Label

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Ein Plattenlabel oder kurz Label (engl. "Etikett") ist eine kreative Unterabteilung einer Plattenfirma oder, bei kleineren Firmen, die Plattenfirma selbst.

(Sub)label

Ein Plattenlabel, das innerhalb einer größeren Plattenfirma erscheint, bezeichnet man als Sublabel, in selteneren Fällen auch (Sub-)Divison (engl. für Abteilung) bzw. Subsidiary (engl. für Zweigbetrieb). Zu Universal gehören beispielsweise Motown, Polidor und Verve, zu Sony BMG Arista, Columbia und Epic, zu EMI Mute und Virgin und zu Warner Elektra und Reprise Records. Die Label einer Plattenfirma sind meist auf eine bestimmte Musikrichtung spezialisiert und mit Marken vergleichbar. Majorplattenfirmen haben ihren eigenen Musikverlag und ihren eigenen Vertrieb. Wirtschaftlich werden sie durch die IFPI vertreten.

Independent-Label

Unter einem Independent Label versteht man ein Plattenlabel, das unabhängig von den oben genannten großen vier Major-Labeln ("Big Four") arbeitet. Wirklich wirtschaftlich unabhängig sind die wenigsten Indie-Label. Bei vielen handelt es sich um Kleinstbetriebe, die sich oft wirtschaftlich nicht einmal selbst tragen und bei denen der Labeltreibende sein täglich Brot mit anderen Jobs, oft Designarbeiten, verdient. Wer mit seinem Label überleben will, wird sich zunächst einen Labelcode anschaffen. Es ist in etwa damit zu rechnen, dass auf zwei bis drei Monate zwei Wochen für Finanzangelegenheiten und das Annehmen und Verschicken von Paketen draufgehen, für Schreib- und Rechenangelegenheiten und Anwälte. Wer bereit ist, das zu investieren, was selbstverständlich auf Kosten der Musik geht, und zugleich unermüdlich in Clubs und für Kontakte unterwegs ist, hat eine gute Chance, von seinem Label zu leben. Bei einem reduzierten Lebensstil genügt es möglicherweise, monatlich eine Platte herauszubringen.

Die ersten Independent-Label tauchten im Zug der Punk-Bewegung auf und auch heute noch sind viele Independent-Label durch eine DIY-Kultur geprägt. Indie-Label werden wirtschaftlich vom VUT vertreten. Das größte europäische Independent-Label ist Rough Trade, in den USA ähnlich einflussreich waren SST und Sub Pop.

Funktionsweise eines Labels

Das Label kümmert sich im Großen und Ganzen um das Produkt Tonträger selbst. Das Label nimmt einen Musiker unter Vertrag, woraufhin dieser entweder auf Kosten des Labels oder auf eigene (je nach Vertrag) ein Studioalbum aufnimmt. Ein solcher Vertrag ist auf eine bestimmte Zeit oder Anzahl an Veröffentlichungen beschränkt und beinhaltet oft die Option von Seiten des Labels, den Vertrag bei Interesse zu verlängern.

Anschließend wird der Tonträger, meist auf Kosten des Labels, gemastert und ans Presswerk verschickt. Etwa drei Monate vor Veröffentlichung beginnt die Promotionphase. Dies übernimmt entweder das Label selbst oder gibt es an eine Promotionagentur ab. Die fertigen Tonträger werden schließlich an den Vertrieb weitergeleitet; die zur Veröffentlichung gegebenenfalls anstehende Tour wird von der Booking-Agentur geplant.

Über die korrekte GEMA-Abrechnung wacht der Musikverlag, der die Musik auch Musik an Film und Werbung verkauft. Die Rechte an den Aufnahmen liegen beim Label, sofern es die Aufnahmen bezahlt hat. Indie-Label machen meistens die Promotion selbst und haben oft noch eine eigene Edition (eine Art Musikverlag), manchmal sogar einen eigenen kleinen Mailorder.