Klaus Dinger

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Klaus Dinger im September 2006 auf der Düsseldorfer Königsallee.
Klaus Dinger
Herkunft: Düsseldorf, Nordrhein-Westfalen
Geboren: 24. März 1946
Gestorben: 21. März 2008
Aktiver Zeitraum: seit 1963
Instrumente: Gesang, Schlagzeug, Keyboards, Gitarre
Labels: Brain, Nova, Teldec, Eastwest, Captain Trip, Grönland Records
Homepage: http://www.klausdinger.com
Bands:
The No, The Smash, Kraftwerk, Neu!, La Düsseldorf, Die Engel des Herrn, La! Neu?


Klaus Dinger, auch bekannt als Nikolaus van Rhein, war ein stilprägender deutscher Schlagzeuger, Komponist und Multiinstrumentalist mit einem stark ausgeprägten Hang zum künstlerischen Gesamtkonzept.

Kindheit & Jugend

Geboren wurde er im familiären Bombenexil in Scherfede im südlichen Teutoburger Wald. Doch schon bald zog es die Familie zurück nach Düsseldorf, wo Dinger im Kindergarten St. Bruno eine glückliche Zeit erlebte und nicht viele Trümmer zu Gesicht bekam. Nach dem Grundschulbesuch an der Golzheimer Heide entschieden sich die Eltern für eine humanistisch-altsprachliche Ausbildung am staatlichen Görres-Gymnasium und befürworteten auch eine Aufnahme in den Schulchor, der für gewöhnlich in der Andreaskirche in der Düsseldorfer Altstadt konzertierte. Trotz aufsässigen Verhaltens brachte Dinger es dort zur Mittleren Reife.

Die ersten Gehversuche als Musiker

Noch während seiner Ausbildung zum Zimmermann in den Jahren 1963 - 1966 zog es ihn ans Schlagzeug. Klaus Dinger begann seine schlagzeugerische Karriere als stilistisch offener Autodidakt in einer Berufsschulband namens Swing Combo, um dann später zu The No zu wechseln. Ein erstes Demo Tape für EMI brachte keinerlei Resonanz. Zu dieser Zeit machte Klaus Dinger auch vor Free-Jazz-Sessions nicht Halt und war vollständig verstrickt in seinen Selbstfindungsprozess als Schlagzeuger.

In den Jahren 1966 - 1969 studierte er als Quereinsteiger Architektur an der Werkkunstschule Krefeld und trommelte nur noch gelegentlich in spontanen Sessions. Eine geschenkte Gitarre führte zu einer Erweiterung des musikalischen Horizonts, aber auch zu einer ausgeprägten Unlust am Architekturstudium.

Kommuneleben und künstlerische Reifung

1969 kehrte er nach Düsseldorf zurück, um sich als Profi-Schlagzeuger in einer Coverband namens The Smash zu verdingen. Das Leben in einer Künstlerkommune führte schon nach kurzer Zeit zu einem Interesse an der Malerei und einem gemeinsamen Projekt mit dem Fotografen Peter Lindbergh, das aus einer Bilderserie ganz in Weiss bestand. Zum tieferen Verständnis sei gesagt, dass der Kontakt zu einem LSD-Pröbchen bei solchen Bildern zu einer anderen Rezeption führt als der simple Vergleich mit einer gestrichenen Wand oder Raufasertapete. Bei Klaus Dinger lag ein solcher Kontakt vor, und er begann, eigene Songs zu schreiben. Spastic Anna hieß der erste und wurde im Rahmen einer sehr wilden Performance im Intimen Theater Düsseldorf aufgeführt. Dinger schleuderte seine Schlagzeugbecken quer über die Bühne und ließ damit die gut bekannten Aktionen von Keith Moon (The Who) blass aussehen, was Florian Schneider-Esleben derart beeindruckt haben muss, dass er Klaus Dinger als Schlagzeuger zu Kraftwerk holte.

Die Zeit bei Kraftwerk

Kraftwerk war zu dieser Zeit ein frei improvisierendes Kollektiv und Klaus Dingers vereinfachendes und treibendes Schlagzeugspiel sorgte für die nötige Abgrenzung zur bereits sehr stark ikonografierten Jazzszene. Dinger lebte einige Monate in Wohngemeinschaft mit Florian Schneider-Esleben und machte so auch die Bekanntschaft mit Anita Heedmann, die seine musikalische Muse wurde. Ralf Hütter kam mit Dingers Temperament weniger zurecht und so endete das Engagement bei Kraftwerk nach einer recht kurzen, aber produktiven Zeit in der Sackgasse, da Ralf Hütter dem Projekt den Rücken kehrte und das Line Up zunehmend instabil wurde. Kraftwerk hatte als Duo Dinger-Esleben keine Zukunft.

Der Übergang zu Neu!

  • Der Kraftwerk Track Kakteen, Wüste, Sonne markierte während einer Beat Club Session im Jahre 1971 die Weichenstellung zum Neu! Sound: Eine Weichenstellung, mit der Florian Schneider-Esleben sich erst einmal auseinandersetzen musste.

Der ebenfalls zu Kraftwerk gestoßene Michael Rother sorgte für die nötige kreative Kontinuität, was einen flüssigen und reibungslosen Übergang zu Neu! ermöglichte. Dinger vereinfachte sein Schlagzeugspiel immer weiter, bis schließlich der Stil dabei herauskam, der in der globalen Musikszene als Motorik oder Mechanical Beat bekannt wurde. Der schon von den Kraftwerk Studiosessions bekannte Conny Plank wurde Co-Produzent der ersten LP von Neu! und war damit auch ein klanglich prägendes Gruppenmitglied. Plank arbeitete zu dieser Zeit als Toningenieur im Star Studio Hamburg, das dem erfolgreichen Schlagerkomponisten Ralf Arnie gehörte. Nach Feierabend widmete er sich immer wieder der Förderung experimenteller Rockmusik aus deutschen Landen. Ralf Arnie ließ ihm freie Hand bei der Auswahl der Acts und bekam im Gegenzug die Verwertungsrechte der entstandenen Produktionen. So unter anderem auch die Rechte an einigen Alben von Kraftwerk, Cluster, Guru Guru, Jane, Eloy, Wolfgang Riechmann, Scorpions, Ash Ra Tempel und vielen anderen.

1972 gab die Gruppe sechs oder sieben Konzerte mit Eberhard Kranemann und Uli Trepte im Line Up, was den Status eines regionalen und nicht lokalen Projekts untermauerte. Klaus Dinger gab die Schlagzeugposition an seinen jüngeren Bruder Thomas ab, um live an der Gitarre mehr Druck machen zu können.

Das Jahr 1973 sah die Veröffentlichung der einzigen Neu!-Single Super/Neuschnee. Das zweite Album litt wegen bescheidener Tantiemenzahlungen des Ralf Arnie Musikverlags und der Plattenfirma Metronome unter Kapitalmangel und wurde deshalb mit billig herzustellenden Geräuschmanipulationen angereichert. In Klaus Dinger keimten Pläne für ein eigenes Label. Seltsamerweise war das erste anvisierte Projekt das Debüt einer englischsprachigen Kapelle namens Lilac Angels, die einfach nur konventionellen Hard Rock spielten und mit Klaus Dingers musikalischer Entwicklung wenig bis gar nichts zu tun hatten. Positive Reaktionen auf John Peels Radioeinsätze diverser Neu!-Tracks und von Banken gepumptes Geld machte die Gebrüder Dinger mutig: Man traf sich in London mit John Peel, Mick Jagger und der Frau von Pete Townsend und verteilte fleißig Muster. Ein Veranstalter für eine Tournee der Band ließ sich jedoch nicht finden.

Die Naturbühne Blauer See in der Nähe des Hauses Cromford in Ratingen-Nord war am 20. Juli und 14. September 1974 Schauplatz des Dinger-Land Festivals mit den Gruppen Lilac Angels, Fritz Müller, La Düsseldorf und Neu!. Aufgezeichnet wurde es von Conny Plank und dem WDR. Leider gelten die Aufnahmen als verschollen.

Das Debüt der Lilac Angels stieß im Jahre 1974 bei der deutschen Schallplattenkritik auf wenig Gegenliebe und so schloss das hoffnungsvolle, aber auch auf Pump finanzierte Label Dingerland schon nach kurzer Zeit wieder die Pforten. Die deutlich interessantere Fritz Müller-Produktion von Eberhard Kranemann verschwand für lange Zeit im Archiv. Die Gründung von La Düsseldorf wurde von zwei Gratis-Open-Airs am Blauen See in Ratingen begleitet, ohne dass man von einer Etablierung der Gruppe hätte sprechen können.

Im bankrotten Zustand kehrte Klaus Dinger deshalb zur alten Marke Neu! zurück und bekam dafür von Conny Plank weiterhin viel Unterstützung. Auf Neu!75 stammten die meisten Schlagzeugparts von Thomas Dinger und Conny Planks Studioassistenten Hans Lampe. Als Schlagzeuger war Klaus Dinger wegen einer Verletzung auf Jahre hinaus indisponiert und wandte sich anderen Instrumenten zu. Michael Rothers Talent als Gitarrist wurde auf diese Weise an den Rand gedrängt. Da er die stürmische Entwicklung des musikalischen Talents von Klaus Dinger aber auch bewunderte und die kreativen Möglichkeiten des Mehrspurtonstudios ebenfalls erkannt hatte, fiel ihm die Lösung aus Dingers Dunstkreis eher leicht. Dinger entwickelte Musik und Image von La Düsseldorf praktisch im Alleingang.

Aufstieg & Absturz mit La Düsseldorf

Das Debütalbum von La Düsseldorf bekam im überraschungsarmen Jahr 1976 ungewöhnlich viel Unterstützung durch die Medien und schoss raketengleich in mehrere Charts. Klaus Dinger hatte nun das nötige Kleingeld für ein eigenes 16-Spur-Studio und wandte bei der Produktion der zweiten LP Viva die Kenntnisse an, die er bei Conny Plank gelernt hatte, ohne auf die Fähigkeiten von Hans Lampe als Toningenieur zu verzichten.

Obwohl in den späten 1970er Jahren die britische Punk- und New-Wave-Welle sehr stark auf Klaus Dingers Arbeiten reagiert hatte, gab es aus dem Dingerland Studio selbst praktisch keine Reaktion auf die Geschehnisse von der britischen Insel. Die dritte La-Düsseldorf-LP Individuellos brachte wenig Neues und gefiel sich in Selbstzitaten. Es zeigte sich, dass der einfach zu erlernende Schlagzeugstill der Motorik auch ohne die Gebrüder Dinger existieren konnte. Kommerziell stellte Individuellos einen steilen Absturz dar.

Klaus Dinger war auch der Coproduzent des 1981 erschienen Soloalbums Für Mich seines Bruders Thomas Dinger. Der fand zumindest in dem Track E-605 Anschluss an den Sound von Post-Punk und Industrial, war aber meilenweit davon entfernt ein Trendsetter zu sein.

Ein neuer, unerwartet niedrig dotierter Vertrag mit der Firma Teldec löste 1982 bandintern eine nicht endenwollende Serie an Querelen aus. Metronome stoppte Produktion und Vertrieb der Neu!-Vinylausgaben und Hans Lampe und Thomas Dinger blockierten jede weitere La-Düsseldorf-Veröffentlichung. Klaus Dinger zog sich mit seinem Studio in ein Ferienhäuschen im niederländischen Zeeland zurück. Die Streitigkeiten mit Thomas Dinger konnten erst 1997 im Rahmen einer Wiederveröffentlichung der drei La-Düsseldorf-Alben durch das japanische Indielabel Captain Trip Records beigelegt werden. Thomas Dinger war zu diesem Zeitpunkt bereits ein kranker Mann, freute sich aber sehr über die ihm gebotene kreative Perspektive.

Doch zuvor erschien 1985 die geplante vierte La-Düsseldorf-LP Mon Amour unter dem Titel Néondian als Solo Album bei Teldec. Sie blieb kommerziell weit hinter den Erwartungen zurück, was auch daran lag, dass Klaus Dinger zum ersten Mal die Mischpultregler selbst bedienen musste. Hans Lampe erhob einen Rechtsanspruch auf das alte Equipment von La Düsseldorf und Dingers neue Oberheim Ausrüstung führte klanglich zu stark abweichenden Resultaten.

Die zunächst vergebliche Reanimation von Neu!

Klaus Dinger erwog nun eine Wiederbelebung der Marke Neu! und verbündete sich wieder mit Michael Rother. Die Verhandlungen mit Conny Plank als gewünschtem Co-Produzenten scheiterten jedoch frühzeitig. Dinger & Rother werkelten also in eigenen Studios vor sich hin und konnten über das entstandene Material lange Zeit keinen Konsens erzielen. Neu!4 verschwand im Archiv und erlebte erst im Jahre 2010 die erste auch von Michael Rother autorisierte Veröffentlichung außerhalb Japans. Neu!4 hieß nun Neu!'86 und wurde von Michael Rother noch einmal gründlich überarbeitet. Rother fand nun auch wieder Geschmack daran, Neu! Kompositionen live aufzuführen, was ihn zusammen mit Hans Lampe am Schlagzeug bis nach China führen sollte.

Die Ära der Rechtsstreitigkeiten

Der Teldec-Vertragsnachfolger Eastwest beendete 1987 Produktion und Vertrieb der drei La-Düsseldorf-Alben und der Solo-LP Néondian im analogen Vinylformat und beschränkte sich auf die nach Meinung von Klaus Dinger unautorisierte Compact-Disc-Ausgabe von Viva. Klaus Dinger zog mit seinem Equipment wieder zurück nach Düsseldorf, wo er 1988 das lokale Bandformat Die Engel des Herrn ins Leben rief und auch einige Konzerte gab. Versuche, mit dieser Gruppe einen Plattenvertrag mit größeren Labels zu ergattern, scheiterten.

Die Versuche der Firma Metronome, sich die Compact-Disc-Verwertungsrechte an den drei Neu!-Alben anzueignen, waren alle vergeblich. Mal war Michael Rother dagegen, dann wieder Klaus Dinger. Dieser brachte die ganze Angelegenheit schließlich vor Gericht, um aus dem wenig vorteilhaften Vertrag mit Brain/Metronome und dem Ralf Arnie Musikverlag herauszukommen. Währenddessen erschienen die Neu!-Alben weltweit als Bootlegs. Mit Ken Matsutani von Captain Trip Records taten sich ab 1994 neue Perspektiven im kleineren Maßstab auf. Matsutani war mutig genug, die Alben Néondian und Neu!4 im Alleingang als CDs zu veröffentlichen.

Die ersten Sessions mit der Kraut-Rock-affinen Band Kreidler datierten aus dem Jahr 1995. Das war auch das Jahr, in dem Eastwest Records den Vertrieb des Viva-Albums von La Düsseldorf wegen einer einstweiligen Verfügung einstellen musste. Ein siebenjähriger Prozess war die Folge, den Klaus Dinger schließlich im Jahre 2002 vor dem Bundesgerichtshof verlor und für den er die Prozesskosten schultern musste. Die durch Eastwest gesicherte Vermarktung der drei La-Düsseldorf-Alben war da nur ein kleines Trostpflaster. Die Rechtstreitigkeiten mit Metronome verliefen für Klaus Dinger dagegen erfolgreicher: Das Oberlandesgericht Düsseldorf entschied im Jahre 1996, dass Plattenverträge von vor 1979 in Bezug auf die Compact-Disc-Auswertung neu verhandelt werden müssen. Die Folge waren Vertriebsstopps und illegale Bootleg-Auswertung. Die darüber außerordentlich frustrierte Firma Metronome ließ sich allerdings als Interessent nicht mehr blicken und ein Angebot von Daniel Millers Mute wurde abgelehnt. Auch Tim Renner von Universal ging leer aus.

Die Orientierung nach Japan mit la! NEU?

Während dieser ganzen Zeit etablierte Klaus Dinger la! NEU? als Indie Act mit japanischem Label und reiste mit dieser Formation auch zu Auftritten nach Tokio und Ōsaka. Die Albenverkäufe in Deutschland blieben allerdings spärlich, was auch daran lag, dass Dinger den eigenen Bandnamen für stilistisch stark auseinanderdriftende Projekte missbrauchte. la! NEU? diente sowohl der Aufarbeitung liegengebliebenen Materials der 1980er Jahre als auch der Familienzusammenführung mit seinem schwer erkrankten Bruder Thomas. Zudem wurden auch Solowerke von Eberhard Kranemann und Rembrandt Lensink unter dem Namen la! NEU? herausgebracht. Anderes trug auch Züge von Innovation, Reminiszenzen an La Düsseldorf oder einfach ans Jam Band Genre.


  • Nach langem Tüfteln hatte Klaus Dinger um das Jahr 1986 herum den Bogen raus, wie man den alten Sound von La Düsseldorf auf gänzlich anderem Equipment rekonstruieren konnte, doch Virgin Records schloss damals eine Veröffentlichung aus.

  • Der Gig in der Kunsthalle Düsseldorf brachte im Juli 1998 auch die innovativen Seiten des la! NEU? Projekts zum Vorschein. Wir sehen hier das ehemalige Kreidler Mitglied Stefan Schneider unter den Zuschauern vor der Kunsthalle.

Die Japandorf Utopie

Der Kontakt mit dem in Düsseldorf lebenden Künstler Masaki Nakao ließ in Klaus Dinger 1998 die ersten Visionen des Japandorf-Projekts entstehen. Eine unzureichende öffentliche Kommunikation sorgte in Verbindung mit einer bekannt unsicheren Rechtslage dafür, dass viel zu wenige wussten, an welchen Projekten Klaus Dinger gerade arbeitete. Die Öffentlichkeit war nicht mehr orientiert. Das Bild eines zerstrittenen Brüderpaars Dinger mit Klaus Dinger in der Rolle des Mannes von La Mancha im Kampf gegen die Musikindustrie hatte sich zu sehr verfestigt. Masaki Nakao glaubte jedoch von Anfang an an die Sinnhaftigkeit des Japandorf-Projekts im Zeichen der Wiederbelebung von La Düsseldorf und sorgte für die nötigen Kontakte.

Die Übergangszeit von la! NEU? zu Japandorf war geprägt von einer zahlenmäßig in die Höhe schnellenden Zahl an Akteuren. Hatte man es hier mit einer gefestigten Gruppe oder einer losen Musikkommune zu tun? Herbert Grönemeyer versuchte, das auf eigene Faust herauszufinden, indem er an den musikalischen Aktivitäten einfach teilnahm. Das Resultat war ein fester Glaube an die Wiederbelebung von La Düsseldorf, der bis zum Februar 2013 Bestand haben sollte, also dem Zeitpunkt an dem das Projekt Japandorf unter dem Namen La Düsseldorf auf dem Grönland-Label erscheinen sollte. Doch diesmal war es nicht Thomas Dinger, der dagegen opponierte, sondern der Gewinner des BGH-Urteils von 2002 Eastwest Records. Eastwest war ein konstanter Interessent an der Arbeit Klaus Dingers, bekam aber mehr als einmal einen Korb verpasst, zuletzt im Jahre 2006 anlässlich der Wiederveröffentlichung von Néondian unter dem Ursprungstitel Mon Amour in Verbindung mit der Marke La Düsseldorf. Klaus Dinger störte sich diesmal an der Veröffentlichung eines Bonustracks mit Herbert Grönemeyer, erinnerte sich an keinerlei Genehmigung und sorgte dafür, dass der Vertrieb der Ausgabe umgehend gestoppt wurde. Das bedeutete aber auch den Rückzug von Eastwest vom Japandorf Projekt. Japandorf hing nun einigermaßen perspektivlos in der Luft. Immerhin konnten im niederländischen Zeeland noch einfache Aufnahmen mit Kazuyuki Onouchis Studio durchgeführt werden. Doch Klaus Dinger steigerte sich kurz vor Abschluss der Aufnahmen in einen sehr aufgedrehten und rasenden Zustand, was am 21. Februar 2008 zu einer tödlichen Herzattacke bei Vollmond führte. Die Lowercase-Elektronikerin Miki Yui konnte als enge Gefährtin Klaus Dingers die Verwaltung des durch Verwaisung bedrohten Nachlasses der Gebrüder Dinger übernehmen und bereitet seitdem die Grundlagen dafür, dass nichts in Vergessenheit gerät. Jüngste Veröffentlichungen sind eine 3er CD-Box von La Düsseldorf, sowie schließlich und endlich auch wieder die mit la-duesseldorf.de gekennzeichneten Mon Amour Aufnahmen auf Warner Music mit dem Grönemeyer/Yui Bonustrack. Auch einige Sessions der pre-Japandorf Phase sind seit kurzem erhältlich, dämpfen aber die Erwartungshaltung an den noch ausstehenden Viva Remix ganz beträchtlich.

Jahrescharts

  • Kraftwerk - Kraftwerk (Platz 3 in der Sounds-Jahresbestenliste Alben-National für 1971)
  • Kraftwerk - Vom Himmel hoch (Platz 5 in der Sounds-Jahresbestenliste Singles-National für 1971)
  • La Düsseldorf - Silver Cloud (Platz 8 in der WDR-Schlagerrallye Jahresauswertung 1977)
  • La Düsseldorf - Silver Cloud (Platz 85 in der HR Hitparade-International Jahresauswertung 1977)
  • La Düsseldorf - La Düsseldorf (Platz 48 in der WDR-Schlagerrallye Jahresauswertung 1977)
  • La Düsseldorf - Viva (Platz 8 in der Sounds-Jahresbestenliste Alben-National für 1978)
  • La Düsseldorf - Rheinita (Platz 3 in der WDR-Schlagerrallye Jahresauswertung 1979)
  • La Düsseldorf - Rheinita (Platz 72 in der HR Hitparade-International Jahresauswertung 1979)
  • La Düsseldorf - Dampfriemen (Platz 15 in der WDR-Schlagerrallye Jahresauswertung 1981)

Songs, Alben und Texte über Klaus Dinger

Literatur

  • Hrsg. Miki Yui: Ihr könnt mich mal am Arsch lecken, Klaus Dinger Archiv, Düsseldorf 2012, ISBN 978-3-00-037427-2

Weblinks