Konzeptalbum

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Ein Konzeptalbum ist ein Album, das von einem Thema durchzogen wird.

Entweder liegt eine narrative Form vor, in dem über die Lieder eine fortlaufende Geschichte erzählt wird, oder alle Lieder eines Albums behandeln das gleiche Thema.

Das Konzept kann auch auf andere Bereiche wie etwa die Gestaltung des Covers oder weitere Zusatzelemente ausgeweitet werden. Bei Rockalben spricht man auch von Rockopern, sofern eine fortlaufend erzählte Geschichte vorliegt.

Vorläufer

Woody Guthrie nahm 1940 das Album "Dust Bowl Ballads" auf, eine lose Zusammenstellung von Songs mit einer ähnlichen Thematik. Als einer der Erfinder des Konzeptalbums gilt Frank Sinatra mit seinem "The Voice Of Frank Sinatra" (1946), der in den 50ern reihenweise Alben mit Songs, die alle von derselben Stimmung handeln, aufnahm.

Konzeptalben

  • 1966: Frank Zappa - Freak Out (Thema: Underground-Szene von Los Angeles aus der Perspektive eines Freaks)
  • 1967: The Beatles - Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band (Nicht das erste, aber das wohl bedeutendste Konzeptalbum. Die Beatles nehmen die Rolle einer fiktiven Band an, die verschiedene Stücke zum Thema Liebe spielt. Wegen dieser doch etwas offeneren Thematik wird der Konzeptalbum-Charakter des Albums häufig in Frage gestellt.)
  • 1969: The Who - Tommy (die Geschichte des "Deaf, Dumb and Blind Boy" Tommy Walker)
  • 1971: Serge Gainsbourg - Histoire de Melody Nelson (Liebesgeschichte eines jungen Mädchens).
  • 1972: Jethro Tull - Thick as a Brick (der gesamte Text wurde von der fiktiven Person Gerald Bostock "geschrieben"; Kurzoper im Stile von Monty Python)
  • 1973: The Who - Quadrophenia (Geschichte des Mods Jimmy im London der 1960er Jahre)
  • 1973: Lou Reed - Berlin (die Geschichte eines verliebten, drogensüchtigen Pärchen)
  • 1973: Jethro Tull - A Passion Play (behandelt hauptsächlich Themen wie ewiges Leben oder Wiedergeburt)
  • 1976: The Alan Parsons Project - Tales of Mystery and Imagination (orientiert an Werken von Edgar Allan Poe)
  • 1979: Pink Floyd - The Wall (handelt von einem jungen Mann, der aufgrund der Überbehütung durch seine Mutter und der Grausamkeit der Lehrer in der Kindheit eine geistige „Mauer“ um sich herum errichtet hat)

  • 1984: Hüsker Dü - Zen Arcade (über einen Jungen, der sein Elternhaus verlässt und mit einer harten und gnadenlosen Welt konfrontiert wird)
  • 1988: Die Toten Hosen - Ein kleines bisschen Horrorschau (Vertonung des Buches "A Clockwork Orange" von Anthony Burgess)
  • 1994: The Divine Comedy - Promenade (beschreibt den Tag zweier zusammengehörender Menschen)
  • 1995: David Bowie - 1. Outside – A Non-Linear Gothic Drama Hyper-Cycle (basiert auf den Tagebüchern des Detektivs Nathan Adler, der einen Mord aufzuklären versucht)
  • 1995: Chumbawamba - Swinging With Raymond (handelt zur einen Hälfte von Liebe, zur anderen Hälfte vom Hass)
  • 1996: Die Ärzte - Le Frisur (handelt von Haaren)
  • 1997: Radiohead - OK Computer (Thema: Angst und der Verlorenheit in einer digitalisierten Welt)
  • 1997: Ween - The Mollusk (Meereskreaturen)
  • 1999: Hefner - The Fidelity Wars (über Verlieben, Beziehung und Entlieben)
  • 1999: Christoph und Lollo - Schispringerlieder (der Titel sagt alles)
  • 2001: Pale - Razzmatazz (The Arts At The Sands) (Die Geschichte eines 22-jährigen Jazz- und Soulfanatikers, der nach einem Auslandsaufenthalt zurückkehrt und erkennt, dass all die Dinge, die er vorher besaß, verloren gegangen sind.)
  • 2002: Flaming Lips - Yoshimi Battles the Pink Robots (Kampf der kleinen Yoshimi gegen Roboterinvasoren in der maschinellen Identitätskrise)
  • 2002: Tori Amos - Scarlet's Walk (Protokoll einer Reise durch die USA nach den Terroranschlägen am 11. September 2001)
  • 2002: Hooverphonic presents Jackie Cane (Aufstieg und Fall einer fiktiven Sängerin)
  • 2003: The Mars Volta - De-Loused In The Comatorium (Protagonist Cerpin Taxt spritzt sich Morphium, um sich das Leben zu nehmen, fällt in ein Koma, in dem er mit seinem Selbst und seiner Vergangenheit konfrontiert wird, um sich nach seinem Erwachen aus dem Koma doch das Leben zu nehmen.)
  • 2003: Neil Young - Greendale (Die Geschichte der Familie Green in einer fiktiven kalifornischen Hafenstadt. Zu dem Album wurde auch ein Film von Neil Young gedreht.)
  • 2004: Liars - They were wrong, so we drowned (Thema: Hexen und Hexenverfolgungen)
  • 2004: The Streets - A Grand Don’t Come For Free (Verlust von 1.000 Pfund Sterling und die Versuchen, das Geld wiederzufinden)
  • 2004: Green Day - American Idiot (alltägliches Kleinstadtleben in den USA)
  • 2004: Mike Watt - The Secondmen's Middle Stand (über Watts Krankheit und Gesundung)
  • 2005: The Mars Volta - Frances the Mute (Basiert auf einem Tagebuch, das das verstorbene Bandmitglied Jeremy Ward gefunden hatte und das von der Suche eines junges Mannes nach seinen leiblichen Eltern handelte, Ward hatte es selbst vervollständigt.)
  • 2005: Babyshambles - Down In Albion (laut Pete Doherty ein dreiteiliges Konzeptalbum über "Boy meets girl, boy gets banged up, then something else happens")

Weblinks