Juke

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Juke, oft auch Chicago Juke, ist ein in Chicago entstandenes Subgenre des House. Hauptmerkmal ist ein deutlich höheres Tempo von 150 bis 160 BPM und wie beim House üblich die Verwendung einer Roland TR-808 oder Roland TR-909. Ein weiteres Kennzeichen sind die sehr kurzen Loops in ständiger und unmodulierter Wiederholung. Die Taktlängen werden im Verlauf eines Tracks immer wieder umgestellt und variieren zwischen einem halben Takt bis zwei Takten. Die Lyrics sind fast immer explizit sexuell.

Juke hat sich aus dem sogenannten Ghetto House entwickelt, als dessen „schnellere Variante“ er gilt.[1] 2005 rückte das Subgenre in die Aufmerksamkeit der Massenmedien, als Beyoncés Hit Check on it von Gant-Man remixed wurde und bei Sony erschien.[2]

Musik

Juke ist betont repetitiv und von wenigen rhythmischen Einsprengseln von einfachen und kaum designten Synthsounds geprägt. Häufig kommen dagegen kurze und einsilbige Vokalsamples in steter Wiederholung oft zur Ergänzung vollständiger Raps zum Einsatz. Die Drummaschinen werden betont unverkleidet gehalten, es werden nur wenige Effekte verwendet. Die Basics der Drummaschinen werden oft auch durch die Toms der 808 und 909 ergänzt. Basslines gibt es gewöhnlich keine, sie werden durch eine 4-to-the-floor oder die verwendeten Hip-Hop-Beats substituiert und zwischendurch anhand anderer, rhythmisch komplexerer, kurzer Floskeln ergänzt. Oft werden halbe und doppelte Tempi im Hintergrund oder auch im Wechsel mit dem eigentlichen Tempo eingesetzt.

<- ‪DJ Tha ‬P‪ope‬‪ ‬– ‪Bob that back down‬

Footwork

Juke korrespondiert stark mit Footwork. Footwork wird bei der en.wiki als eine der wenigen originären Tanzformen der Black Communities in den USA beschrieben.[3] Der Oberkörper bleibt dabei in ruhiger Haltung, das meiste wird als Fußarbeit in hohem Tempo vorgeführt.

<- Juke + Footwork Mini-Documentary For National Public Radio

Die Terminologie ist nicht ganz eindeutig, Footwork bezeichnet oft auch die Musik. Footwork wird zum Beispiel bei Planet Mu veröffentlicht, dort erhält er auch seine typische multirhythmische Prägung, es kommen entsprechend viele unterschiedliche zumeist stark synkopierte oder geshuffelte Rhythmen in Folge vor, wie für das Labelprogramm typisch.[4] Das Label hat dem Juke eine eigene Compilation-Reihe gewidmet: Bangs & Works.[5]

Bekannte Juke- / Footwork-Musiker

Jlin, RP Boo, Dude 'n Nem, DJ Slugo, DJ Chip, DJ Nate, DJ Gant-Man, DJ Tha Pope, DJ Rashad, DJ Roc, DJ Spinn, Traxman

Einzelnachweise

  1. Artikel Ghetto House [1] bei der en.wiki
  2. BeyoncéCheck it on, Gant-Man-Remix (Ausschnitt): [2] bei Juno Records
  3. ebd., Anm. 1
  4. vgl. zum Beispiel die Footwork-Playlist vom Planet-Mu-Gründer Mike Paradinas: Mike Paradinas Footwork Mix 3 [3] bei Mixcloud
  5. Bangs & Works [4] bei Discogs

Weblinks

Links im Juli 2017.