Leonard Cohen

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Leonard Cohen
Leonard Cohen am 13. Mai 2006 in Toronto
Leonard Cohen am 13. Mai 2006 in Toronto
Herkunft: Montreal, Quebec, Kanada
Geboren: 21. September 1934 als Leonard Norman Cohen
Gestorben: 10. November 2016
Aktiver Zeitraum: 1956-2016
Instrumente: Gesang, Gitarre, Klavier
Labels: Columbia
Homepage: leonardcohen.com

Biografie

Leonard Cohen wird 1934 als Kind jüdischer Eltern in Montreal geboren. Sein Vater stirbt, als er neun Jahre alt ist, seine Mutter unterstützt ihn in seinen literarischen Ambitionen. Mit dreizehn lernt er Gitarre, tritt in Cafés und Bars auf und gründet die Band The Buckskin Boys. Mit siebzehn beginnt er, Englisch zu studieren, verdient sich seine Anerkennung jedoch eher mit Geschichten und Lyrik, was er nach seinem Abschluss professionell betreibt. 1956 erscheint sein erster Gedichtsband, Erfolg hat er jedoch erst 1961 mit seinem zweiten Band "The Spice Box of Earth". Neben seinen schriftstellerischen Aktivitäten arbeitet er auch im Familienbetrieb seines Vaters, studiert in New York und reist um die Welt. Er lebt eine Weile in Griechenland und veröffentlicht Romane und Gedichtsammlungen, die alle großen Erfolg haben. Erst nachdem er sich als Autor etabliert hat, beginnt er, wieder Musik zu machen und schreibt Songs, die aus seinen Gedichten entstehen. Die Folk-Sängerin Judy Collins hat mit Suzanne Erfolg und bringt Cohen dazu, wieder als Musiker aufzutreten.

Sein erster Auftritt findet 1967 auf dem Newport Folk Festival statt, weitere ausverkaufte Konzerte folgen. Außerdem hat inzwischen auch Noel Harrison mit Suzanne Erfolg und kurz darauf vermittelt der legendäre Produzent John Hammond Sr. Cohen einen Vertrag bei Columbia. So erscheint 1967 das Debütalbum Songs of Leonard Cohen und wird zu einem Erfolg, jedenfalls im Verhältnis dazu, wie sich Folk-Musik (womit man Cohens Musik damals noch bezeichnete) sonst verkaufte. Trotz des musikalischen Erfolgs, schreibt Cohen weiter Gedichte und lebt doch wie ein Rockstar im Chelsea Hotel in New York neben Janis Joplin und ähnlichen Zeitgenossen. 1969 erscheint sein zweites Album Songs from a Room, das der melancholischen und düsteren Stimmung des Debüts treu bleibt und auch Erfolg hat. Zwei Jahre später folgt Songs of Love and Hate, das als Cohens bestes Album gilt und seine Fangemeinde weiter vergrößert. Regisseur Robert Altman verwendet Leonard Cohens Musik in seinem Neo-Western "McCabe and Mrs. Miller" und der Film wird im Laufe der Jahre zu einem Klassiker. Weiterhin wird seine Musik und eine fiktionale Version seines Lebens als Grundlage für das Theaterstück "Sisters of Mercy" verwendet, das von Gene Lesser auf die Bühne gebracht wird.

1973 erscheint das erste Live-Album Cohens, Live Songs, das in Berlin aufgenommen wird und eine Zusammenstellung verschiedener Konzertmitschnitte beinhaltet. Während dieser Zeit ist er viel auf Tour, sowohl in den USA als auch in Europa und Israel. Er lernt den Pianisten John Lissauer kennen und lässt ihn 1974 sein nächstes Album New Skin for the Old Ceremony produzieren. Ein Best-of-Album erscheint kurz darauf und 1977 veröffentlicht er das Album Death of a Ladies' Man, dessen Titel auf seinen Ruf zu dieser Zeit anspielt. Es ist gleichzeitig das umstrittenste Album seiner Karriere, da es von Phil Spector produziert wird, was für viele eine unmögliche Konstellation darstellt. Auch Cohen zeigt sich unzufrieden mit dem Ergebnis und kehrt 1979 mit Recent Songs zu seinen Wurzeln zurück. 1984 erscheint Various Positions, das er zusammen mit Jennifer Warnes aufnimmt und das als Cohens zugänglichstes Album gilt, obwohl es kommerziell floppt. Cohen beschäftigt sich weiterhin auch in anderen Bereichen und dreht 1983 den Kurzfilm "I Am a Hotel", schreibt 1985 Drehbuch und Musik für den Film "Night Magic" und hat 1986 einen Gastauftritt in der US-Polizeiserie "Miami Vice".

Sein nächstes Album erscheint 1988 unter dem Namen I'm Your Man und wird zu einem seiner größten Erfolge, was unter anderem damit zusammenhängt, dass Jennifer Warnes kurz zuvor mit ihrem Album "Famous Blue Raincoat" großen Erfolg hat, dessen Songs alle von Cohen geschrieben wurden. 1991 erscheint ein Tribut-Cover-Album namens "I'm Your Fan", auf dem Stars wie R.E.M., die Pixies oder John Cale Songs von Cohen covern. Er bleibt fleißig und veröffentlicht 1992 das Album The Future und 1994 ein zweites Livealbum.

Mitte der 90er zieht sich Cohen zurück, verbringt eine Zeit in einem Zen-Center in Kalifornien und wird schließlich buddhistischer Mönch. 1999 kehrt er mit neuen Songs und Gedichten zurück und produziert 2001 zusammen mit der Musikerin Sharon Robinson das Album Ten New Songs. Mit 70 veröffentlicht er 2004 sein elftes Album, Dear Heather, das zwiespältig aufgenommen wird, da sein Gesang inzwischen zurückhaltender ist und es sogar einige Instrumentalstücke auf dem Album gibt. 2005 erscheint ein Dokumentarfilm über Cohens Leben und Schaffen, in dem auch viele Musiker wie Nick Cave, Rufus Wainwright oder Jarvis Cocker auftreten, die Cohen als Inspiration ansehen. 2008 geht Cohen überraschend erneut auf Tour, weil er aufgrund der Veruntreuung von Geld durch seinen Manager zu hohe Schulden hat. Die Auftritte werden begeistert aufgenommen und das in diesem Zuge erscheinende Live-Album "Live in London" verschafft ihm einige späte Chart-Erfolge.

Mit Old Ideas von 2012 erscheint sein insgesamt erfolgreichstes Album. Im November 2016 stirbt Leonard Cohen und mit ihm vielleicht eine ganze Singer/Songwriter-Tradition, die das Lebensgefühl gleich mehrerer Generationen von Jugendlichen, besonders in den 1970er Jahren zu prägen vermochte. Gerade noch Bryan Ferry, Nick Cave und wenige andere knüpfen an die melancholische Stimmung von Songs im Verbund mit mondänem Dandytum an. Sein letztes und düsterstes Album You Want It Darker erschien nur Wochen vor seinem Ableben und wurde als Ankündigung des nahenden Todes verstanden.[1] ⚑ Leonard Cohen – Leaving The Table (2016) [2] bei Youtube

Kollaborationen

Diskografie

Diskografie-Artikel bei der Indiepedia

All-Time-Charts

Songs of Leonard Cohen
Songs From a Room
Songs of Love and Hate
I'm Your Man
Suzanne
So Long, Marianne

Kompilationsbeiträge

Referenzkasten

  • Suzanne: ist über Suzanne Verdal, mit der Cohen eine Nacht verbrachte als sie noch mit dem kanadischen Bildhauer Armand Vaillancourt verheiratet war.

Referenzen anderer ...

  • NirvanaPennyroyal Tea: "Give me a Leonard Cohen afterworld / So I can sigh eternally"
  • Rufus WainwrightWant: "I don't want, no I really don't want / To be John Lennon or Leonard Cohen"

Referenzbands

Coverversionen

Leonard Cohen wird gecovert von...

  • auf dem Tributalbum I'm Your Fan
House of LoveWho By Fire
Ian McCullochHey, That's No Way to Say Goodbye
PixiesI Can't Forget
That Petrol EmotionStories of the Street
The Lilac TimeBird on a Wire
Geoffrey OryemaSuzanne
JamesSo Long, Marianne
Jean-Louis MuratAvalanche IV
David McComb & Adam PetersDon't Go Home With Your Hard-On
R.E.M.First We Take Manhattan
Lloyd ColeChelsea Hotel
Robert ForsterTower of Song
Peter AstorTake This Longing
Dead Famous PeopleTrue Love Leaves No Traces
Bill PritchardI'm Your Man
Fatima MansionsA Singer Must Die
Nick Cave & The Bad SeedsTower of Song
John CaleHallelujah
  • auf dem Tributalbum Tower of Song
Don HenleyEverybody Knows
Trisha YearwoodComing Back to You
Sting & The ChieftainsSisters of Mercy
BonoHallelujah
Tori AmosFamous Blue Raincoat
Aaron NevilleAin't No Cure For Love
Elton JohnI'm Your Man
Willie NelsonBird on a Wire
Peter GabrielSuzanne
Billy JoelLight as the Breeze
Jann ArdenIf It Be Your Will
Suzanne VegaStory of Isaac
Martin GoreComing Back to You
First We Take Manhattan
Bird On A Wire
Famous Blue Raincoat
Joan Of Arc (im Duett mit Cohen)
Ain't No Cure For Love
Coming Back To You
Song Of Bernadette
A Singer Must Die

Anthem

Avalanche

Bird on a Wire

Democracy

Everybody Knows

Famous Blue Raincoat

Hallelujah

Heart With No Companion

Hey, That's No Way to Say Goodbye

I'm Your Man

Lover Lover Lover

Memories

So Long, Marianne

Story of Isaac

Suzanne

Teachers

Tower of Song

Who by Fire

Videoclips

Einzelnachweise

  1. Jan Wieler – Leonard Cohen. Sein Testament (Review des letzten Albums vom 27. Oktober 2016) [1] bei der FAZ

Weblinks

  • Homepage [4] bei Lenoard Cohen.com/de
  • Leonard Cohen – The Partisan (1969) [5] bei Youtube
  • Leonard Cohen – The Stranger Song (1969) [6] bei Youtube
  • Autor unbekannt – Kanadischer Singer-Songwriter Leonard Cohen mit 82 Jahren verstorben (2016) [7] beim Focus

Links im August 2017.