Layne Staley

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Layne Staley
Layne Staley
Layne Staley
Herkunft: Seattle, Washington, USA
Geboren: 22. August 1967
Gestorben: 5. April 2002 (34 Jahre)
Aktiver Zeitraum: 19851999
Genres: Metal, Grunge
Instrumente: Gesang, Gitarre
Labels: Columbia
Homepage: Homepage des Layne Staley Fund
Bands:
Sleze
Alice in Chains
Mad Season
Class of '99

Layne Staley war als Sänger von Alice in Chains einer der Exponenten der Grunge-Bewegung der 1990er Jahre, hatte aber zeit seines Lebens mit starken Drogenproblemen zu kämpfen, denen er schließlich im Jahr 2002 im Alter von 34 Jahren erlag. Er war zudem auch Sänger der Supergroups Mad Season und Class of '99.

Biographie

Von Sleze zu Alice in Chains (1967-1989)

Layne Thomas Staley ist wohl neben Kurt Cobain eine der tragischsten Gestalten im Grunge-Pantheon. Der charismatische Sänger kam allerdings aus einer anderen musikalischen Ecke als Scheidungskind und Teilzeitobdachloser Cobain, der ebenfalls Mitte der Achtziger begann, in der Rockmusik aktiv zu werden. Doch wo Cobain mit Fecal Matter und später Nirvana das schlammige Grenzland zwischen Punkrock, Noise und gelegentlichen Pop-Anleihen beackerte, gab sich Staley ganz der Hauptattraktion des Achtziger-Hardrocks hin, nämlich dessen Haarspray-getunter Variante des Hair Metal. Stark inspiriert von den frühen Guns N' Roses, Mötley Crüe und anderen "bad boys" des Hollywood-Metal, gründete Layne Staley 1985 in Seattle zusammen mit späteren Mitgliedern von Second Coming und My Sister's Machine die äußerst passend benannten Sleze, welche ein Gemisch aus Funk, Hardrock und diversen Metal-Covers (u.a. Slayer und Armored Saint) spielten, damit aber noch kein größeres Publikum erreichen konnten. Erst als Staley 1986 den Gitarristen Jerry Cantrell kennenlernte, der seinerseits bei den ebenfalls sehr glam-metallisch auftoupierten The Diamond Lie spielte, formierte sich das Fundament ihrer beider Erfolgsband: Nach einer kurzen Zeit des parallelen Spielens/Singens von Staley bei Diamond Lie und Cantrell bei Staleys prophetisch benanntem Projekt Alice N' Chainz fusionierten Diamond Lie – außer Cantrell noch aus Drummer Sean Kinney und Bassist Mike Starr bestehend – mit Staley als Sänger zu Alice in Chains.

Erfolg mit "Facelift" und "Dirt", Drogenprobleme (1990-1993)

Mit dieser Band, die zunächst und bis einschließlich ihrer Debüt-LP "Facelift" von 1990 noch Spuren der Sle(a)ze/Glam-Vergangenheit mit sich trug, reüssierte Staley zu einem der Vorreiter des neuen "Seattle-Sounds", da Alice in Chains noch vor Soundgarden als erste Gruppe aus der Underground-Musikszene der Stadt einen Vertrag mit einem Majorlabel unterzeichneten und mit "Facelift" auch die erste Goldene Schallplatte einheimsen konnten. Speziell die Single- und Videoauskopplung Man in the Box, deren Text Layne Staley geschrieben hatte, wurde zu einem Dauerbrenner auf MTV und machte Staleys charakteristischen Gesang zwischen leicht gepressten niedrigeren und voll ausladenden höheren Stimmlagen zum Markenzeichen der Band, insbesondere auch im Harmoniegesang mit Jerry Cantrells eher weniger rauhem Organ. Als die Grunge-Welle Ende 1991, Anfang 1992 durch die unglaublich erfolgreichen Alben "Nevermind" von Nirvana, "Badmotorfinger" von Soundgarden und dem Debüt "Ten" der erst 1990 formierten Mother Love Bone-Nachfolgeband Pearl Jam ein nicht für möglich gehaltenes Ausmaß erreichte, waren Alice in Chains gerade dabei, nach der akustischen EP "SAP" ihr zweites Album "Dirt" aufzunehmen. Als dieses dann im Herbst 1992 unter großem Beifall von Kritik und Plattenkäufern veröffentlicht wurde, wurde die Band endgültig zu einer der "Big Four" und zu einer festen Größe in der Rockmusik der Neunziger. Allerdings zeigte "Dirt" auch ungeschönte Einblicke in das seit Jahren stark von Drogen bestimmte Leben Layne Staleys: Titel wie Junkhead und God Smack (ein Synonym für Heroin) oder der Text zu Angry Chair machten keinen Hehl aus der Heroinabhängigkeit des Sängers, wie selbst schon frühe Demoaufnahmen der Sorte Chemical Addiction dies schon vorweggenommen hatten. Die Tour zu "Dirt" fiel dann auch deutlich kürzer aus als geplant, summierte sich aber immer noch auf Monate, in denen sich Staleys Abhängigkeit weiter verschlimmerte.

Mad Season und letzte Aufnahmen mit Alice in Chains (1995-1999)

1994 fühlte sich der Sänger aber zumindest für Studioaufnahmen wieder fit genug, und so erschien mit "Jar of Flies" erneut eine akustische EP, wo Staley sich auch zunehmend als Songwriter profilierte. Auf Tour gingen Alice in Chains – nunmehr mit Mike Inez am Bass, der den ebenfalls drogenabhängigen Ur-Bassisten Mike Starr ersetzt hatte – mit den neuen Songs allerdings immer noch nicht, was beim Rest der Band zunehmend Frustrationen hervorrief. Layne Staley widmete sich stattdessen lieber einem neuen Bandprojekt namens The Gacy Bunch, das so etwas wie ein Sammelbecken von Seattles Promi-Reha-Gestrandeten darstellte: Neben Pearl Jam-Gitarrist Mike McCready und Walkabouts-Bassist John Baker Saunders nahmen auch die Screaming Trees-Musiker Barrett Martin und Mark Lanegan an der schließlich in Mad Season umbenannten Supergruppe teil, die 1995 das vielgelobte Album "Above" veröffentlichte. Hierauf spielten die Musiker eine Mischung aus verzerrtem Grunge, Blues und atmosphärischen Klängen, und insbesondere Staleys Gesang auf der Platte wurde als eine seiner besten Leistungen gewürdigt.

Anschließend kehrte Staley noch einmal zu Alice in Chains zurück und nahm ebenfalls noch 1995 das letzte Studioalbum unter seiner Beteiligung mit auf, wo er seinen bislang größten Anteil and Text- und Musik-Credits ins Songwriting einbrachte. Eine Tour zu dem unbetitelten Album fand bis auf wenige Shows als Vorgruppe von Kiss allerdings erneut nicht statt, und die Musikpresse begann zu dieser Zeit von Alice in Chains bereits als "Seattle's Living Dead" zu sprechen. Seinen letzten großen Auftritt hatte Layne Staley dann 1996 mit dem Unplugged-Konzert, das Alice in Chains für den Musiksender MTV spielten. Dabei war der Sänger zwar noch gut bei Stimme, wirkte ansonsten aber schon vom jahrelangen Drogenkonsum geschwächt. Als dann seine Ex-Verlobte an einer Überdosis Heroin starb, zog sich Staley komplett aus der Öffentlichkeit zurück. Lediglich für zwei neue Songs namens Get Born Again und Died, die für das 1999 veröffentlichte AiC-Box-Set "Music Bank" aufgenommen wurden, sowie die One-Off-Supergroup Class of '99 mit Mitgliedern von Rage Against the Machine, Porno for Pyros und Jane's Addiction kam Staley noch einmal aus seinem Versteck in seinem Haus in Seattle hervor, ansonsten verbrachte der Sänger die folgenden Jahre mit andauerndem Konsum von Heroin und Crack.

Letzte Jahre und Tod (2000-2002)

Im Frühjahr 2002 hatte sich der Zustand Staleys bereits so verschlechtert, dass eine Amputation seines Arms unvermeidlich schien, doch am 5. April – ausgerechnet auf den Tag genau acht Jahre nach Kurt Cobains Selbstmord – erlag der Musiker schließlich den Folgen seiner Drogenabhängigkeit und verstarb zunächst unbemerkt in seinem Haus. Er wurde zwei Wochen später aufgefunden. Am 20. April wurde eine öffentliche Trauerfeier abgehalten, an der neben Staleys Ex-Bandkollegen Cantrell, Kinney und Inez auch Soundgarden-Sänger Chris Cornell teilnahmen und die schließlich zu einer jährlichen Gedenkkonzertreihe des "Layne Staley Fund" ausgeweitet wurde. Die übrigen Bandmitglieder erklärten Alice in Chains daraufhin für aufgelöst, was bis 2005 auch so bleiben sollte, als die Gruppe mit dem neuen Sänger William DuVall wieder aktiv wurde.

Referenzkünstler

Weblinks