeiten des BluBox Studios in Troisdorf übernommen, die er alsbald zum Stützpunkt seines eigenen Labels mit dem passenden Namen BluNoise Records umwandelte. Zu den ersten Signings des neuen Labels gehörten dann auch LHQWE, die ihre ersten drei Platten noch auf dem bandeigenen Label Par Excellence veröffentlicht hatten und ihren BluNoise-Einstand 1995 gleich mit einer Doppelveröffentlichung machten: Während auf dem nur auf Vinyl erhältlichen Doppelalbum "Hückelhoven/Die ganze Welt" ausschließlich Improvisationen zwischen ruhigen und ausufernden Parts zu hören waren, setzte "Kairo" den Noise-Weg der vorigen Alben in strukturierterer Form weiter fort.

Mittlerweile war auch die Musikpresse auf die Band aufmerksam geworden, und nach teilweise starkem Unverständnis seitens der Zuhörerschaft waren inzwischen auch die – legendär wüsten – Konzerte der Espandrillos besser besucht. Noch vor dem Doppelrelease war die Band als einziger ungesignter Act zum Roskilde-Festival 1995 eingeladen worden, und 1996 gingen Les Hommes Qui Wear Espandrillos schließlich sogar auf Amerikatournee, an deren Ende Bassist Guido Lucas allerdings auch genug vom anstrengenden Band-Leben hatte und sich fortan hauptsächlich auf sein Label und die Produktion konzentrierte. Seine Nachfolgerin wurde Yvonne Nußbaum, die auch das 1998 folgende Album "220 Bowery" mit einspielte. Für die Aufnahmen reiste die Gruppe gar extra nach New York, um sich dort vom legendären Noise/Hardcore-Urgestein Don Fury (produzierte u.a. die Espandrillos-Helden Helmet und Quicksand) im Studio betreuen zu lassen, wovon man sich eine Verfeinerung und Präzisierung des Bandstils erhoffte. Die zehntägigen Aufnahmen resultierten dann auch in den bis dato straightesten und bestproduziertesten Stücken der Bandgeschichte, welche LHQWE im Rahmen der großen BluNoise-Label-Tour quer durch Deutschland präsentierten, an der auch Labelmates wie Pendikel, ULMe und Blackmail teilnahmen.

Für "Moto Fuzz" aus dem Jahr 2000 wurde dann erstmals mit einem richtigen Promo-Etat gearbeitet und auch ein Video zum Track The Beauty of Electric Light gedreht, was letztlich trotz fortgesetzt guter Kritiken jedoch ebenfalls nicht für eine durchschlagende Vergrößerung des Bekanntheitsgrades sorgte. Mit "Sonic Silence" von 2002 legte die Band eine Art Werk-Rückschau vor, da sich hier bis auf eine Ausnahme alte Aufnahmen aus der Zeit mit Guido Lucas am Bass versammelten. 2003 erschien schließlich das letzte Espandrillos-Album mit dem bezeichnenden Titel "Für eine Handvoll Euro", da sich die Band mittlerweile endgültig darauf beschränken wollte, die Musik nurmehr für sich und die Fans zu machen, gering entlohnte Auftritte inklusive. Klangmäßig hatten LHQWE, wie es das Visions formulierte, mit der Platte "endgültig den Song entdeckt" und sich riffmäßig schon fast in Stonerrock-artige Bereiche vorgearbeitet.

2005 wurden Les Hommes Qui Wear Espandrillos von den Bandmitgliedern zu den Akten gelegt, eine Reunion ist sehr unwahrscheinlich. Die einzelnen Mitglieder haben teilweise jedoch in einer Reihe von anderen Projekten – viele davon durch Drummer Jörg Schneider initiiert – immer wieder zusammen gearbeitet, darunter International Friendship Society, Lude, Nicoffeine, Bone Machine und Fischessen. Yvonne Nußbaum pflegte eine Zeitlang ihr Soloprojekt Skim, von dem jedoch keine Aufnahmen veröffentlicht wurden; Jörg Schneider ist mittlerweile auch Produzent mit eigenem Studio.

Diskographie

Alben
Sonstige

Trivia

Referenzbands

Videoclips

Weblinks